Die jüngsten Meldungen zum Handelskrieg zwischen den USA und China haben dem sicheren Hafen JPY erneut Auftrieb verliehen, da China bereit zu sein scheint, das Ausmass der am Donnerstag und Freitag, dem 10. und 11. Oktober 2019 in Washington anstehenden Handelsgespräche einzuschränken. Das sollte den Weg für eine Anhebung der Zölle von aktuell 25% auf 30% auf importierte chinesische Waren im Wert von 250 Mrd. USD am 15. Oktober 2019 frei machen, und somit die Vergeltungsmassnahmen auf beiden Seiten verstärken und eine Tendenz zu Long-Positionen im JYP bis Ende der Woche begünstigen. In der Zwischenzeit bestätigt die Herabstufung der Wirtschaftsbeurteilung durch die japanische Regierung auf «schlechter werdend» nach der Veröffentlichung des Indikators für die Wirtschaftsbedingungen, dass die japanische Wirtschaft wohl eine Rezession erreicht hat, da das zum Teil unterzeichnete Handelsabkommen zwischen den USA und Japan nur einen Teil des bestehenden bilateralen Handels abdeckt.
Seit ihrem ersten Statement, dass sich die japanische Wirtschaft danke einer soliden Nachfrage aus dem Inland mit moderater Geschwindigkeit erholt, dürfte die Regierung wohl ihre Einstellung ändern, da die Umsatzsteuererhöhung von 8% auf 10%, die am 1. Oktober implementiert wurde, den privaten Konsum Japans mindern und somit die Prognosen verschlechtern dürfte. Der Coincident Index, der eine Bewertung des Zustands der Wirtschaft durch die Berechnung der Daten zu Industrieproduktion, Einzelhandelsumsatz und Beschäftigung darstellt, fiel im August auf 99,3 (vorher: 99,7), das ist das Tief vom August 2019. In diesem Kontext sollte das am 14. November veröffentlichte japanische BIP für das 3. Quartal im Quartalsvergleich eine Verlangsamung gegenüber dem 2. Quartal um 0,30% zeigen, was den Weg auf einen Anstieg der Regierungsausgaben und eine Lockerung der BoJ-Politik bis zum Jahresende freimachen würde, da wir eine mögliche technische Rezession sehen könnten. Weitere Verhandlungen zum Handel zwischen der USA und Japan dürften anhalten, da das bestehende Abkommen sich vor allem auf den Export von US-Rindern und -Schweinen nach Japan bezieht und wichtige Themen wie japanische Fahrzeuge, Flugzeuge oder Halbleiter nicht berücksichtigt.