Leonardo-Aktie: Jetzt Kauf? Analysten sehen Potenzial
Wir heben unser Jahresendziel für den S&P 500 erneut auf 7.000 Punkte an. Zu Jahresbeginn lag unsere Prognose bereits auf diesem Niveau, wurde jedoch Anfang des Jahres im Zuge der Zollturbulenzen rund um Trump vorübergehend nach unten angepasst. Im Frühjahr haben wir das Ziel wieder angehoben, nachdem wir zu der Einschätzung gelangt waren, dass das Zollthema bis Ende des Sommers keinen nennenswerten Einfluss mehr auf den Aktienmarkt haben würde. Wir gehen davon aus, dass die robuste Konjunktur die Ergebnisse des S&P 500 weiterhin stützen wird – soweit läuft alles nach Plan.
Wir sehen die V-förmige Erholung der Aktienmärkte seit dem 9. April als Ausdruck der wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit, die das Risiko einer Rezession verringert hat. Der Markt bewegt sich nun in einem langsamen Aufstieg in Richtung eines möglichen Melt Ups. Diese Entwicklung führen wir auf die Zinssenkung der US-Notenbank am 17. September sowie auf die Erwartungen für eine oder mehrere Zinssenkungen vor Jahresende zurück.
Wie angekündigt, erhöhen wir die Wahrscheinlichkeit eines Melt Ups von 25 % auf 30 % und senken gleichzeitig unsere Basisannahme für einen anhaltenden Bullenmarkt (also ohne Korrektur) von 55 % auf 50 %. Die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur (oder eines stärkeren Rückgangs) bleibt mit 20 % unverändert.
Als sich 1999 die Technologieblase an den Märkten aufblähte, war das öffentliche Gespräch über eine Blase nach unserer Erinnerung deutlich verhaltener als heute. Aus einer contrarian Perspektive ist es daher durchaus beruhigend, dass wir derzeit eine Art „Blase der Blasenängste“ erleben. Der Google-Suchindex für „AI Bubble“ / KI-Blase stieg von Null Mitte September auf 100 am 2. Oktober.
In den kommenden Wochen rechnen wir mit einer weiteren, über den Erwartungen liegenden Gewinnsaison für das dritte Quartal, die die Aktienmarktrallye auf neue Rekordstände treiben dürfte. Branchenanalysten erwarten derzeit einen Gewinnanstieg von 6,4 % gegenüber dem Vorjahr (Grafik). Wir rechnen hingegen mit einem Plus von 10,7 %. Wir gehen davon aus, dass die großen Banken die Berichtssaison Mitte Oktober mit positiven Überraschungen eröffnen werden – und erwarten auch bei den KI- und Cloud-Unternehmen keine Enttäuschungen.

Der Gewinn je Aktie des S&P 500 erreichte in der Woche vom 2. Oktober ein neues Rekordhoch (Grafik). Auf Basis des Schlusskurses vom Freitag ergibt sich daraus ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 22,7. (Die jüngsten Rückgänge bei den Gewinnschätzungen für 2025 und 2026 spiegeln in erster Linie Anpassungen in der Zusammensetzung der S&P-500-Konstituenten wider.)

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Die aktuelle Blase bei Technologiewerten ist deutlich weniger ausgeprägt als jene im Jahr 1999 (Grafik). Der Anteil der Sektoren Informationstechnologie und Kommunikationsdienstleistungen an der Marktkapitalisierung des S&P 500 liegt derzeit bei rekordverdächtigen 44,9 % – zugleich entfallen 37,4 % der erwarteten zukünftigen Gewinne des Index auf diese beiden Bereiche. Zum Höhepunkt der Technologieblase 1999–2000 erreichten ihre kombinierten Anteile an Marktkapitalisierung und prognostizierten Erträgen 40,7 % bzw. 23,8 %.

Da derzeit nur begrenzt Regierungsdaten zur realen Wirtschaftstätigkeit vorliegen, messen wir den Forward Earnings des S&P 500 als Wirtschaftsindikator ein noch höheres Gewicht bei (Grafik). Im September erreichten sie ein neues Rekordhoch und verzeichneten im Jahresvergleich einen soliden Anstieg von 9,8 %.

