Sichern Sie sich 40% Rabatt
🚨 Volatile Märkte? Keine Sorge! Wir haben die Perlen für Ihr Portfolio!Jetzt Aktien finden

Kommt eine Bankenkrise?

Veröffentlicht am 03.11.2022, 18:06
Aktualisiert 30.01.2024, 15:27

Die wirtschaftliche Talfahrt, die seit November letzten Jahres anhält, geht auch – oder gerade – nicht spurlos an den Banken vorbei. Gestern hat die Rating-Agentur Moody´s die Wachstumsaussichten für deutsche und italienische Banken von „stabil“ zu „negativ“ herabgesenkt. Die Agentur untermalte zudem nochmal, dass diese Abstufung auch auf die Stabilität des Bankensektors in den umliegenden Ländern, wie Tschechien, Ungarn, Polen und der Slowakei, Auswirkungen haben wird. Britische und österreichische Banken seien weiterhin als stabil eingestuft.

Eine weitere Herabstufung gab es auch für die Schweizer Bank Credit Suisse (SIX:CSGN), die in den letzten Monaten nochmal vermehrt strukturelle Probleme aufwies. Dazu zählt neben schlechten Bilanzen und Finanzierungsskandalen, zum Beispiel Entlassungen auf höchster Management-Ebene inklusive des CEOs, auch die Preisexplosion der Versicherungen gegen einen potenziellen Zahlungsausfall der Bank – sogenannte Credit Default Swaps (CDS). Eine weitere Rating-Agentur, und keine geringere als S&P Global Ratings (Verwalter des S&P 500 Indexes), stufte die Schweizer Bank runter. Nun ist die Credit Suisse gerade einmal eine Stufe über „Müll-Status“ – nicht sehr ansprechend. Auch das umfangreiche Programm der Bank neues Kapital aufzubauen, tausende Stellen zu kürzen und mehr auf die Vermögensverwaltung zu setzen als auf Investment-Banking, reichte nicht aus, um S&P zu überzeugen. Das Marktumfeld sei schwierig und die Pläne würden erst in einigen Jahren fruchten, heißt es von der Agentur. Bis dahin bestehen substanzielle Risiken bei der Bank.

Dem Bankensektor geht es anscheinend nicht so gut. Wie bereits in diesem Artikel beschrieben, gibt es auch bei Goldman Sachs (NYSE:GS) Umstellungen, welche aber interessanterweise das Investmentbanking stärken sollen. Banken reagieren also gerade auf das Wirtschaftsumfeld und das ist eine Entwicklung, die zu begrüßen ist. Anders als im Jahre 2008 sind die aktuellen Umstände nicht ausschließlich durch das Handeln der Banken entstanden. Die nach der Weltfinanzkrise im Jahre 2010 umgesetzten Basel III-Regelungen haben die Banken zu nachhaltigerem Wirtschaften gezwungen. Höhere Kapitalanforderungen, die Liquiditätsengpässe und Risikopuffer darstellen, waren ein wesentlicher Faktor, warum Banken nicht mehr so schnell in die Bredouille geraten sind. Zudem haben die Behörden international noch schärfer auf die Banken geschaut. Verschärft haben sich auch die Transparenzstandards, was zu weniger undurchsichtigen Entwicklungen geführt hat.

Anzeige eines Dritten. Hierbei handelt es sich nicht um ein Angebot oder eine Empfehlung von Investing.com. Siehe Offenlegung hier oder Werbung entfernen .

Schützen können sich die Banken aber vor anderen Dingen nicht. Dieses Jahr gab es deutliche Rückgänge in den Bereichen der Fusionen, Übernahmen und Börsengängen. In all diesen Prozessen sind Banken als Vermittler aktiv, und spülen so einen wesentlichen Bestandteil in die eigenen Kassen. In dem aktuell undurchsichtigen Marktgeschehen nehmen sich Unternehmen etwas zurück, was solche strukturellen Entwicklungen angeht. Auch die durch die erhöhten Zinsen entstandenen Beleihungskosten dürften den Banken nicht nur Positives bringen. Zwar steigen die Einnahmen durch die Kreditvergabe, aber die Nachfrage nach Geld kurbeln die aktuellen Konditionen nicht an. Auch die Volatilität an den Finanzmärkten setzt den Banken zu, da diese das Verlustrisiko erhöht. Wenn man die Kapitalflucht von $32 Milliarden aus Hedgefonds betrachtet, so ist auch das Investoren-Sentiment nicht gerade gut.

Insgesamt halten sich die Banken aber gut und schreiben vermehrt schwarze Zahlen. Das heißt zwar nicht, dass es so bleiben muss, aber trotz Corona-Krise und der jetzigen Lage wirkt dieser Sektor relativ stabil, was, wenn man die Finanzgeschichte mal betrachtet, äußerst selten ist. Man muss hier also ganz klar sagen, dass die internationalen Regelungen geholfen haben, die Banken krisenresistenter zu machen. Mit den bis 2023 umzusetzenden Basel IV-Regelungen kann es also (hoffentlich) nur besser werden.

HKCM

Für mehr Analysen, Einblicke und Prognosen klicken Sie hier!

Aktuelle Kommentare

Ja
Danke für den guten Artikel; was neben dem rückläufigen Investmentbanking bei einer Rezession auf die Füße fallen wird ist eben gerade DURCH Basel III die die Risikobewertung der Kreditnehmer und das Risiko durch entsprechende Zinsaufschläge zu bewerten: Ein Beispiel: Ein Mittelstandsunternehmen hat einen KK-Kredit in Höhe von 1 Mio mit einem Zinssatz von 4,5% in 11/21 in den USA……. Durch die Leitzinserhöhung ist der Zinssatz mittlerweile bei 8,5%….. Der Zinsdienst ist somit um 80% gestiegen, was wiederum die Marge mindert….. Wenn nun die Bank eine höhere Ausfallgefährdung sieht, muss sie erstens einen Zinszuschlag berechnen und zweitens eine Gefährdungsrückstellung bilden…… dies kann eine Spirale auslösen…… Bei Realkrediten kommt noch die Nachschusspflicht bei Abwertung von Immobilien oder geschrumpften Depotbeständen…… ich sehe hier eine große Gefährdungswelle…… und sollte nur eine einzige Bank eine Gewinnwarnung aus den Gründen aussprechen, wird das wie eine Lawine wirken
Installieren Sie unsere App
Risikohinweis: Beim Handel mit Finanzinstrumenten und/oder Kryptowährungen bestehen erhebliche Risiken, die zum vollständigen oder teilweisen Verlust Ihres investierten Kapitals führen können. Die Kurse von Kryptowährungen unterliegen extremen Schwankungen und können durch externe Einflüsse wie finanzielle, regulatorische oder politische Ereignisse beeinflusst werden. Durch den Einsatz von Margin-Trading wird das finanzielle Risiko erhöht.
Vor Beginn des Handels mit Finanzinstrumenten und/oder Kryptowährungen ist es wichtig, die damit verbundenen Risiken vollständig zu verstehen. Es wird empfohlen, sich gegebenenfalls von einer unabhängigen und sachkundigen Person oder Institution beraten zu lassen.
Fusion Media weist darauf hin, dass die auf dieser Website bereitgestellten Kurse und Daten möglicherweise nicht in Echtzeit oder vollständig genau sind. Diese Informationen werden nicht unbedingt von Börsen, sondern von Market Makern zur Verfügung gestellt, was bedeutet, dass sie indikativ und nicht für Handelszwecke geeignet sein können. Fusion Media und andere Datenanbieter übernehmen daher keine Verantwortung für Handelsverluste, die durch die Verwendung dieser Daten entstehen können.
Die Nutzung, Speicherung, Vervielfältigung, Anzeige, Änderung, Übertragung oder Verbreitung der auf dieser Website enthaltenen Daten ohne vorherige schriftliche Zustimmung von Fusion Media und/oder des Datenproviders ist untersagt. Alle Rechte am geistigen Eigentum liegen bei den Anbietern und/oder der Börse, die die Daten auf dieser Website bereitstellen.
Fusion Media kann von Werbetreibenden auf der Website aufgrund Ihrer Interaktion mit Anzeigen oder Werbetreibenden vergütet werden.
Im Falle von Auslegungsunterschieden zwischen der englischen und der deutschen Version dieser Vereinbarung ist die englische Version maßgeblich.
© 2007-2024 - Fusion Media Limited. Alle Rechte vorbehalten.