Warten auf US-Daten (von Arnaud Masset)
Der US-Dollar stand nach der Veröffentlichung des FOMC-Statements für Juli unter deutlichem Verkaufsdruck. Auch wenn die Idee einer Zinserhöhung im September zu einem gewissen Maß an Unterstützung gewonnen hat, preist der Markt weiterhin keine Zinserhöhung im September ein. Die Daten aus der US-Wirtschaft lassen es einstweilen nicht zu, dass man einen aussagekräftigen Trend für die Inflation und die Konjunktur ausmachen könnte. Der Futures-Markt preist aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 29% ein, dass die Fed ihren Leitzins bei ihrer Sitzung im September erhöht, während diese Zahl vor einer Woche bei nur 9% gelegen hat. Die Fed befindet sich mehr als jemals zuvor in einer datenabhängigen Warteschleife, und die meisten restriktiven Fed-Mitglieder werden umgehend bullische Kommentare loslassen, sobald sie eine Chance dazu bekommen.
Ein neuer Reigen von US-Daten wird heute Nachmittag veröffentlicht. So wird erwartet, dass das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal um 2,5% (annualisiert) gestiegen sein könnte, während es im März-Quartal noch bei 1,1% gelegen hatte, und der persönliche Verbrauch sollte im Quartalsvergleich mit 4,4% veröffentlicht werden, nach 1,5% im 1. Quartal. Auf der Inflationsseite sollte der PCE von 2,0% auf 1,7% im Quartalsvergleich fallen. Der Chicagoer Purchasing Manager Index und der Michigan Sentiment Index für Juli stehen ebenfalls an. Der Markt wird sehr anfällig auf das BIP und die Inflationszahlen reagieren, da sie die Erwartungen an eine Zinserhöhung wiederbeleben könnten.
BoJ enttäuscht (von Peter Rosenstreich)
Nach einem starken Erwartungshype hat die BoJ die Märkte enttäuscht, nachdem sie weder die Zinsen gesenkt noch die geldpolitische Basis erweitert hat, sondern nur eine zaghafte Erweiterung der aktuellen geldpolitischen Mischung beschlossen hat. Die BoJ hat ihr ETF-Kaufprogramm um 3 Bio. JPY auf 6 Bio. JPY erhöht, was ca. 1,6% des liquiden japanischen Anlagemarktes darstellt. Dies hat dem Nikkei eine solide Stütze beschert. Der JPY festigte sich allgemein, da man nun von keinen weiteren Anreizen mehr ausgeht. Der feste JPY deutet darauf hin, dass der Nikkei seine Gewinne wahrscheinlich nächste Woche wieder einbüßen wird. Unserer Meinung nach geht Japan jetzt weg von monetären und hin zu steuerlichen Lockerungsmaßnahmen, da die Effizienz der aktuellen Politik doch sehr in Frage steht. Die BoJ hat angekündigt, dass sie bei ihrer Sitzung im September eine "umfassende Beurteilung" zur Effizienz der Politik vornehmen wird. Dies gibt der BoJ und den Anlegern fast zwei Monate Zeit, um herauszufinden, wie die nächsten Schritte Japans aussehen werden und wie effizient sie sein könnten. Vor der BoJ-Entscheidung sagte der leitende japanische Kabinettssekretär Suga, dass das anstehende Anreizpaket am 1. August verabschiedet würde, was gute Nachrichten für Unternehmen sind, aber nicht für den JYP. Der USD/JPY wird weiter stark durch die Erwartungen an die Politik der BoJ/Fed beeinflusst. Da der BoJ die Munition ausgeht (auch wenn die "umfassende Beurteilung" der Politik den Währungshütern Zeit gibt, das Helikoptergeld zu prüfen) und die Fed vor dem Winter wohl kaum handeln wird, sieht das Abwärtspotential für den USD/JPY attraktiv aus.
EURUSD Der EUR/USD ist in der Nähe des Stundenwiderstands bei 1,1119 zurückgefallen und weist damit kurzfristig auf ein schwächer werdendes bullisches Momentum hin. Ein Bruch des Widerstands, der durch das Top des Bereichs (um 1,1186) markiert wird, ist nötig, um den derzeitigen bärischen Trend umzukehren. Eine Stundenunterstützung findet sich bei 1,1149 (Hoch vom 15.07. 2016). Eine Stundenunterstützung liegt bei 1,1056 (Basis 27. 7. 2016), und eine Schlüsselunterstützung liegt bei 1,0965. Langfristig unterstützt die technische Struktur eine sehr langfristige bärische Tendenz, so lange der Widerstand bei 1,1714 (Hoch vom 24. 8. 2015) hält. Seit Anfang 2015 handelt das Paar bereichsgebunden. Starke Unterstützung findet sich bei 1,0458 (Tief vom 16. 3. 2015). Doch seit dem letzten Dezember deutet die derzeitige technische Struktur auf einen allmählichen Anstieg hin.
GBPUSD Der GBP/USD bewegt sich weiter innerhalb seines Kanalbereichs. Ein Stundenwiderstand liegt bei 1,3291 (Hoch vom 22. 7. 2016). Ein stärkerer Widerstand befindet sich bei 1,3534 (Hoch vom 29. 6. 2016). Unterstützung zeigt sich bei 1,3058 (Tief vom 26. 7. 2016). Das langfristig technische Muster ist negativ und spricht für einen weiteren Rückgang, so lange die Kurse unterhalb des Widerstands von 1,5340/64 verharren (Tief vom 4. 11. 2015, achten Sie auch auf die 200er DMA). Die Schlüsselunterstützung bei 1,3503 (Tief vom 23. 1. 2009) wurde gebrochen, und der Weg ist für weitere Rückgänge weit geöffnet.
USDJPY Der USD/JPY hat seine Unterstützung bei 103,39 (Hoch vom 30. 6. 2016) gebrochen, was auf ein schwaches Kaufinteresse hindeutet. Die technische Struktur ist negativ, so lange die Kurse unterhalb des Stundenwiderstands bei 103,91 (Tief vom 13. 7. 2016) verharren. Eine Stundenunterstützung findet sich bei 102,71 (Innertagestief). Langfristig favorisieren wir eine bärische Tendenz. Eine Unterstützung zeigt sich jetzt bei 96,57 (Tief vom 10. 8. 2013). Ein allmählicher Anstieg in Richtung des Hauptwiderstands bei 135,15 (Hoch vom 1. 2. 2002) scheint nun völlig unwahrscheinlich. Erwarten Sie weiteren Rückgang bis zur Unterstützung bei 93,79 (Tief vom 13. 6. 2013).
USDCHF Der USD/CHF hat die Stundenunterstützung bei 0,9894 (Hoch vom 12. 7. 2016) gebrochen und befindet sich nun in der Nähe der starken Unterstützung bei 0,9764 (Reaktionstief vom 14. 7. 2016). Die technische Struktur ist negativ, so lange die Kurse unterhalb des Stundenwiderstands bei 0,9837 (Hoch vom 28. 6. 2016) verharren. Ein Anfangswiderstand zeigt sich bei 0,9800 (Innertageshoch). Langfristig handelt das Paar seit 2011 noch immer bereichsgebunden, trotz einiger Aufregungen, nachdem die SNB die CHF-Bindung an den EUR aufgehoben hatte. Eine Schlüsselunterstützung findet sich bei 0,8986 (Tief vom 30. 1. 2015). Die technische Struktur deutet seit letztem Dezember auf eine langfristig bullische Tendenz hin.