ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Deutliche Verluste - Iran-Unsicherheit hält an
Die US-Aktienfutures legten am Montag deutlich zu, nachdem Anleger Anzeichen dafür sahen, dass Präsident Donald Trump nach seinen erneuten Drohungen mit Strafzöllen gegen China womöglich einen moderateren Kurs einschlagen könnte.
Der Anstieg folgte auf einen deutlichen Kursrückgang am vergangenen Freitag, nachdem Trump angekündigt hatte, im November neue Zölle von 100 % auf Importe aus China zu erheben. Zuvor hatte Peking verschärfte Exportbeschränkungen für seltene Erden angekündigt – ein zentraler Bestandteil zahlreicher militärischer und ziviler Produkte. Chinas Reaktion am Sonntag fiel unmissverständlich aus: „Wir haben keine Angst vor einem Handelskrieg.“
Daraufhin schlug Trump einen etwas versöhnlicheren Ton an und schrieb: „Macht euch keine Sorgen um China, alles wird gut! Der hochgeschätzte Präsident Xi hatte nur gerade einen schlechten Moment.“
Zu Beginn der neuen Handelswoche stehen die Anleger nun erneut vor der Aufgabe, Trumps Äußerungen einzuordnen – sind sie Teil einer übergeordneten Strategie, spontane Eingebungen eines Präsidenten, der seine Gedanken gern öffentlich teilt, oder eine Mischung aus beidem?
Die Möglichkeiten sind vielfältig. Für den Moment bleibt der Markt jedoch bei den Fakten: Die Talfahrt am Freitag war deutlich – der S&P 500 verlor 2,7 % und verzeichnete damit den stärksten Tagesrückgang seit den ursprünglichen Zollturbulenzen im April. Unerfreulich, ja – doch der Rücksetzer dürfte den übergeordneten Aufwärtstrend kaum beeinträchtigen.

Wir könnten hier den Beginn eines längeren Abschwungs erleben – oder auch nicht. Trumps unberechenbare Ankündigungen werden die Märkte wohl weiterhin in Ungewissheit halten. Für strategisch orientierte Anleger bleibt daher der wichtigste Schutzmechanismus, sich auf die übergeordneten Markttrends zu konzentrieren. Sie liefern eine erste Orientierung darüber, wie die breite Masse die kurzfristige Zukunft einschätzt.
Vor diesem Hintergrund erscheint es verfrüht, auf den Kursrückgang vom Freitag überstürzt zu reagieren. In den kommenden Tagen wird sich zeigen, ob sich daraus ein nachhaltiger Trend entwickelt.
Auch aus Sicht der globalen Vermögensallokation spricht derzeit einiges für Zurückhaltung. Ein offensiver Portfolioansatz – etwa über den iShares Core Aggressive Allocation ETF (NYSE:AOA) – signalisiert bislang kein erhöhtes Abwärtsrisiko.

Die Argumente, die dafür sprechen, den Kursrutsch vom Freitag vorerst als bloßen Volatilitätsausreißer zu werten, werden durch eine defensivere Variante der globalen Vermögensallokation (AOK) noch untermauert.

Wenn man allein die bisherigen Jahresergebnisse der wichtigsten Anlageklassen betrachtet, gäbe es wenig Anlass zur Sorge – schließlich verzeichnen nahezu alle Bereiche auch für 2025 weiterhin deutliche Gewinne.

Niemand kann vorhersagen, was Trump als Nächstes sagen oder unternehmen wird – und ebenso wenig, wie China oder andere Länder darauf reagieren. Es gibt durchaus Gründe anzunehmen, dass dieses ständige Hin und Her die wirtschaftliche Aktivität belasten könnte. Doch das galt bereits vor sechs Monaten, und seither zeigen sich in den makroökonomischen Trends der USA lediglich leichte Abschwächungen. Vielleicht befinden wir uns an einem Wendepunkt – aber es ist schlicht zu früh, vom Schlimmsten auszugehen. Die Lage bleibt volatil, sprich: Im Grunde hat sich seit dem 20. Januar wenig verändert.
Die Beobachtung von Markttrends ist gewiss keine unfehlbare Methode, um kurzfristige Erwartungen abzuleiten. Sie ist jedoch weitaus verlässlicher als der Versuch, aus sozialen Medien oder spontanen Äußerungen politische Strategien zu deuten.
Ist die Analyse von Preistrends das einzige Instrument zur Steuerung der Asset-Allokation? Sicher nicht. Doch sie bildet einen soliden Ausgangspunkt – insbesondere in einer Phase, in der die Märkte erneut nervös sind und sich fragen, ob Trumps nächster Tweet Unruhe oder Beruhigung bringen wird.
