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Die Inflationsdaten lagen insgesamt im Rahmen der Erwartungen, da die Zölle nach wie vor größtenteils von den Gewinnspannen der US-Unternehmen aufgefangen werden. Das verschafft der Fed Spielraum, auf die schwächeren Arbeitsmarktdaten zu reagieren und die Zinsen im September zu senken.
Zolleffekt lässt nach und hält die Inflation auf einem erträglichen Niveau
Die US-Verbraucherpreisinflation für Juli entsprach weitgehend den Erwartungen: Der Gesamtindex VPI stieg gegenüber dem Vormonat um 0,2 % und gegenüber dem Vorjahr um 2,7 %. Die Kerninflation legte im Monatsvergleich um 0,3 % und im Jahresvergleich um 3,1 % zu. Im Detail sanken die Energiepreise im Monatsvergleich um 1,1 %, während die Nahrungsmittelpreise unverändert blieben. Selbst in den von Zöllen besonders betroffenen Sektoren wirkte die Lage bislang überschaubar: Die Kerngüterpreise (ohne KFZ) erhöhten sich im Vormonat um 0,2 %, nach +0,55 % im Juni – ein Hinweis darauf, dass Unternehmen derzeit den Großteil der durch Zölle entstehenden Kosten abfedern. Haushaltsgeräte verbilligten sich um 0,9 %, Bekleidung verteuerte sich um 0,1 %, Sportartikel um 0,4 % und Möbel um 0,9 %.
Inflation der Kerngüterpreise (ohne KFZ)

Quelle: Macrobond, ING
Die Preise für Neufahrzeuge blieben im Monatsvergleich unverändert, obwohl sie erheblichen Zöllen unterliegen. Gebrauchtwagen verteuerten sich nach vier Rückgängen in Folge um 0,5 %. Im Dienstleistungssektor kam es zu etwas stärkeren Preissteigerungen, getrieben von einem Anstieg der Flugpreise um 4 % im Monatsvergleich und höheren Kosten für medizinische Versorgung (+0,7 %). Positiv zu vermerken ist, dass der Anstieg der Unterkunftskosten mit 0,2 % im Monatsvergleich moderat ausfiel.
Rückläufige Hauspreise und eine Abkühlung bei den Mieten deuten darauf hin, dass diese zentrale Komponente die Belastung durch Zölle weitgehend abfedert. Damit ist es wahrscheinlich, dass die Inflation im Herbst unter der 4 %-Marke bleibt – und bis Ende nächsten Jahres sogar unter 2 % fallen könnte.
Schwächere Wohn-, Energie- und Lohnkosten deuten auf Inflationsrisiken im Jahr 2026 hin
Die ISM-Preiskomponenten signalisieren zwar weiterhin Inflationsgefahren durch Zölle, die heutige NFIB-Umfrage zeigt jedoch, dass kleine Unternehmen zunehmend Schwierigkeiten haben, diese Kosten an ihre Kunden weiterzugeben. Der Nettoanteil der Firmen, die in den kommenden drei Monaten Preiserhöhungen erwarten, sank von 32 % auf 28 %.
Zwar werden viele Preise im Zeitverlauf aufgrund der Zölle steigen, doch wir gehen nicht davon aus, dass der Inflationsdruck nachhaltig bleibt. Die Lage unterscheidet sich deutlich von 2021/22, als die Inflation auf 9 % kletterte. Damals hatten sich die Ölpreise verdreifacht, die Haus- und Mietpreise waren stark gestiegen, der Arbeitsmarkt war überhitzt und aggressive Einstellungspraktiken führten zu hoher Fluktuation und stark steigenden Löhnen. All dies verstärkte den angebotsseitigen Preisschub nach Covid erheblich. Heute wirken diese Faktoren hingegen eher dämpfend – insbesondere die rückläufigen Wohnungsmieten dürften helfen, die Zollauswirkungen in den kommenden Quartalen abzufedern.
Da der Arbeitsmarkt nicht mehr so robust erscheint wie zu Jahresbeginn und die Konsensprognosen für das BIP-Wachstum von 2,5 % auf 1,5 % gesenkt wurden, rechnen wir damit, dass die Fed im September den Leitzins senkt – gefolgt von weiteren Zinsschritten um jeweils 25 Basispunkte im Oktober und Dezember.
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