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Präsident Trump stellte klar, dass er Fed-Chef Powell nicht entlassen will – trotzdem reißen die Forderungen nach Zinssenkungen nicht ab. Der Markt rechnet allerdings weiterhin damit, dass die US-Notenbank bei ihrer geldpolitischen Entscheidung am Mittwoch an ihrem aktuellen Zinsziel festhält.
In einem am Sonntag ausgestrahlten TV-Interview sagte Trump, er gehe davon aus, dass die Fed den Leitzins senken werde. Wörtlich meinte er: „Nun, er sollte sie senken. Und irgendwann wird er das auch tun.“ Und dann wurde Trump gewohnt deutlich: „Er will das nicht, weil er kein Fan von mir ist. Wissen Sie, er mag mich einfach nicht, weil ich ihn für einen totalen Trottel halte.“ Die Aussagen stammen aus einem Interview, das bereits am Freitag aufgezeichnet wurde.
Die Fed Funds Futures preisen am Montagmorgen mit nahezu hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit ein, dass die aktuelle Zinsspanne von 4,25 % bis 4,50 % bei der Sitzung am Mittwoch (7. Mai) beibehalten wird.
Ein unerwartet starker Arbeitsmarktbericht für April, der am Freitag veröffentlicht wurde, passt zu dieser Einschätzung: Die robusten Zahlen stützen die Erwartung, dass die Zinsen vorerst unverändert bleiben. Zwar haben viele Ökonomen ihre Konjunkturprognosen wegen Trumps Zollpolitik nach unten korrigiert – doch der Arbeitsmarkt zeigt sich bislang erstaunlich stabil. Die spannende Frage ist, ob sich das in den kommenden Monaten ändert, wenn die wirtschaftlichen Folgen der Zölle spürbarer werden.
„Die Rezessionsängste können wir fürs Erste noch mal zur Seite schieben. Die Beschäftigungszahlen sind weiterhin stark – das zeigt, wie widerstandsfähig die Wirtschaft bislang war, trotz des bevorstehenden Zoll-Schocks“, so Seema Shah, Chief Global Strategist bei Principal Asset Management. „Zwar dürfte sich das Wachstum in den nächsten Monaten abschwächen, aber mit diesem soliden Fundament haben die USA gute Chancen, eine Rezession zu vermeiden – vorausgesetzt, das Thema Zölle wird rechtzeitig entschärft.“
Was die Fed betrifft, gilt weiterhin: Eine Zinssenkung dürfte erst dann auf den Tisch kommen, wenn es wirklich klare Anzeichen für wirtschaftliche Probleme gibt – etwa einen starken Einbruch bei den Neueinstellungen.
„Die Unsicherheit ist im Moment einfach zu groß, um präventiv [mit Zinssenkungen] vorzugehen“, so Ellen Meade, ehemalige leitende Beraterin im Gouverneursrat der Fed, heute an der Duke University tätig. „Der richtige Zeitpunkt für eine Zinssenkung ist erst dann gekommen, wenn die wirtschaftliche Abschwächung aus Sicht der Fed schwerer wiegt als das Risiko anhaltend hoher Inflation.“
Ob die Zölle am Ende eher die Inflation anheizen oder den Arbeitsmarkt belasten – das wird sich erst nach und nach in den Wirtschaftsdaten zeigen.
Bloomberg Economics erwartet unterdessen, dass Powell den Erwartungen des Marktes eher entgegentreten und den Fokus weiterhin klar auf Preisstabilität legen wird. Auch andere Fed-Mitglieder wie Thomas Barkin (Präsident der Richmond Fed) und Gouverneurin Adriana Kugler haben Zweifel geäußert, ob sich die Inflationserwartungen tatsächlich wie gewünscht zurückbilden. In Kombination mit den soliden Arbeitsmarktzahlen für April spricht aktuell wenig für eine schnelle Zinssenkung.
Gleichzeitig signalisiert die Rendite der 2-jährigen US-Staatsanleihen, die besonders sensibel auf geldpolitische Erwartungen reagiert, dass der Markt mit einer Senkung eher früher als später rechnet.

Die Rendite der 2-jährigen US-Staatsanleihen ist seit ihrem Höchststand von 4,40 % im Januar 2025 tendenziell gefallen. Am Freitag lag sie bei 3,83 % – deutlich unter dem Median der Fed Funds Rate von 4,33 %. Diese wachsende Differenz spiegelt die implizite Erwartung des Marktes wider, dass Zinssenkungen schon bald bevorstehen könnten.
Auch wenn die Einschätzungen zur weiteren geldpolitischen Entwicklung an der Wall Street weit auseinandergehen, richtet sich der Blick der Märkte nun vor allem auf Fed-Chef Jerome Powell. Anleger erhoffen sich von seiner Pressekonferenz am Mittwoch neue Hinweise zur künftigen Ausrichtung der Geldpolitik.
Fed-Gouverneur Chris Waller hatte zuletzt angedeutet, dass kurzfristige Änderungen eher unwahrscheinlich sind – unter anderem wegen der laufenden 90-tägigen Zollpause. „Ich glaube nicht, dass wir in den nächsten Monaten genügend belastbare Daten sehen werden – frühestens im Juli lässt sich mehr sagen“, so seine jüngste Einschätzung.



