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Der Dezember 2024 war das vorletzte Mal, dass ein stimmberechtigtes Mitglied des FOMC eine Entscheidung der Fed nicht mitgetragen hat. Damals stimmte Jefferey Schmid als Einziger gegen eine Zinssenkung. Gestern gab es erneut Dissens: Während die Mehrheit für die Beibehaltung des Leitzinses von 4,25 bis 4,50 % votierte, sprachen sich Michelle Bowman und Christopher Wallace für eine Senkung aus.
Es war das erste Mal seit 1993, dass gleich zwei Mitglieder gegen die Entscheidung stimmten (siehe unten). Diese beiden Gegenstimmen deuten darauf hin, dass sich etwas bewegt – die Argumente gegen eine Zinssenkung verlieren offenbar an Gewicht.
Die Fed änderte in ihrer Erklärung im Vergleich zu vor sechs Wochen zwei Punkte:
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Ersetzt wurde: „Die Wirtschaftstätigkeit hat sich weiterhin in einem soliden Tempo ausgeweitet“ – durch „Das Wachstum der Wirtschaftstätigkeit hat sich in der ersten Jahreshälfte abgeschwächt“.
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Entfernt wurde: „vermindert“ aus dem Satz „Ungewissheit über Wirtschaftsaussichten hat abgenommen, bleibt aber auf einem erhöhten Niveau“.
Aus unserer Sicht sprechen diese Anpassungen und die Gegenstimmen für eine etwas lockerere Haltung der Fed. Die Reaktion an den Märkten deutet allerdings darauf hin, dass die Investoren diese Einschätzung noch nicht teilen. Nachfolgend einige Zitate und Kommentare aus Powells Pressekonferenz.

Wenn Powell redet, hören die Anleger zu
Die folgenden Punkte stammen aus der Pressekonferenz von Jerome Powell nach dem FOMC-Meeting:
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Zur aktuellen Geldpolitik: Die Wirtschaft verhalte sich nicht so, als wäre die Politik restriktiv. Aus Powells Sicht ist die derzeitige Ausrichtung daher „angemessen“. Gleichzeitig räumt er ein, dass „Abwärtsrisiken für den Arbeitsmarkt durchaus erkennbar sind.“
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Zum Arbeitsmarkt: Das Beschäftigungswachstum verläuft schleppend – auch, weil die Erwerbsbevölkerung durch die Einwanderungspolitik schrumpft. Powell spricht deshalb von einem „ausgeglichenen“ Arbeitsmarkt.
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Zur Zinssenkung im September: „Wir haben keine Entscheidungen über die Sitzung im September getroffen.“ – eine klare Absage an voreilige Erwartungen.
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Zu den Abweichlern: Die Gegenstimmen von Bowman und Wallace lösten laut Powell eine „interessante geldpolitische Diskussion“ innerhalb des FOMC aus.
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Zu den Zöllen: Powell hält es für zu früh, die Auswirkungen auf die Inflation genau einzuschätzen. Er geht davon aus, dass der Prozess langsamer verläuft, als ursprünglich gedacht, und spricht weiterhin von „einmaligen Preiseffekten“. Sein Credo: „Wir werden dafür sorgen, dass sie nicht zu einer ernsthaften Inflation führen.“
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Services vs. Waren: Die Preisentwicklung bei Dienstleistungen gleicht laut Powell einen Teil der zollbedingten Preissteigerungen bei Waren aus.
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„Look-through“-Strategie: Interessant war Powells Bemerkung, dass die Fed „temporäre, schockbedingte Preiserhöhungen tolerieren kann, indem sie die Zinsen nicht erhöht“. Seine Begründung: „Eine ziemlich vernünftige Grundannahme ist, dass es sich um einen einmaligen Preisanstieg handelt.“
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Marktreaktion: Am Fed Funds Futures-Markt fiel die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im September von 68 % auf 47 %. Mit anderen Worten: Die Marktteilnehmer interpretierten Powells Aussagen und die FOMC-Erklärung insgesamt als leicht hawkisch.
