Bleiben Sie vor der BoE-Sitzung short im GBP (von Arnaud Masset)
Nach der Abstimmung des Vereinigten Königreichs zum Verlassen der Europäischen Union, hat sich die BoE entschieden, nicht sofort zu reagieren und erstmal abzuwarten, bis sich der Rauch verzieht, bevor sie ihre letzten Mittel einsetzt. Tatsächlich wird die BoE die Zinsen noch einige Male senken können, bevor sie negative Zinsen erreicht. Wir glauben jedoch nicht, dass die BoE ihre Geldpolitik in der nächsten Woche weiter lockern wird, da die verfügbaren Daten nicht darauf hindeuten, dass sich die britische Wirtschaft seit der Juli-Sitzung wesentlich verschlechtert hat. Die Inflationsdaten haben im Juni positiv überrascht, sowohl das Gesamt- als auch das Kernmaß liegen höher. Die gestern veröffentlichten BIP-Zahlen waren eher ermutigend, da sie zeigten, dass die britische Wirtschaft im zweiten Quartal 2,2% im Jahresvergleich zugelegt und somit die Schätzungen von 2,1% und den Wert des vorangehenden Quartals von 2,0% übertroffen hat.
Die BoE hat begrenzten Handlungsspielraum, bevor sie negative Zinsen erreicht. Daher gehen wir davon aus, dass die Zentralbank ihren Leitzins bei ihrer Sitzung am 4. August unverändert lässt und auf weitere Informationen zu den Auswirkungen des Brexit für die britische Wirtschaft warten wird. Andererseits könnte die BoE das Ziel für die Anlagenkäufe ohne Senkung der Zinsen anheben. Als Reaktion auf das leicht zurückhaltende FOMC-Statement legt der GBP/USD im Tagesgeldgeschäft leicht zu. Insgesamt handelt das Währungspaar weiter seitwärts mit einer negativen Tendenz.
CBR im Lockerungszyklus, wird aber diese Woche abwarten (von Peter Rosenstreich)
Russland stand jüngst in den Schlagzeilen der globalen Nachrichten, da es der russischen Zentralbank erlaubt hat, ohne großes Trara Transaktionen durchzuführen. Wir gehen davon aus, dass die CBR ihren Leitzins bei der Juli-Sitzung unverändert bei 10,50% belassen wird. Bei ihrer geldpolitischen Sitzung im Juni senkte die Zentralbank ihren Leitzins das erste Mal in neun Monaten um 50bp. Mit einer moderaten Inflation von 7,5% und gedämpften Prognosen gehen wir davon aus, dass die CBR die Geldpolitik weiter lockern wird. Die Geschwindigkeit der Senkungen wird jedoch entscheidend für den Ausgleich des Marktvertrauens sein, da das Risiko von Änderungen der Inflationskurve besteht. Ein vorsichtiger Begleitkommentar sollte die Auffassung bestätigen, dass die BCR konservativ handelt. Für 2016 gehen wir von weiteren Senkungen in Höhe von insgesamt 100bp aus, die aber wohl schrittweise durchgeführt werden.
Aufgrund der allgemein risikofreudigeren Stimmung bei den EM (siehe Rallyes beim TRY, ZAR und BRL) gehen wir davon aus, dass der RUB gegenüber dem USD stabil bleiben wird, v. a. bei Berücksichtigung unseres Basisszenarios, nach dem die Fed bis zum September die Zinsen nicht erhöht.
Sommerhitze führt zur Wahnvorstellungen über Zinserhöhung im September
Die Kombination von Sommerhitze und langen Tagen führt manchmal dazu, dass die Anleger Dinge sehen, die gar nicht da sind. Das war der Fall mit der gestrigen Fed-Entscheidung und dem Begleitkommentar. Die Fed änderte ihre Politik nicht. Das Statement liegt unserer Meinung nach im Einklang mit den Erwartungen. Gerüchte um ein restriktives Statement konnten sich nicht bewahrheiten. Die Aufnahme der Formulierung "kurzfristige Risiken für die Wirtschaftsprognosen haben abgenommen" sehen einige als ein "spannendes" September-Meeting voraus. Wir und der Markt bleiben jedoch skeptisch, dass das Risiko abgenommen hat, und sehen eher eine Zunahme, v. a. wegen der Brexit-Abstimmung und der anstehenden US-Präsidentschaftswahl. Das FOMC sorgt sich, dass die übermäßig schwachen Anlageinvestitionen und die niedrigen Inflationserwartungen die soliden Stellenmärkte und die volatilen Haushaltsausgaben untermauern werden. Die Renditen der US-Treasuries beendeten den Tag niedriger, während sich der EUR/USD auf 1,119 erholt hat, was zeigt, dass die Märkte skeptisch in Bezug auf den Optimismus der Fed sind. Wir bleiben zum USD bärisch, da die Erwartungen an eine Zinserhöhung im September niedrig bleiben.
EURUSD Der EUR/USD hat den Widerstand bei 1,1000 der abfallenden Trendlinie gebrochen und weist auf damit auf ein anhaltendes Kaufinteresse hin. Ein Bruch des Widerstands, der durch das Top des Bereichs (um 1,1186) markiert wird, ist nötig, um den derzeitigen bärischen Trend umzukehren. Eine Stundenunterstützung findet sich bei 1,1149 (Hoch vom 15.07. 2016). Eine Stundenunterstützung liegt bei 1,1056 (Basis 27. 7. 2016), und eine Schlüsselunterstützung liegt bei 1,0965. Langfristig unterstützt die technische Struktur eine sehr langfristige bärische Tendenz, so lange der Widerstand bei 1,1714 (Hoch vom 24. 8. 2015) hält. Seit Anfang 2015 handelt das Paar bereichsgebunden. Starke Unterstützung findet sich bei 1,0458 (Tief vom 16. 3. 2015). Doch seit dem letzten Dezember deutet die derzeitige technische Struktur auf einen allmählichen Anstieg hin.
GBPUSD Der GBP/USD bewegt sich innerhalb seines Kanalbereichs. Ein Stundenwiderstand liegt bei 1,3291 (Hoch vom 22. 7. 2016). Ein stärkerer Widerstand befindet sich bei 1,3534 (Hoch vom 29. 6. 2016). Unterstützung zeigt sich bei 1,3058 (Tief vom 26. 7. 2016). Das langfristig technische Muster ist negativ und spricht für einen weiteren Rückgang, so lange die Kurse unterhalb des Widerstands von 1,5340/64 verharren (Tief vom 4. 11. 2015, achten Sie auch auf die 200er DMA). Die Schlüsselunterstützung bei 1,3503 (Tief vom 23. 1. 2009) wurde gebrochen, und der Weg ist für weitere Rückgänge weit geöffnet.
USDJPY Der USD/JPY zeigte am Mittwoch eine bärische Intraday-Umkehr. Eine Stundenunterstützung findet sich bei 104,85 (Tief vom 27. 7. 2016). Die bärischen Merkmale der technischen Struktur unterstützen einen Angriff auf die Unterstützung bei 103,91. Ein Stundenwiderstand liegt bei 106,45. Langfristig favorisieren wir eine bärische Tendenz. Eine Unterstützung zeigt sich jetzt bei 96,57 (Tief vom 10. 8. 2013). Ein allmählicher Anstieg in Richtung des Hauptwiderstands bei 135,15 (Hoch vom 1. 2. 2002) scheint nun völlig unwahrscheinlich. Erwarten Sie weiteren Rückgang bis zur Unterstützung bei 93,79 (Tief vom 13. 6. 2013).
USDCHF Der USD/CHF fällt deutlich zurück und durchbricht die Stundenunterstützung bei 0,9894 (Hoch vom 12. 7. 2016). Ein Test der Unterstützung bei 0,9837 ist wahrscheinlich. Eine weitere Unterstützung findet sich bei 0,9764 (Tief vom 14. 7. 2016). Ein Anfangswiderstand zeigt sich bei 0,9868 (27. 7. 2016, bärische Pause). Langfristig handelt das Paar seit 2011 noch immer bereichsgebunden, trotz einiger Aufregungen, nachdem die SNB die CHF-Bindung an den EUR aufgehoben hatte. Eine Schlüsselunterstützung findet sich bei 0,8986 (Tief vom 30. 1. 2015). Die technische Struktur deutet seit letztem Dezember auf eine langfristig bullische Tendenz hin.