In New York haben die Hundstage begonnen und dauern nun genau einen Monat lang. Das bedeutet eigentlich eine besonders heiße Phase des Sommers. Dementsprechend gelassen reagierten die Investoren in der vergangenen Woche auf die Parlamentswahl in Großbritannien, woraufhin das britische Pfund zwar kurzfristig um gut 2 Prozent verlor, allerdings hielten sich die Verluste im Vergleich zum Brexit-Schock im vergangenen Jahr dann doch in Grenzen.
Wenn wir etwas in den letzten zwölf Monaten gelernt haben, dann, dass Wahlumfragen erschreckend ungenau sein können. Das haben wir beim Brexit, den US-Wahlen und jetzt auch bei den britischen Parlamentswahlen gesehen. Die von Theresa May zu Anfang als strategisch kluger Schachzug interpretierten Neuwahlen wurden zum Albtraum für die Konservativen und dem britischen Pfund.
Ob die neue britische Regierung unter Premierministerin Theresa May sehr lange Bestand haben wird, ist mehr als fraglich. Eines ist aber klar: die Verhandlungsposition Großbritanniens für den Brexit wurde durch das Desaster in der vergangenen Woche geschwächt. Zudem ist das Wahlergebnis auch ein klares Nein zum harten Brexit, also einem schmutzigen Ausstieg aus der Europäischen Union, weshalb die Verluste des britischen Pfunds vorerst begrenzt ausfallen dürften, solange es keine Hinweise gibt, wie die weitere Brexit-Strategie aussehen könnte.
Zuletzt ging 2010 eine Parlamentswahl in Großbritannien ohne klare Mehrheitsverhältnisse aus. Daraufhin konsolidierte das britische Pfund zunächst seine Verluste für ein paar Tage und ging anschließend erneut auf Tauchstation. Jetzt droht ein ähnliches Szenario und die Inselwährung könnte demnach nach einer Phase der Konsolidierung um weitere 3 Prozent abwerten.
Autor: Malte Kaub
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