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Reagiert die Fed damit auf den anhaltenden Druck von Präsident Trump, die Zinsen endlich zu senken?
Vielleicht geht es der Notenbank aber auch eher um die Sorge, dass sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt und die Erwartungen, die Zölle könnten die Inflation nach oben treiben, in den Hintergrund treten. Wahrscheinlich ist es sogar eine Mischung aus all diesen Faktoren.
Unabhängig davon sind die Märkte fest davon überzeugt, dass die Fed auf ihrer Sitzung am 17. September den Leitzins senken wird.
Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen fiel am Mittwoch (27. August) deutlich und erreichte mit 3,62 % den niedrigsten Stand seit Mai. Noch entscheidender: Sie liegt damit fast einen Prozentpunkt unter dem mittleren Fed-Funds-Zielsatz von 4,33 % – der tiefste Wert seit Oktober vergangenen Jahres. Diese Differenz ist ein deutliches Signal dafür, dass die Märkte mit einer Zinssenkung rechnen.

Ein einfaches Modell, das Arbeitslosigkeit und Inflation der Verbraucher mit dem Leitzins der Fed verknüpft, zeigt: Es gibt durchaus Argumente für eine Lockerung der Geldpolitik – zumal das Zinsniveau nach diesem Maßstab weiterhin eher straff wirkt.

Die Herausforderung für die Fed liegt darin, dass die Gefahr höherer Zölle und damit steigender Inflation nicht völlig vom Tisch ist – zumindest noch nicht. Doch wie Fed-Chef Powell vergangene Woche betonte, scheint das nachlassende Wirtschaftswachstum aktuell die größere Bedrohung zu sein: „Die Verschiebung der Risiken könnte eine Anpassung unserer geldpolitischen Haltung erforderlich machen … Die Stabilität der Arbeitslosenquote und anderer Arbeitsmarktindikatoren erlaubt es uns, vorsichtig zu agieren, wenn wir eine Änderung unseres Kurses in Betracht ziehen.“
Die Fed Funds Futures sehen derzeit eine 87%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung bei der FOMC-Sitzung am 17. September.
Das Risiko: Sollte sich die Inflation beschleunigen, könnte eine Zinssenkung zum falschen Zeitpunkt kommen. Ein Warnsignal ist bereits sichtbar – die Kernrate des Verbraucherpreisindex stieg im Juli um 3,1 % gegenüber dem Vorjahr, so stark wie zuletzt im Februar. Sollte dies der Beginn eines stärkeren Preisdrucks sein, würde eine Lockerung der Geldpolitik den Boden für einen gravierenden Fehler bereiten.

Es mehren sich allerdings die Anzeichen für eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums. Die Atlanta Fed erwartet in ihrer Prognose für das dritte Quartal ein Plus von 2,2 % beim BIP, nach 3,0 % im zweiten Quartal.
Damit steht die Fed vor einem echten Dilemma: Mit ihren geldpolitischen Instrumenten kann sie nicht gleichzeitig einer Wachstumsverlangsamung und einer steigenden Inflation – also Stagflation – entgegenwirken. Die Hoffnung ist, dass sich eines dieser Risiken als Fehlsignal oder zumindest als weniger gravierend herausstellt.
Doch Hoffnung ist kaum eine solide Grundlage für eine wirksame Zentralbankpolitik – momentan scheint sie jedoch die einzige Option zu sein.
