Wo kommt diese (relative) Schwäche des DAX nur her ? Siehe unten, einerseits, aber überzeugen bzw. die Erstauntheit vermindern kann das kaum. Gestern also nach Mega-Rallyetagen an der Wall St. "nicht einmal" ein neues Wochenhoch über 12925, sondern lediglich 12914 im High. Danach quasi ganztägig abwärts, siehe daily von gestern. Abends bzw. nachbörslich sah man dann schon mal 12664 (!), was kaum in den Bereich der Tagesnormalität einzuordnen ist. 12753-12714 waren ja die höchsten Supports, sang- und klanglos schaut sich der Index die jetzt von unten an. Stabil unter 12855 (76%-Level) geht es nun um die eigentliche Minimumkorrektur (62%) der Welle 11726 bis 13204. Diese liegt bei 12639 und muss unbedingt halten. Falls nicht, dann kommen ab KW 24 auch 12465 (Normalkorrektur) oder gar 12455 (Maximalkorrektur) ins Spiel, zumal "so" aktuell (12680 vorbörslich) im Tageschart unter EMA-21 und Supertrend gehandelt wird, nunmehr auch wieder unter der 200-Tage-Linie (12745) und selbst der SMA-50 bei 12622 gefährdet ist. Die Chance liegt in der Stabilisierung oberhalb von 12622/12639 und der Rückbesinnung nach dem Wochenende und (z.B.) G-7-Gipfel darauf, dass der handelspolitische Weltuntergang eben "doch nicht" bevorsteht. Eine Rangeidee bei diesem derzeit ziemlich im Alleingang (das ist das Erstaunliche) verrückt spielenden DAX schenke ich mir mal lieber.
MÄRKTE – Dax dürfte schwächer starten - 08-06-2018 07:40
Frankfurt, 08. Jun (Reuters) – Die Dax -Anleger dürften sich zum Wochenschluss nach Einschätzung von Börsianern zurückhalten. Schon am Donnerstag hatte der deutsche Leitindex 0,2 Prozent tiefer bei 12.811,05 Punkten geschlossen. ... Im Mittelpunkt des Interesses steht der Gipfel der Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen (G7). Dort droht am Wochenende wegen der harten US-Haltung beim Thema Schutzzölle Streit auf offener Bühne. Außerdem werfen die geldpolitischen Beratungen der Europäischen Zentralbank (EZB) in der kommenden Woche ihre Schatten voraus. Börsianer spekulieren darauf, dass die Währungshüter am Donnerstag das Ende ihrer Anleihekäufe ankündigen werden.
EZB – Spekulationen helfen Euro und belasten Aktienmärkte - 07-06-2018 17:50
- Signalisiert EZB nächste Woche ein Ende der Anleihenkäufe?
- Euro hat Warren Buffet zufolge eine Zukunft
- Finanzwerte auf Erholungskurs - Dax & Co wenig verändert
Wetten auf ein nahendes Ende der ultra-lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) haben dem Euro am Donnerstag einen Schub verliehen. Außerdem äußerte sich US-Starinvestor Warren Buffett optimistisch, dass es die Gemeinschaftswährung auch in zehn Jahren noch gibt. Sie kostete am Abend 1,1829 Dollar und war damit rund drei US-Cent teurer als vergangene Woche. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe zog ebenfalls an und markierte mit 0,517 Prozent ein Zwei-Wochen-Hoch.
Von der Hoffnung auf steigende Zinsen profitierten auch die Finanzwerte, die den Gesamtmarkt stützten. Weil aber die Euro-Aufwertung die Wettbewerbschancen heimischer Firmen auf dem Weltmarkt schmälert, gab der Dax 0,2 Prozent auf 12.811,05 Punkte nach. Der EuroStoxx50 stagnierte bei 3461,96 Zählern. An der Wall Street fiel der Technologie-Index Nasdaq nach einem Rekordhoch von 7697,41 Punkten zur Eröffnung bis zum Abend um 0,7 Prozent.
Genährt wurden die EZB-Spekulationen von den jüngsten Äußerungen führender Notenbanker. So bezeichnete Bundesbankchef Jens Weidmann die Markterwartung eines Endes der EZB-Anleihenkäufe zum Jahresende als "plausibel". Offenbar rechneten Anleger fest damit, dass die EZB das sogenannte Tapering nach ihren Beratungen in der kommenden Woche ankündigen wird, sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. Er warnte aber vor überzogenen Erwartungen, denn ein kräftiger Anstieg der Inflation sei bislang nicht in Sicht. Damit könnte die Normalisierung der Geldpolitik langsamer kommen als gedacht.
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