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Steigende Inflation und Haushaltskürzungen – können die Briten das Ruder rumreißen?

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Steigende Inflation und Haushaltskürzungen – können die Briten das Ruder rumreißen?
Von Darrell Delamaide/Investing.com   |  24.11.2022 05:19
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  • Kritiker bemängeln, dass der neue Haushalt nicht auf langfristiges Wachstum ausgerichtet ist
  • Die USA sind vor dem Thanksgiving-Feiertag ruhig, hier rechnen die Anleger mit künftig geringeren Zinserhöhungen
  • EZB-Politiker zeigen wenig Begeisterung für eine weitere Jumbo-Zinserhöhung

Der neue britische Finanzminister Jeremy Hunt hat letzte Woche seine mit Spannung erwartete Herbsterklärung zum Haushalt abgegeben und dabei Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen in Höhe von 55 Mrd. GBP angekündigt, und das, wo sich das Vereinigte Königreichs bereits inmitten einer Rezession befindet.

Es war ein Versuch, den Schaden durch Pläne seines Vorgängers für ungedeckte Steuersenkungen in Höhe von 45 Mrd. GBP rückgängig zu machen, den die Anleger im September mit dem Verkauf von britischen Staatsanleihen (Gilts) und dem Pfund Sterling abstraften.

Die Bemühungen von Hunt haben sich irgendwie positiv ausgewirkt. Das Pfund ist in Erwartung eines strafferen Haushalts auf etwa 1,19 USD gestiegen, nachdem es im September einen Tiefstand von 1,03 USD erreicht hatte. Die Rendite der 10-jährigen-Staatsanleihe ist auf unter 3,15 % gesunken, nachdem sie im September noch über 4,5 % notierte.

Michael Saunders, ein ehemaliger Ökonom der Citigroup (NYSE:C), der bis August ein externes Mitglied des geldpolitischen Ausschusses der Bank of England war, identifizierte jedoch schnell das Problem in Hunts Plan.

"Ich war der Meinung, dass in der Herbsterklärung eine riesige Lücke klaffte, wo eine langfristige Wachstumsstrategie hingehört hätte", erklärte Saunders diese Woche gegenüber CNBC.

Der Experte erklärt weiter, dass die Regierung kurzfristig kaum eine andere Wahl hatte, da das Produktionspotenzial der Wirtschaft durch eine Kombination von Faktoren, nicht zuletzt durch den Brexit, dauerhaft geschwächt wurde.

"Die Lage ist unter anderem deshalb so schlecht, weil das Wachstumspotenzial derzeit schwach ist und voraussichtlich auch bleiben wird", sagte Saunders.

"Aus diesem Grund ist der geldpolitische Ausschuss der Ansicht, dass, obwohl das BIP etwas niedriger als im 4. Quartal 2019 ausfallen dürfte, die Wirtschaft einen erheblichen Nachfrageüberhang aufweist, d. h. überhitzt, auch wenn kein Wachstum zu verzeichnen ist. Man geht davon aus, dass das potenzielle Produktionswachstum in den nächsten Jahren weniger als 1 % pro Jahr betragen wird."

Hunts Vorgänger, Kwasi Kwarteng, hatte den richtige Gedanken, als er einen fiskalischen Impuls für das Wachstum wollte. Er beging jedoch den fatalen Fehler, die Empfindlichkeit der Märkte gegenüber britischen Defiziten zu unterschätzen oder zu ignorieren.

Die Lösung von Hunt hat dagegen etwas von Schall und Rauch. Die meisten Ausgabenkürzungen wird er 2025 vornehmen, also nach den für Ende 2024 erwarteten Parlamentswahlen. Ziel war es, den Märkten die guten Absichten der Regierung zu zeigen und gleichzeitig die Verbraucher bis nach der Abstimmung vor den Auswirkungen der Haushaltskürzungen zu schützen.

Die Inflation stieg im Oktober auf 11,1 %, und der Gouverneur der Bank of England, Andrew Bailey, warnte, dass weitere Zinserhöhungen notwendig seien, um diese Entwicklung unter Kontrolle zu bringen.

An der westlichen Front war es ruhig, als die Vereinigten Staaten ihre Aktivitäten für den Thanksgiving-Feiertag am Donnerstag herunterfuhren. Es wird inzwischen allgemein erwartet, dass die Federal Reserve ihren Tagesgeldsatz anlässlich der Sitzung Mitte Dezember nur um 50 Basispunkte (bp) anheben wird, nachdem sie ihn zuvor viermal in Folge um 75 bp erhöht hatte. Je nachdem, wie sich die Inflation entwickelt, könnte die Fed die Geldpolitik im nächsten Jahr noch weiter lockern.

Die Erwartungen für eine Zinserhöhung auf der Sitzung der Europäischen Zentralbank Mitte Dezember wurden ebenfalls zurückgeschraubt. Wirtschaftsexperten rechnen mit einer Anhebung um lediglich 50 Basispunkte, obwohl die EZB darauf besteht, die Zinssätze zu erhöhen, egal wie sehr es schmerzt.

Dabei gewinnen die Rezessionsängste allmählich die Oberhand. Obwohl der österreichische Zentralbankgouverneur Robert Holzmann, der sich als unbeirrter Falke gibt, auf die dritte Anhebung um 75 Basispunkte in Folge drängt, sind andere Entscheidungsträger weniger motiviert.

Mario Centeno, Leiter der portugiesischen Zentralbank, sagte am Montag, dass die EZB zwar die Inflation unter Kontrolle bringen müsse, er aber gute Chancen sehe, dass es im Dezember zu einer Anhebung um weniger als 75 Basispunkten kommen könnte.

EZB-Chefvolkswirt Philip Lane, der ebenfalls zu den geldpolitischen Tauben zählt, sagte am Montag, dass die Zentralbank die Zinssätze bis ins nächste Jahr hinein weiter anheben könnte, die Erhöhungen aber durchaus geringer ausfallen könnten als die letzten beiden.

Die europäische Inflation lag im Oktober bei 10,6 %, nachdem die vorläufige Zahl von 10,7 % letzte Woche nach unten korrigiert wurde. Nachdem die EZB die Zinsen in den letzten drei Sitzungen um 200 Basispunkte angehoben hat, gibt es laut Lane kaum noch Impulse für eine weitere massive Anhebung.

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