Leonardo-Aktie: Jetzt Kauf? Analysten sehen Potenzial
Der Anleihemarkt hat sich in diesem Monat weitgehend in Wartestellung befunden, während Investoren auf neue Signale für die Aussichten möglicher Zinssenkungen warten. Auf der einen Seite bestehen weiterhin Sorgen, dass Zölle die Inflation anheizen und die Fed dazu bewegen könnten, an ihrem Kurs festzuhalten. Gleichzeitig mehren sich jedoch angesichts nachlassender Wachstumsdynamik die Argumente für eine Senkung der Leitzinsen.
Fed-Chef Jerome Powell wird heute (Freitag, 22. August) eine Rede halten, die an den Finanzmärkten mit großer Spannung erwartet wird.
„Ich glaube nicht, dass Powell sich klar auf Zinssenkungen festlegen kann – denn dann hätte er kaum eine andere Wahl, als diesen Schritt auch tatsächlich zu gehen“, sagt Mike Sanders, Head of Fixed Income bei Madison Investments. „Er muss signalisieren: ‚Wir bleiben datenabhängig und beobachten genau, was die Daten zeigen‘, um der Notenbank alle Optionen offenzuhalten.“
Auch Lauren Goodwin, Ökonomin und Chief Market Strategist bei New York Life Investments, sieht Powell in einem Dilemma, was klare politische Signale betrifft.
„Die Inflation hat seit der letztjährigen Jackson-Hole-Konferenz kaum Fortschritte in Richtung des 2%-Ziels der Fed gemacht“, schreibt sie. „Der Arbeitsmarkt ist zwar ausgewogener, wird jedoch zunehmend von einer Mischung aus konjunktureller Abkühlung, strukturellen Faktoren und politisch bedingten Schocks beeinflusst.“
Der Anleihemarkt bewegte sich in den vergangenen zwei Wochen in einer engen Spanne und konnte die bisherigen Jahresgewinne größtenteils behaupten – gemessen an einer Reihe von ETFs. Die Benchmark für Investment-Grade-Bonds, der Vanguard Total (EPA:TTEF) Bond Market ETF (NASDAQ:BND), liegt per Mittwochsschluss (20. August) im laufenden Jahr 4,6 % im Plus.

Die Anleihemärkte haben im bisherigen Jahresverlauf insgesamt Zugewinne verbucht, und alle wesentlichen Segmente liegen im positiven Bereich. Besonders stark entwickeln sich Unternehmensanleihen mit mittlerer Laufzeit (VCIT), die 2025 bislang einen Zuwachs von 6,4 % verzeichnen und damit an der Spitze stehen.

Auf der Suche nach Orientierung für den weiteren Jahresverlauf richtet der Bondmarkt den Blick nun stark auf Powells Äußerungen. Eine klare Richtung dürfte sich daraus jedoch kaum unmittelbar ableiten lassen – es ist durchaus möglich, dass die Anleger auch nach seiner Rede, wie schon bisher, keinen neuen Katalysator erkennen können.
Aktuell preisen die Fed Funds Futures für die nächste Sitzung im kommenden Monat eine Zinssenkung ein. Die implizite Wahrscheinlichkeit für eine Senkung zum Termin der FOMC-Sitzung am 17. September liegt derzeit bei rund 79 %.
„Die US-Notenbank steht vor mehreren Risiken“, sagte James Clouse, der bis Mai die Abteilung für monetäre Angelegenheiten der Fed leitete.
„In diesem Umfeld die richtige Politik zu finden, ist ausgesprochen schwierig – es gilt, zwischen den längerfristigen Kosten einer anhaltenden Inflation und den kurzfristigen Belastungen durch eine schwächere Konjunktur abzuwägen.“
Damit dürften die Aussichten nach Powells Rede ähnlich unklar bleiben wie bisher – mehr ist vorerst nicht zu erwarten.
