Leonardo-Aktie: Jetzt Kauf? Analysten sehen Potenzial
Seit Monaten warnen wir davor, dass der Arbeitsmarkt nicht so robust ist, wie es die offiziellen BLS-Daten vermuten lassen. Vor sechs Monaten haben wir geschrieben:
„Obwohl die Arbeitsmarktdaten grundsätzlich gut sind, gibt es Anzeichen dafür, dass dieser Markt zum Stillstand gekommen ist. Die Anträge auf Fortsetzung von Arbeitslosenunterstützung steigen stetig und liegen inzwischen auf dem höchsten Niveau seit über drei Jahren. Die JOLTS-Einstellungsquote ist auf einem Zehnjahrestief. Die Zahl der Entlassungen ist zwar nach wie vor gering, aber Neueinstellungen bleiben ebenfalls aus.“
Anfang Juli haben wir außerdem folgendes festgehalten:
„Nach Angaben des ADP wurde im Juni der stärkste Rückgang der Beschäftigtenzahlen im Dienstleistungssektor (-66.000) seit März 2020 verzeichnet. Zwar entfielen 52k der Verluste auf das Bildungs- und Gesundheitswesen – Daten, die zu saisonalen Schwankungen neigen – dennoch ist der Trend negativ. Die aktuelle BLS-Schätzung liegt bei +100k. Die ADP-Daten deuten darauf hin, dass es einen überraschenden Rückgang geben könnte (im Hinblick auf die kommenden BLS-Daten). Bleiben Sie am Ball!“
Es geht hier nicht darum, ob wir mit unseren Einschätzungen richtig lagen. Wichtiger ist, dass die Fed offenbar zu kurzsichtig agiert, wenn es um diese zentralen Daten geht. Sie verlässt sich stark auf bestimmte Indikatoren, während andere Quellen kaum Beachtung finden. Vorrangig stützt sie sich auf staatliche Daten zu Arbeitsmarkt und Inflation.
Diese Quellen sind jedoch nicht immer verlässlich und teilweise objektiv weniger belastbar. So basieren die BLS-Beschäftigungsdaten auf Umfragen, während der ADP-Bericht des Unternehmens Automatic Data Processing (NASDAQ:ADP) echte Lohndaten seiner Kunden auswertet. Ein weiteres Beispiel ist der Blockchain-basierte Dienst Truflation, der auf 18 Millionen Preisdaten zugreift – verglichen mit rund 100.000 im CPI-Bericht des BLS.
Das Risiko für Wirtschaft und Märkte liegt darin, dass die „datenabhängige“ Fed sich auf fehleranfällige Informationen stützt. Dadurch könnte sie die Zinssenkungen zu lange hinauszögern oder nicht in ausreichendem Maße vornehmen, um eine Rezession zu verhindern. Schon in der Vergangenheit hat die Fed zu lange gezögert – etwa bei der Zinserhöhung und dem Ende des QE, als die Inflation 2021 deutlich anzog.
Die folgenden Grafiken verdeutlichen, dass ADP beim Erkennen des rückläufigen Stellenwachstums dem BLS nach den späteren Revisionen voraus war.

Eli-Lilly-Aktie fällt trotz starker Zahlen
Nach allen buchhalterischen Maßstäben hat Eli Lilly (NYSE:LLY) ein herausragendes Quartal abgeliefert. Der Gewinn je Aktie lag mit 6,31 USD deutlich über den Erwartungen von 5,57 USD. Auch der Umsatz übertraf die Schätzungen der Wall Street um rund 5 % – ein Plus von 38 % im Jahresvergleich. Dennoch ist die Aktie gefallen, obwohl zuletzt viele Unternehmen gute Zahlen vorgelegt haben und Anleger trotzdem negativ reagierten.
Oft liegt der Grund in schwächeren Prognosen. Bei LLY ist das jedoch nicht der Fall: Das Unternehmen hat seine Umsatzprognose um 2 Mrd. USD und den Gewinn je Aktie um 1 USD angehoben. CEO David Ricks erklärte dazu:
„Unsere starken Ergebnisse im 2. Quartal spiegeln die anhaltend robuste Nachfrage nach unseren Arzneimitteln wider – insbesondere im Bereich kardiometabolische Erkrankungen mit Mounjaro und Zepbound sowie in unserem Onkologie- und Immunologie-Portfolio.“
„Im Moment ist es wirklich eine Art goldenes Zeitalter … Die Hauptpriorität, die wir haben, ist es, unseren Entdeckungsmotor am Laufen zu halten, wichtige Medikamente herzustellen und sie in großem Maßstab zu produzieren.“
„Das zugrunde liegende Geschäft ist sehr stark.“
Zusätzlich meldete Eli Lilly positive Ergebnisse aus einer FDA-Phase-3-Studie für das oral einzunehmende Adipositas-Medikament Orforglipron. Trotz dieser Nachricht fiel der Kurs. Grund: Die Anleger hatten auf einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von über 15 % gehofft – tatsächlich lag dieser bei etwa 12 %.
Der Hauptkonkurrent Novo Nordisk (NYSE:NVO) erzielte mit seinem oralen GLP-Präparat, das sich ebenfalls in Phase 3 befindet, im Schnitt 15 % Gewichtsverlust. Nach Veröffentlichung der LLY-Daten legte NVO zu. Die folgende Grafik zeigt, dass LLY in diesem Jahr dennoch deutlich besser gelaufen ist als NVO – nicht zuletzt, weil Anleger Eli Lilly bei den Adipositas-Medikamenten bislang als führend einschätzten.



