Die beste KI-Aktie im März (+46% in 3 Wochen)
Sämtliche der wichtigen Anlageklassen konnten seit Jahresbeginn bis zum Börsenschluss am Freitag Kursgewinne verbuchen. Doch wie so oft gilt: An einem Wochenende kann sich das Umfeld spürbar verändern.
Der anhaltende Militärschlag der USA und Israels gegen den Iran dürfte sich über Tage, möglicherweise sogar Wochen hinziehen. Wie sich diese Entwicklung über die unmittelbare Zukunft hinaus auf die Märkte auswirkt, lässt sich derzeit nicht verlässlich abschätzen. Klar ist jedoch, dass die zuvor vorherrschende Zuversicht, die in einigen Segmenten bereits Ermüdungserscheinungen zeigte, zunehmend unter Druck geraten könnte und damit zum indirekten Opfer des Nahostkonflikts würde.
Ausländische Aktien und Rohstoffe führten per Börsenschluss am Freitag, dem 27. Februar, auf Basis der Wertentwicklung ausgewählter repräsentativer ETFs die Rangliste im Jahr 2026 an. Doch die Annahmen, die noch in der vergangenen Woche als belastbar galten, wirken inzwischen überraschend weit entfernt.

Die zentrale Frage lautet nun: Wie widerstandsfähig ist die Weltwirtschaft? Die kurze Antwort: Je länger der Krieg andauert, desto größer wird das Risiko wirtschaftlicher Rückschläge. Derzeit deutet wenig auf ein rasches Ende der Kampfhandlungen hin. Im Gegenteil, der Konflikt im Nahen Osten weitet sich aus, einschließlich des iranischen Angriffs auf die Ölinfrastruktur in Saudi-Arabien.
„Der Angriff auf die Raffinerie Ras Tanura in Saudi-Arabien stellt eine erhebliche Eskalation dar, da die Energieinfrastruktur am Golf nun direkt im Visier des Iran steht“, erklärte Torbjorn Soltvedt, Analyst beim Risikoinformationsunternehmen Verisk Maplecroft. „Es steht eine längere Phase der Unsicherheit bevor, da der Iran versuchen wird, hohe wirtschaftliche Kosten zu verursachen, indem er Tanker, regionale Energieinfrastruktur, Handelsrouten und Sicherheitspartner der USA ins Visier nimmt.“
Die möglichen wirtschaftlichen Folgen sind erheblich. Sollte der Konflikt anhalten und das Ölpreisniveau hoch bleiben, könnten die Belastungen für die Weltwirtschaft spürbar zunehmen. Nach einer Analyse des Datenunternehmens Kpler liefen im Jahr 2025 rund 31 % des weltweiten Ölseetransports durch die Straße von Hormus. Aufgrund der strategischen Lage des Iran gelten diese Routen als besonders verwundbar, da Teheran in der Lage wäre, den Schiffsverkehr durch diese Wasserstraße erheblich zu stören oder sogar zum Erliegen zu bringen.
„Die Auswirkungen dieses Konflikts auf die Weltwirtschaft hängen maßgeblich von der Öl- und Gaslogistik über die Straße von Hormus ab“, sagte Norbert Rücker, Head of Economics bei Julius Bär. „Das kritischste Szenario ist dabei weniger eine formelle Schließung, sondern vielmehr eine ernsthafte Beschädigung der zentralen Öl- und Gasinfrastruktur der Region.“
Auch Kpler warnt: „Jede nennenswerte Schließung - oder selbst eine faktische Blockade infolge eines Rückzugs von Versicherern - würde zeitgleich Versorgungsschocks in mehreren Rohstoffklassen auslösen.“
Wie lange der Konflikt andauern wird, ist offen. Am Sonntag erklärte Präsident Trump jedoch, die Militäroperation könne „vier Wochen oder weniger dauern“.
Vor diesem Hintergrund überrascht es kaum, dass die Ölpreise deutlich anziehen. Der internationale Referenzpreis Brent notierte am Morgen bei knapp 78 USD je Barrel und damit auf dem höchsten Stand seit mehr als einem Jahr.

Das erklärte Ziel der Trump-Regierung, einen Regimewechsel im Iran herbeizuführen, deutet auf einen potenziell langwierigen Konflikt hin. „Ich rufe alle iranischen Patrioten, die sich nach Freiheit sehnen, dazu auf, diesen Moment zu nutzen ... und ihr Land zurückzuerobern“, erklärte Trump am Sonntag.
Ein solcher Machtwechsel dürfte jedoch alles andere als einfach werden. Zwar kam der oberste Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, am Samstag bei Luftangriffen ums Leben, doch die paramilitärische Revolutionsgarde bleibt ein zentraler Machtfaktor. Nach einer Reihe früherer Angriffe durch die USA und Israel gilt sie als auf einen länger andauernden Konflikt vorbereitet. Luftschläge allein dürften kaum ausreichen, um die Garde zu entmachten. Sie stellt die dominierende Militärmacht des Landes dar und kontrolliert umfangreiche wirtschaftliche Interessen, mit denen sie ihre Operationen finanziert.
„Letztlich wird es, sobald die Angriffe der USA und Israels enden, am iranischen Volk liegen, ob ein Ende des Regimes möglich ist - etwa wenn sich einfache Soldaten zurückziehen oder sich der Opposition anschließen“, sagte Jonathan Panikoff, ehemaliger US-Geheimdienstmitarbeiter und heute beim Think Tank Atlantic Council in Washington tätig. „Andernfalls werden die verbliebenen Kräfte des Regimes, die über Waffen verfügen, diese voraussichtlich einsetzen, um ihre Macht zu sichern.“

Ein Regimewechsel im Iran gilt nach aktuellen Wettdaten von Polymarket derzeit als eher unwahrscheinlich, mit einer impliziten Wahrscheinlichkeit von 42 %. Das spricht gegen ein rasches Ende des Konflikts, solange keine der beiden Seiten zu Zugeständnissen bereit ist.
Mit einem längeren Zeithorizont verschiebt sich jedoch die Perspektive, so Sanam Vakil, Direktor des Programms für den Nahen Osten und Nordafrika bei Chatham House in London. „Die Islamische Republik, wie wir sie kennen, wird diese Entwicklung nicht überleben“, prognostiziert er.
Sollte es tatsächlich dazu kommen, stellt sich die entscheidende Frage: Was folgt auf das bestehende Regime - und führt dieser Wandel zu Stabilität oder zu weiterem Chaos im Iran und darüber hinaus im gesamten Nahen Osten?

