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Die Porsche AG (F:P911_p) (F:{1194617|P911_p}}) (OTC:POAHY) hat sich wohl den denkbar schlechtesten Zeitpunkt für ihren Börsengang ausgesucht. Die globalen Aktienmärkte sehen sich von Turbulenzen erschüttert, die Inflation galoppiert, die Lieferkettenprobleme halten an, und in wichtigen Märkten droht eine Rezession. In einem zyklischen Geschäft wie der Autobranche - selbst im Luxussegment - schlagen sich diese externen Faktoren in der Regel in niedrigeren Gewinnen und einer niedrigeren Bewertung nieder.
Bislang war jedoch weder das eine noch das andere der Fall für die P911-Aktie, die sich gut behauptet hat und im ersten Handelsmonat um 22 % gegenüber ihrem Ausgabepreis von 82,50 EUR zugelegt hat. Ein wesentlicher Grund für den Optimismus war der erfreuliche Q3-Bericht, der darauf schließen lässt, dass das Unternehmen weiterhin auf einem guten Weg ist.
Doch sowohl der relativ hohe Startpreis (am oberen Ende der ursprünglichen Preisspanne) als auch die seitherige Kursrallye haben die Bewertung von Porsche in schwindelerregende Höhen getrieben. Der Schlusskurs vom Freitag ist gleichbedeutend mit einer Marktkapitalisierung von knapp 100 Mrd. EUR.
Im aktuellen Umfeld dürfte das zu hoch sein. Sobald der Hype um das IPO der Porsche AG nachlässt, bekommen Anleger möglicherweise eine attraktive langfristige Investmentstory zu einem deutlich niedrigeren Preis.
Quelle: Investing.com
Der Kern der pessimistischen These für Porsche basiert auf der Tatsache, dass Neuwagenkäufe in einem Konjunkturabschwung drastisch zurückgehen. Dieses Risiko wird derzeit im Kurs der F911-Aktie offenbar nicht berücksichtigt.
Die Marktkapitalisierung der Porsche AG liegt inzwischen immerhin bei 100 Mrd. EUR. Ausgehend von den bisherigen Jahresergebnissen, einschließlich eines operativen Gewinns von 5,05 Mrd. EUR, sollte der Nettogewinn in diesem Jahr bei rund 5 Mrd. EUR liegen, was einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 20 entspricht.
Auf den ersten Blick mag dies nicht besonders hoch erscheinen. Es besteht jedoch die Gefahr, dass externe Faktoren die beeindruckende Wachstumsbilanz des Unternehmens aushöhlen. So ist China mit einem Anteil von 32 % an den Gesamtauslieferungen im Jahr 2021 zum größten Markt des Autobauers aufgestiegen. Die Wirtschaftstätigkeit in diesem Land ist im Oktober geschrumpft, und nach Jahrzehnten des rasanten Wirtschaftswachstums befürchten viele Ökonomen eine "harte Landung".
Insgesamt 29 % der Auslieferungen gehen nach Europa: Die Herausforderungen auf dem alten Kontinent sind hinlänglich bekannt und reichen von der Inflationswelle bis zum russischen Einmarsch in der Ukraine. Auf die USA entfallen 26 Prozent; der schwache Euro hilft Porsche in diesem Absatzmarkt etwas, allerdings nehmen die Rezessionsängste angesichts der aggressiven Zinsstrategie der Federal Reserve zu.
Der Jahresgewinn 2022 könnte daher ein mittelfristiges Hoch markieren. Das 20-fache des Gewinns auf dem Höhepunkt zu zahlen, ist immer gefährlich, selbst für ein so attraktives Unternehmen wie Porsche.
Fairerweise muss man sagen, dass die Performance von Porsche im Jahr 2022 nicht dem Potenzial des Unternehmens entspricht. Schon jetzt hat sich das konjunkturelle Umfeld eingetrübt, so dass sich das Unternehmen mit zahlreichen Herausforderungen auseinandersetzen muss.
Vor allem die Lieferkette von Porsche ist, wie bei fast allen anderen Automobilherstellern auch, nach wie vor gestört. Laut dem Emissionsprospekt konnte das Unternehmen die Bestellungen für den Taycan EV aufgrund von Halbleiterknappheit nicht erfüllen. Die Wartezeiten zwischen Bestellung und Lieferung haben sich stark verlängert.
Darüber hinaus sieht sich Porsche auch mit inflationären Herausforderungen konfrontiert, insbesondere im Hinblick auf die Energiekosten in seinen europäischen Werken. Aber selbst wenn sich das makroökonomische Umfeld weiter verschlechtern sollte, sollten sich zumindest die Lieferketten und (hoffentlich) die Energiepreise normalisieren.
Porsche selbst geht offenbar nicht davon aus, dass das derzeitige Umfeld so schwierig ist, jedenfalls was die Kosten anbelangt. Das Unternehmen erwartet in diesem Jahr eine operative Gewinnmarge von 17 % bis 18 %, mittelfristig werden 17 % bis 19 % angestrebt. Die Margen vor der Pandemie (die in den Geschäftsberichten der Volkswagen AG (ETR:VOWG) (ETR:VOWG_p) (OTC:VWAGY), der Mehrheitseigentümerin von Porsche, zu finden sind) lagen in etwa in der gleichen Bandbreite.
Die Kosten sind auf jeden Fall gestiegen. Zumindest bisher konnte Porsche den größten Teil dieser Steigerung an seine Kunden weitergeben.
Aber noch einmal: Es besteht die Gefahr, dass der positive Trend umschlägt. Keiner weiß das besser als Porsche, das während der Finanzkrise 2008/09 eine schwere Zeit durchmachte. Die Verschuldung durch die gescheiterte Übernahme von Volkswagen spielte zwar eine Rolle, Porsche steckte aber auch sonst in echten Schwierigkeiten. Deshalb verkaufte das Unternehmen schließlich 49,9 % an Volkswagen für nur 3,9 Milliarden Euro. Das entsprach einer Bewertung von weniger als 8 Mrd. Euro für das gesamte Unternehmen. Die aktuelle Marktkapitalisierung von Porsche ist mit 100 Mrd. EUR mehr als 12-mal so hoch.
Langfristig ist die Aktie der Porsche AG aber nach wie vor attraktiv - vorausgesetzt, der Preis stimmt. Das Unternehmen ist im Bereich der Elektrofahrzeuge führend: Bis 2025 sollen 50 % der Auslieferungen auf E-Fahrzeuge entfallen. Vor allem die großen amerikanischen Hersteller bleiben in dieser Kategorie weit hinter Porsche zurück.
Der Luxus-Appeal der Marke lässt vermuten, dass es Porsche gelingen könnte, makroökonomische Schwierigkeiten besser als die meisten anderen zu meistern. Seine Kunden sind von Rezessionen und (insbesondere) von der Inflation weniger stark betroffen. Mit der Zeit sollten die Gewinne von Porsche anziehen, und dann erscheint die aktuelle Bewertung nicht mehr ganz so gewagt.
Bis dahin lassen sich die Risiken aber keinesfalls ignorieren. Und es ist wichtig, sich daran zu erinnern, worum es bei diesem Börsengang ging: um das erstmalige Angebot eines kleinen Teils eines bekannten Unternehmens. Diese Konstellation lädt zum Kauf ein - vor allem, wenn man bedenkt, dass Berichten zufolge fast die Hälfte der interessierten Anleger keine Aktien zugeteilt bekamen .
Früher oder später wird der Markt aber auch Porsche wie einen zyklischen Wert behandeln. Das ist der Zeitpunkt, an dem langfristige Investoren anfangen sollten, sich ausführlicher mit dieser Aktie zu beschäftigen.
Offenlegung: Vince Martin ist derzeit in keinen der hier besprochenen Aktien investiert.
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