Leonardo-Aktie: Jetzt Kauf? Analysten sehen Potenzial
Seit Mitte Juli sind die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen von 4,50 % auf 4,00 % gefallen. Dieser Rückgang war nicht nur für Bond-Anleger profitabel – auch viele andere Investoren haben davon profitiert. Auf den ersten Blick wirkt das paradox: Niedrigere Renditen sind schließlich das Ergebnis eines schwächeren Arbeitsmarktes und weiterer Indikatoren, die auf eine konjunkturelle Abkühlung hindeuten. Langsameres Wachstum belastet die Unternehmensgewinne – eigentlich ein schlechtes Umfeld für Aktien. Doch manchmal – wie wir es aktuell erleben – blendet der Markt mögliche Gewinnschwächen aus und lässt sich stärker von technischen Mechanismen treiben. Einige dieser Mechanismen sind:
-
Sicherheiten gewinnen an Wert – Margengeschäfte werden überwiegend mit Staatsanleihen besichert. Steigende Anleihekurse erhöhen den Wert dieser Sicherheiten, sodass größere Vermögenssummen hinterlegt werden können.
-
Passive Neugewichtungen – Viele Portfolios folgen einer festen Aufteilung zwischen Aktien und Anleihen und werden halbjährlich angepasst. Wenn Anleihen im Wert steigen, müssen Anleger im Gegenzug oft Anleihen verkaufen und Aktien zukaufen, vor allem wenn diese im Vergleich zurückbleiben.
-
Niedrigere Margenkosten – Sinkende Leitzinsen bedeuten auch günstigere Margenkredite. Das macht den Einsatz von Fremdkapital attraktiver. Besonders stark profitieren davon Aktien mit hoher Short-Quote, deren Handelsdynamik von den Finanzierungskosten abhängt – entsprechend führten diese Titel zuletzt die Rally an, wie auch ein Tweet von Lance verdeutlicht.
Auf längere Sicht könnten die Vorteile niedriger Renditen und der daraus entstehenden Marktmechanismen allerdings nicht ausreichen, um eine schwächere Konjunktur und rückläufige Unternehmensgewinne auszugleichen. Kurzfristig jedoch können genau diese Faktoren dafür sorgen, dass der Markt Risiken ausblendet und Risikoanlagen trotz abkühlender Wirtschaft steigt.

Die Achterbahn der Anträge auf Arbeitslosenunterstützung
Die wöchentlichen Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung gelten als wichtigstes Echtzeitbarometer für den Arbeitsmarkt. So hilfreich diese Daten sind, sollte man einzelne Ausschläge jedoch nicht überbewerten.
In der vergangenen Woche lag die Zahl der Erstanträge bei 265.000, nach 236.000 in der Vorwoche – ein überraschender Sprung auf den höchsten Stand seit Anfang 2022. Die Meldung wirkte alarmierend, doch schon in dieser Woche fiel die Zahl wieder auf 231.000 zurück und damit auf ein Niveau, das dem jüngsten Trend entspricht.
Für den Anstieg vor zwei Wochen gibt es zwei Hauptursachen: Erstens umfasste der Zeitraum das Labor-Day-Wochenende. Feiertage sorgen oft für mehr Volatilität in den Wirtschaftsdaten – das betrifft auch die Arbeitslosenanträge. Zweitens meldete Texas eine Welle betrügerischer Versuche, Ansprüche auf Arbeitslosenunterstützung geltend zu machen.
Axios berichtete dazu: Nur Minuten nach Veröffentlichung erklärten Ökonomen, der Anstieg sei größtenteils auf ungewöhnliche Bewegungen in Texas zurückzuführen – möglicherweise ausgelöst durch Feiertagseffekte oder durch Anträge im Zusammenhang mit einem staatlichen Flutkatastrophenprogramm. Inzwischen hat die Arbeitsbehörde des Bundesstaates jedoch klargestellt, dass die Verzerrung direkt auf betrügerische Anträge zurückging.
Das folgende Schaubild macht deutlich, wie schwankungsanfällig die wöchentlichen Daten sind. Entscheidend ist daher weniger der einzelne Datenpunkt als der längerfristige Trend – und dieser zeigt seit zwei Jahren klar nach oben.

Tweet des Tages

