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Markiert die nächste Zinserhöhung das Ende des Fed-Zyklus?

Veröffentlicht am 26.01.2023, 06:30
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Die Federal Reserve wird ihre nächste Zinserhöhung voraussichtlich auf einen Viertelprozentpunkt beschränken. Das wäre die kleinste Anhebung seit Beginn des Zinserhöhungszyklus im März 2022. Der Ausblick hat eine Debatte darüber ausgelöst, ob die geldpolitische Straffung der Zentralbank nach der kommenden FOMC-Sitzung am 1. Februar enden wird.

Die Fed Funds Futures gehen derzeit davon aus, dass in der nächsten Woche mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Leitzinsanhebung um 25 Basispunkte stattfinden wird. Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Leitzinserhöhung auf der März-Sitzung liegt bei über 80 %. Doch die aus den impliziten Wahrscheinlichkeiten resultierende Gewissheit ist zum jetzigen Zeitpunkt eine Illusion, vor allem weil mehrere wichtige Wirtschaftsindikatoren - je nachdem, wie sie ausfallen - wahrscheinlich einen langen Schatten auf die nächste Phase der Geldpolitik werfen werden.

Die Schlüsselvariablen: Inflation und Wirtschaftswachstum, oder ein Mangel daran. In dem Maße, in dem sich die Inflation weiter abschwächt, wie es im Dezember der Fall war, und die Wirtschaftstätigkeit nach unten tendiert, werden die Argumente für eine Beendigung der Zinserhöhungen stärker.

Wie ich bereits gestern erörtert habe, gibt es jedoch derzeit mehrere widersprüchliche Einschätzungen des Rezessionsrisikos in den USA. Zuletzt wurden am Dienstag die PMI-Umfragedaten für Januar veröffentlicht, die eine anhaltende Schrumpfung der US-Geschäftstätigkeit in diesem Monat zeigen.

S&P Global

"Die US-Wirtschaft ist enttäuschend schwach in das Jahr 2023 gestartet, mit einem erneuten drastischen Rückgang der Geschäftsaktivitäten im Januar", kommentiert Chris Williamson, leitender Ökonom bei S&P Global Market Intelligence.

"Obwohl sich der Rückgang im Vergleich zum Dezember verlangsamt hat, ist er einer der stärksten seit der globalen Finanzkrise und spiegelt die sinkende Aktivität sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor wider."

Für das vierte Quartal wird jedoch ein solider BIP-Zuwachs erwartet, der, falls er sich bewahrheitet, die Sorgen über den Konjunkturzyklus minimieren würde. Die anhaltende Widerstandsfähigkeit des Arbeitsmarktes ist ein weiterer Faktor, der die Aussichten auf ein geringes Rezessionsrisiko stützt, obwohl der beschleunigte Abbau von Zeitarbeitskräften ein Warnzeichen dafür sein könnte, dass sich das Blatt wendet.

Das Wall Street Journal berichtet:

"In den letzten fünf Monaten des Jahres 2022 haben die Arbeitgeber 110.800 Zeitarbeiter entlassen, darunter 35.000 im Dezember, der größte monatliche Rückgang seit Anfang 2021. Viele Ökonomen betrachten den Sektor als Frühindikator für künftige Verschiebungen auf dem Arbeitsmarkt."

Aushilfsjobs

Die Herausforderung besteht darin, zu entscheiden, wie die Federal Reserve die Zahlen interpretiert und ob sie davon überzeugt ist, dass sich die Inflation nun auf einem anhaltenden Abwärtspfad befindet und dass sich das Wirtschaftswachstum ausreichend verlangsamt, um den Preisdruck zu mindern.

"Der Markt ist sehr optimistisch, dass die Inflation einfach dahinschmelzen wird", sagt Christopher Waller, ein Mitglied des Direktoriums der Fed. "Wir haben eine andere Auffassung. Die Inflation wird sich nur langsam und mühsam zurückbilden. Deshalb müssen wir die Zinsen länger hoch halten und nicht schon Ende des Jahres mit Zinssenkungen beginnen."

Unterdessen notiert die Rendite der zweijährigen Treasury - die als wichtiger Indikator für die Zinserwartungen gilt - weiterhin unter der Zielrate der Fed, was darauf hindeutet, dass der Zinszyklus seinen Höhepunkt erreicht hat bzw. kurz davor steht.Zweijährige US-Rendite vs. Fed Funds Rate

Ein weiterer Hinweis auf ein baldiges Ende der Zinserhöhungen ist ein einfaches Modell, das die Entwicklung des Leitzinses mit der Arbeitslosigkeit und der Verbraucherinflation vergleicht. Im nachstehenden Schaubild liegt der aktuelle Leitzins nahe an einer Schätzung des optimalen Zinssatzes (rote Regressionslinie), wenn man die jüngsten Inflations- und Arbeitslosenzahlen (blauer Punkt) berücksichtigt. Mit anderen Worten: Die Fed-Politik liegt weiterhin in einem Bereich, der auf Bedingungen hindeutet, die ein Ende der Zinserhöhungen nahelegen. (Der Punkt vom März 2022 stellt die Bedingungen dar, als die Fed erstmals in diesem Zyklus mit Zinserhöhungen begann).

Fed Funds vs. Arbeitslosenquote und Verbraucherinflationsrate

So viel ist klar: Im derzeitigen Umfeld mit stark widersprüchlichen Konjunkturdaten ist die Unsicherheit über die Pläne der Fed groß. Die drängende Frage ist, ob das Rezessionsrisiko in den USA wirklich hoch oder niedrig ist. Die Debatte ist noch nicht zu Ende, aber eine klarere und vielleicht entscheidende Antwort könnte sich ergeben, wenn in den kommenden Tagen und Wochen die harten Daten für Januar eintreffen.

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