US-Präsident Donald Trumps sorglose Handelspolitik geht nach hinten los. Die Schutzzölle haben unbeabsichtigte Folgen: Der Motorrad-Hersteller und die Stütze Amerikas, Harley-Davidson, gab im Rahmen eines Zulassungsantrags bekannt, dass das Unternehmen aufgrund Trumps Zöllen die Produktion seiner für Europa gedachten Motorräder in die Europäische Union verlegen will. Harley schätzt, dass Trumps Zölle auf Stahl und Aluminium zu zusätzlichen Kosten in Höhe von 2.200 USD für jedes in Europa verkaufte Motorrad führen würden. Das, nachdem die EU am Freitag bekannt gegeben hatte, dass sie Zölle im Wert von 2,8 Mrd. EUR auf amerikanische Importprodukte wie Bourbon Whiskey, Jeans und Motorräder auferlegen will.
Die Harley-Aktie (NYSE:HOG) brach stark ein und lag zu einem Zeitpunkt sogar mehr als 5% im Minus. Es ist jedoch schwierig zu sagen, ob es bei der Massnahme rein um Zölle oder um eine allgemeine Schwäche im Unternehmen geht. Seit Anfang des Jahres 2018 war unmöglich zu übersehen, dass Werke geschlossen und anschliessend ca. 800 Mitarbeiter entlassen wurden - und das obwohl die republikanischen Gesetzgeber behaupten, dass Harley von Trumps Handels- und Steuerpolitik profitiert.
Trump beachtet nicht, dass nur 20% des weltweiten Handels mit den USA und ihren Partnern durchgeführt wird. Die anderen 80% der Transaktionen finden unter Nicht-US-Nationen statt. Ein Verlegen der Produktion in die EU verhindert nicht nur den US-Handelskrieg, sondern gibt auch grenzenlosen Zugang zu anderen Märkten. Geraten die Handelsbeziehungen zu China, der EU und der NAFTA ausser Kontrolle, so wird die USA isoliert dastehen. Diese Politikänderung von Steuern auf Zölle versetzt die Märkte in Unruhe. In dem aktuellen Umfeld (plus Erwartungen der Europäischen Zentralbank) sehen wir Long-Positionen im Euro als die ideale Position.