Debasement-Trade im Fokus: Was steckt hinter der Panik um Geldentwertung

Veröffentlicht am 23.10.2025, 07:39

Joe Weisenthal von Bloomberg veröffentlichte kürzlich einen lesenswerten Artikel mit dem Titel “Maybe ‘Debasement’ Isn’t The Best Way To Put It” (Link), in dem er seine Sicht auf die zunehmende Popularität des sogenannten Debasement-Trades darlegt. Diese Logik, die Joe kritisch hinterfragt, findet in den Medien derzeit großen Anklang – wie auch die entsprechende Grafik von Bloomberg zeigt.

Zwar hält Joe die Grundidee des Debasement-Trades nicht für völlig unplausibel, er zeigt jedoch mehrere Schwachstellen auf, die das Marktverhalten besser erklären könnten. Ein Beispiel sind die steigenden Goldpreise. Wenn es tatsächlich zu einer Währungsentwertung käme, müssten nicht nur Gold und andere Edelmetalle, sondern auch Sachwerte wie Immobilien – als „ultimative reale Werte“ – deutlich anziehen. Joe schreibt dazu:

„[Immobilien] sind der ultimative ‚harte‘ Wert, und dennoch steigen die Preise in diesem Markt kaum. Das zeigt der Case-Shiller-Hauspreisindex, der derzeit mit einem Tempo wächst, das weit unter dem des vergangenen Jahrzehnts liegt.“

Das zugehörige Schaubild verdeutlicht, dass die Eigenheimpreise weitgehend stagniert haben. Anschließend geht Joe auf den Anleihemarkt ein und stellt die Frage, warum US-Staatsanleihen gut laufen, wenn der Dollar tatsächlich in einem besorgniserregenden Ausmaß abwerten sollte. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen ist im Verlauf des Jahres von 4,70 % auf 4,00 % gefallen.

Joe weist außerdem darauf hin, dass die derzeitige spekulative Stimmung am Aktienmarkt kaum zu dem Verhalten passt, das man bei einer echten Dollarabwertung erwarten würde. Er schreibt:

„Wenn man sich einige der unprofitablen Titel ansieht, die zuletzt stark gestiegen sind, wirkt das nicht so, als wollten Anleger einer fortschreitenden Dollarentwertung zuvorkommen. Es sieht eher danach aus, als ob einige Trader auf schnelle Gewinne aus sind. Würden Investoren tatsächlich aus Angst vor einer Abwertung handeln, könnte ich mir vorstellen, dass sie eher in eine Aktie wie Colgate-Palmolive investieren. Schließlich werden sich die Menschen immer die Zähne putzen – unabhängig von Defiziten oder Geldpolitik. Aber …“

Tatsächlich ist die Aktie von Colgate-Palmolive in dem Maße, in dem der Abwertungs-Trade an Popularität gewonnen hat, stetig gefallen. Joes Fazit fällt entsprechend nüchtern aus:

„Der Markt wirkt derzeit nicht besonders gesund. Doch es ist keineswegs offensichtlich, dass die Angst vor einer Abwertung die beste Erklärung für die aktuelle Marktentwicklung ist.“

Bloomberg zum Debasement-Trade

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