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Wow! Was für eine Marktreaktion auf die gestrigen US-Inflationsdaten. Aus dem Stand schoss der Dow Jones zum Beispiel binnen nur 6 Minuten um mehr als 800 Punkte bzw. fast 2,66 % nach oben. Der DAX brachte es ebenfalls in 6 Minuten auf knappe +3,3 %. Und der Nasdaq 100 sattelte sogar innerhalb von 2 Minuten fast 3,37 % drauf und legte dann noch bis auf +5,49 % weiter zu.
Der Grund für diese Kursexplosionen ist, dass die jährliche Inflation in den USA im Oktober zum vierten Mal in Folge nachgelassen hat, und das deutlich stärker als erwartet. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Preise zwar wie im Vormonat um 0,4 %, doch erwartet wurde ein Plus von 0,6 %. Und die Jahresrate schwächte sich von +8,2 % im September auf nun +7,7 % ab, statt erwarteter +8,0 %.
Zudem gab auch die Kerninflation endlich nach, die im September noch mit +6,6 % auf ein neues zyklisches Hoch zugelegt hatte. Auf Monatssicht stand hier im Oktober nur noch ein Plus von 0,3 % zu Buche, nach noch +0,6 % im Vormonat und statt erwarteter +0,5 %. Und die Jahresrate gab auf den August-Wert von 6,3 % nach, statt erwarteter +6,5 %.
Der Inflationsdruck ist damit nach wie vor deutlich zu hoch. Und daher wird die US-Notenbank ihren Zinsanhebungspfad nun sicherlich noch nicht verlassen. Da aber die Inflationszahlen die Konsensschätzungen unterboten haben, sieht der Markt eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass es im Dezember keinen weiteren 75-Basispunkte-Zinsschritt geben wird, sondern einen kleineren.
Das ließ die Renditen am Anleihemarkt purzeln und die Aktienkurse nach oben schießen, vor allem bei Wachstumsaktien, die aus den hier schon wiederholt genannten Gründen von steigenden Zinsen besonders belastet waren und daher nun zu einer Erleichterungsrally angesetzt haben. Ich glaube, dass hier nun noch mehr drin ist. Es könnte sich eine kleine Long-Position auf den Nasdaq 100 anbieten.
Aus ähnlichen Gründen hat auch der Goldpreis mit einem Kurssprung auf die Inflationsdaten reagiert. Erst vorgestern hatte ich dazu berichtet, dass das Edelmetall keine Zinsen abwirft und steigende Renditen am Anleihemarkt daher Gift für den Goldpreis sind. „Fallen die Preissteigerungen aus Sicht des Marktes zu hoch aus, könnte dies wieder die Zinssorgen anheizen und zu steigenden Renditen führen“, hieß es dazu. Nun ist das Gegenteil eingetreten. Und so hat der Goldpreis heute die dritte lange bullishe Kerze in 5 Handelstagen ausgebildet (siehe grünes Rechteck im folgenden Chart).
Dabei wurde das Hoch von Anfang Oktober bei 1.729,10 Punkten dynamisch überwunden. Wie vorgestern ebenfalls beschrieben, konnte man daher gestern die kleine Long-Position ausbauen. Den Stop-Loss dazu kann man nun vom Korrekturtief bei 1.614,4 USD durchaus bereits bis unter das untere Ende der großen Seitwärtsrange (gelb) nachziehen.
Ich wünsche Ihnen damit viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus
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