Die Uhr tickt, weil Theresa May nur noch knapp eine Woche Zeit hat, um zu verhindern, dass ihre Regierung auseinanderbricht. So setzte die Queen der britischen Regierungschefin eine Frist von einer Woche und wenn sie bis dahin keine Einigung zu einer Minderheitsregierung mit Unterstützung der nordirischen DUP erreicht hat, könnte sie zum Rücktritt gezwungen werden.
Dies käme einer nationalen Katastrophe gleich und würde die politischen Turbulenzen in Großbritannien verschärfen. Ein Bruch der charttechnischen Unterstützungsmarke von 1,26 gilt dann für viele Marktakteure als ausgemachte Sache.
Trotz aller negativen Schlagzeilen: Theresa May übt sich in Zweckoptimismus. Sie erwartet immer noch, dass man sich bald auf ein Regierungsbündnis mit der nordirisch-konservativen Partei verständigt. Die DUP fordert derweil 2 Milliarden Euro für nordirische Infrastrukturprojekte und für den Gesundheitsdienst in Nordirland. Zudem wurden angeblich sogar geheime Gespräche mit Labour und den Liberalen Demokraten geführt, um so den Druck auf May weiter zu erhöhen und die Forderungen zu akzeptieren.
In dieser Woche stehen indes nicht besonders viele Konjunkturdaten aus Großbritannien an, die zu Kursbewegung führen könnten. Haupttreiber für das britische Pfund dürften daher vor allem die Brexit-Verhandlungen, sowie die Abstimmung im Unterhaus und die Regierungsgespräche mit der DUP sein.
Von der Geldpolitik kamen in der vergangenen Woche auch einige Impulse für die Inselwährung. So kamen zuletzt Spekulationen über eine Zinserhöhung noch in diesem Jahr auf, welche Notenbankchef Mark Carney zum Wochenanfang in die Schranken verwies. Kurz darauf widersprach ihm jedoch sein Chefvolkswirt Andrew Haldane, der sich für eine baldige Straffung der geldpolitischen Zügel ausgesprochen hat. Sollte die Geldpolitik zu spät gestrafft werden, könnte das zu einem Risiko für die Bank of England werden, woraufhin eine schnellere Gangart bei Zinserhöhungen erfolgen müsste, sagte er.
Angesichts der Tatsache, dass die Unsicherheit der gesamten britischen Wirtschaft mehr und mehr zu schaffen macht, wird die britische Notenbank aber wohl eher die Füße stillhalten und von einer Zinserhöhung in diesem Jahr absehen.
Autotr: Malte Kaub
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