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Die US-Wirtschaft steuert voraussichtlich auf das sechste Jahr in Folge mit einem realen Wachstum von mehr als zwei Prozent zu. Rückenwind kommt dabei vor allem von der anhaltend starken Konsumlaune einkommensstarker Haushalte sowie von weiterhin hohen Investitionen im Technologiesektor.
Deutlich verhaltener zeigt sich dagegen das Bild bei klassischen Unternehmensinvestitionen und in der Bautätigkeit, die kaum an Fahrt aufnehmen. Gleichzeitig verliert auch der Arbeitsmarkt spürbar an Dynamik.
Wachstum immun gegen den Regierungsstillstand
Wir haben unsere Wachstumsprognose für das US-Bruttoinlandsprodukt 2026 von 2,3 auf 2,7 Prozent angehoben. Ein wesentlicher Treiber dafür ist ein stärker als erwartetes viertes Quartal 2025. Der zwischenzeitliche Regierungsstillstand hatte zunächst die Sorge ausgelöst, dass sich das Wachstum zum Jahresende deutlich abschwächen könnte. Der private Sektor erwies sich jedoch als bemerkenswert robust.
Auffällig war zudem der Handelsbericht für Oktober: Mit einem Defizit von 29 Milliarden US-Dollar fiel dieses so niedrig aus wie seit 2009, als sich die US-Wirtschaft noch von der globalen Finanzkrise erholte.
Die deutliche Verringerung des Handelsdefizits dürfte vor allem auf verzögerte Lieferungen zurückzuführen sein, ausgelöst durch Hoffnungen auf eine Abschwächung der ursprünglich angekündigten „Liberation-Day“-Zölle. Da Seetransporte häufig mehrere Monate benötigen, schlagen solche Effekte zeitverzögert in den US-Daten durch.
Auch wenn sich die Handelssituation wieder normalisieren dürfte, halten wir ein BIP-Wachstum von nahezu 2,5 Prozent im vierten Quartal weiterhin für realistisch – selbst bei einem Abbau der Lagerbestände. Zuvor waren wir hier lediglich von gut einem Prozent ausgegangen.
Einkommensstarke Haushalte und Tech treiben das Wachstum weiter
Mit Blick auf 2026 zeigt sich das bekannte K-förmige Muster der US-Wirtschaft sowohl bei Unternehmen als auch bei privaten Haushalten. Dieses Auseinanderdriften dürfte das Wachstum in der ersten Jahreshälfte über dem Trend halten. Die einkommensstärksten 20 Prozent der Haushalte konsumieren weiterhin kräftig, getragen von hohen laufenden Einkommen und deutlich gestiegenen Vermögenswerten.
Ganz anders stellt sich die Lage für die unteren 60 Prozent dar. Hier nehmen der Druck und die Unsicherheit zu: Sorgen um die Arbeitsplatzsicherheit sowie mögliche, zollbedingte Preiserhöhungen belasten die Stimmung. Steuerliche Anpassungen könnten einkommensschwächeren Haushalten zwar punktuell Entlastung bringen, zudem werden in diesem Jahr höhere Steuererstattungen erwartet. Unklar bleibt jedoch weiterhin Zeitpunkt und Umfang der vom Präsidenten ins Spiel gebrachten „Zoll-Dividende“ von 2.000 Dollar.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Unternehmensausgaben. Seit mittlerweile vier Quartalen in Folge gehen die Investitionen außerhalb des Technologiesektors zurück, während die Ausgaben für IT-Infrastruktur und Software im Jahresvergleich um 20 Prozent gestiegen sind. Diese Zweiteilung dürfte sich durch weite Teile des Jahres 2026 fortsetzen – auch wenn sich erste Anzeichen für eine Abschwächung des Investitionstempos im Technologiesektor abzeichnen, da Unternehmenslenker und Aktionäre zunehmend auf Renditen des eingesetzten Kapitals drängen. Vergleichbare Tendenzen sind auch im Bausektor zu beobachten.
Parallel dazu verliert der Arbeitsmarkt weiter an Dynamik. Entlassungen im öffentlichen Dienst führten dazu, dass die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft im September um 173.000 Stellen zurückging. Zwar folgten im November und Dezember Zuwächse von 56.000 beziehungsweise 50.000 Stellen. Die Einschätzung von Jerome Powell, wonach das Statistikamt das monatliche Jobwachstum um rund 60.000 Stellen überschätzen dürfte, spricht jedoch für eine Phase der Stagnation – eine Wirtschaft mit wenigen Neueinstellungen, aber auch wenigen Entlassungen.
Verbraucher geben trotz schwacher Stimmung weiter Geld aus

Quelle: Macrobond, ING
Inflation und Job-Sorgen sprechen für zwei weitere Zinssenkungen
Die wegen des Shutdowns verspätet veröffentlichten Inflationsdaten zeigen, dass die Zölle bislang nicht den befürchteten unmittelbaren Preisdruck ausgelöst haben. Zwar ist nicht auszuschließen, dass es zu einem späteren Zeitpunkt zu höheren Preisen kommt, da einige Unternehmen offenbar abwarten, bis der Supreme Court über die auf dem IEEPA-Gesetz basierenden Zölle entscheidet. Selbst im Fall einer Aufhebung ist jedoch davon auszugehen, dass das Team von Präsident Trump rasch versuchen würde, Zölle über alternative rechtliche Wege erneut einzuführen.
Dass sich die Zollwirkungen bislang nur verzögert in den Preisen niederschlagen, verschafft der Wirtschaft allerdings Spielraum. Sinkende Energiekosten, nachlassende Mietsteigerungen und ein schwächeres Lohnwachstum könnten den Inflationsdruck weiter mindern und die Teuerung in Richtung der Zwei-Prozent-Marke bewegen.
Vor diesem Hintergrund – und angesichts der zunehmenden Vorsicht am Arbeitsmarkt – gehen wir davon aus, dass die Federal Reserve im Jahr 2026 noch zwei Zinssenkungen vornehmen wird. Der erste Schritt dürfte dabei eher im zweiten Quartal erfolgen und nicht bereits im März, wie zuvor erwartet.
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