Leonardo-Aktie: Jetzt Kauf? Analysten sehen Potenzial
Gold und Bitcoin gelten oft als „Anti-Dollar“ – in den Augen mancher Anleger sogar als potenzielle Alternativen zur US-Währung. Entsprechend wäre zu erwarten, dass beide ähnlich stark von einem Dollar-Abwertungstrend profitieren. Doch in diesem Jahr ist vieles anders gelaufen, als viele Marktteilnehmer vermutet hatten. So hat Gold seit Jahresbeginn mehr als 50 % zugelegt, während Bitcoin mit einem Plus von rund 13 % deutlich hinterherhinkt – und sich damit sogar etwas schwächer entwickelt hat als der S&P 500.
Wie in der untenstehenden Abbildung zu sehen ist, zeigen die Überschussrenditen von Bitcoin (IBIT), Gold (BLD) und dem US-Dollar-Index gegenüber dem S&P 500 in aufeinanderfolgenden Zeiträumen ein unerwartetes Muster. In den vergangenen fünf Handelstagen etwa fiel der Goldpreis um fast 5 %, während Bitcoin um 2 % zulegte. Diese gegenläufige Entwicklung – dass eines der beiden Assets steigt, während das andere nachgibt – hat sich über sieben aufeinanderfolgende Zeiträume mit insgesamt 245 Handelstagen fortgesetzt. In der Grafik ist zudem die relative Performance des USD-Index dargestellt.
Wenn Gold und Bitcoin bei einer echten Dollar-Entwertung tatsächlich als bevorzugte Anlagen gelten – warum verlaufen ihre Kursentwicklungen dann so unterschiedlich? Diese Frage führt uns zu derselben Antwort, die wir zuletzt auch auf die starke Goldrally gegeben haben: Es handelt sich weniger um fundamentale Treiber, sondern in erster Linie um Spekulation.
Das Narrativ einer anhaltenden US-Dollar-Entwertung mag plausibel klingen, weist jedoch erhebliche Schwächen auf – wie wir bereits in unseren früheren Analysen („Entwertung des US-Dollar?“ und „Wachstum der Geldmenge“) gezeigt haben. Aus fundamentaler Sicht halten wir es für sehr wahrscheinlich, dass sich die Preise von Gold und Bitcoin nicht im Gleichklang bewegen, weil kurzfristig orientiertes Kapital zwischen den beiden Assets rotiert – anstatt gleichzeitig in beide zu fließen.
Die beobachtete Divergenz der Renditen legt nahe, dass die außergewöhnliche Performance von Gold in diesem Jahr maßgeblich durch spekulativen Handel getrieben ist. Anleger sollten sich bewusst sein: Wer auf Narrative handelt, bewegt sich auf dünnem Eis – Vorsicht ist geboten.

Überkauft und unterdurchschnittlich
Der Markt markiert erneut Rekordstände – doch die Marktbreite bleibt alles andere als überzeugend. Unsere Analyse zeigt, dass auf absoluter Basis rund drei Viertel der Aktienfaktoren derzeit überkauft sind. Im relativen Vergleich zum S&P 500 präsentieren sich die meisten jedoch als überverkauft. Sollte sich der Aufwärtstrend fortsetzen, dürfte sich die Marktbreite weiter eintrüben – ein Muster, das wir bereits im bisherigen Jahresverlauf beobachten konnten.
Auch aus technischer Perspektive ist Vorsicht angebracht: Zwischen dem S&P 500 und Indikatoren wie dem MACD und RSI bestehen deutliche negative Divergenzen. Das Jahr war insgesamt von einer schmalen Marktbreite und anhaltenden Divergenzen geprägt. Das bedeutet zwar nicht, dass der Aufwärtstrend unmittelbar endet – wohl aber, dass das Risikomanagement weiterhin höchste Aufmerksamkeit erfordert.
Kurz gesagt: Jetzt ist nicht die Zeit, sich auf den bisherigen Erfolgen auszuruhen. Gleichzeitig liefert die aktuelle Marktlage jedoch auch keinen klaren Anlass für eine nennenswerte Reduzierung des Risikos.

