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Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1227 (07.58 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1187 im nordamerikanischen Handel markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 101.60. In der Folge notiert EUR-JPY bei 114.08. EUR-CHF oszilliert bei 1.0906.
Die Vereinigung Erdöl exportierender Länder, das so genannte OPEC Kartell, hat auf seiner Sitzung in Algerien mit einer Nachricht für Aufsehen gesorgt. Die Produktionsmenge soll nicht nur eingefroren werden, sondern reduziert werden. Zwar ist die angepeilte Reduzierung überschaubar, aber der mediale Effekt ist nicht zu unterschätzen, besonders da die beiden Regionalmächte Iran und Saudi-Arabien offene Feinde sind. Der Ölpreisverfall hat aber auch im reichen Königreich Saudi-Arabien zuletzt Spuren hinterlassen. So wurden die Ministergehälter kurzerhand um 20 Prozent gekürzt. Iran benötigt dringend Devisen, um die Industrie wieder international wettbewerbsfähig zu machen. Der spannendste Effekt der Nachricht war allerdings, dass erst auf dem nächsten Treffen festgelegt wird, welche Länder die niedrigeren Quoten umsetzen sollen. Skepsis ist angebracht, denn der Zwist innerhalb der OPEC ist immer für ein Auseinanderdriften der Parteien gut, oder zumindest für einen verzögerten zeitlichen Ablauf. Und dann sind da noch die Nordamerikaner, deren Fracking- und Shalegas Industrie auf dem jetzigen Level um 45 USD je Barrel nicht wettbewerbsfähig ist, da die Förderkosten zu hoch liegen. Bei Preisen oberhalb von 60 USD je Barrel kommen diese Anbieter zurück in den Markt. Eben dieses Szenario hat dafür gesorgt, dass der Markt Skepsis zeigt und erst einmal Fakten sehen möchte, bevor es Preissteigerungen gibt. Die 50 USD-Marke bleibt vorerst weiterhin eine hohe Preishürde.
Warum springt der Ölpreis nicht an? Es ist immerhin die erste Fördermengenbeschränkung seit 8 Jahren.
Zum einen sind es Wachstumssorgen, die global Raum greifen. Die USA können nicht überzeugen, auch die letzte Version des zweiten Quartals sollte ein bescheidenes BIP-Wachstum von 1,4 Prozent bringen, was umgerechnet nur 0,35 Prozent pro Quartal entspricht. Die letzten Einlassungen verschiedener Notenbank Gouverneure lassen nicht gerade erwarten, dass eine hohe Dringlichkeit zum Jahresende für eine Zinserhöhung gesehen wird.
Und dann ist da noch die US-Wahl am 08. November, die für die Marktanalysten quasi eine black-box ist, da niemand valide sagen kann wie bei einem möglichen Trump-Sieg der Markt reagieren wird.
Europa wirkt politisch fragil. Die Emerging Markets sind medial nicht wohl gelitten. Die Hanjin-Pleite zeigt wie verfahren die globalen Warenströme sind. Effekte aus dem Seidenstraßenprojekt sickern langsam in die Rohstoffmärkte…
Kurzum: Trotz gigantischem Input (Zinslandschaft, OE, Staatsdefizite) bleiben Sorgen um die Weltkonjunktur groß. Risiken überwiegen aktuell. Ein Anspringen der Ölpreise wird erst in dem Moment wahrscheinlich wo wieder Wachstumsphantasien in den Vordergrund rücken.
Aus den USA erreichte uns nur ein relevanter Datensatz:
Die chronisch volatilen US-Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter fielen mit einem unveränderten Wert unerwartet robust aus. Man rechnete mit einem deutlichen Rücksetzer von -1,4 Prozent im Monatsvergleich. Wein im Wasser war allerdings die Revision des Vormonats um 0,8 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent. Die Nachfrage für Investitionsgüter war den dritten Monat in Folge positiv.
Die heute zur Veröffentlichung anstehenden Daten bringen kaum Überraschungspotenzial. Dabei liegt der Fokus am stärksten auf den Daten aus der Eurozone.
Aktuell ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten des Unterstützungsniveaus bei 1.0950 – 1.0970 dreht den Bias.
Viel Erfolg!
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