Warten auf das FOMC-Protokoll

Veröffentlicht am 18.05.2016, 14:00

Japanisches BIP im 1. Quartal erholt

Das japanische BIP für das 1. Quartal lag mit 0,4% im Quartalsvergleich über den Erwartungen. Die Märkte hatten einen leichten Anstieg von 0,1% im Quartalsvergleich erwartet. Die Erholung beim Privatkonsum auf 0,5% im Quartalsvergleich zum Jahresbeginn war hier sicher eine Hilfe. Die Märkte reagierten kaum, da der JPY nach der Veröffentlichung nicht zulegte und unter 110 Yen für einen Dollar bleibt. In der Tat ist der BIP-Deflator auf seinem niedrigsten Niveau seit zwei Jahren, was den zunehmenden Inflationsdruck zeigt, dem das Land ausgesetzt ist. Gleichzeitig waren die Unternehmensumsätze mit -2,7% im Jahresvergleich sehr enttäuschend.

Aktuell denken wir, dass die Bank of Japan weitere Lockerungsmaßnahmen durchführen könnte. Die Fundamentaldaten sind nicht besser wie damals, als die Währungshüter Anreize setzten. Unserer Meinung nach wird der Yen attraktiv bleiben, da die globalen Unsicherheiten anhalten. Eine wichtige Triebfeder für den USD/JPY ist auch die aktuelle Fed-Geldpolitik, der sehr schwer zu folgen ist. In einer jüngsten Erklärung von Lockhart von der Fed erwähnte er, dass es dieses Jahr drei Zinserhöhungen geben wird, während die Fed-Mitglieder so zurückhaltend waren, die Zinsen um einen Viertelpunkt zu erhöhen. Wir glauben nicht, dass die Zinserhöhung für dieses Jahr weiter auf dem Plan steht, und die Märkte sollten eines Tages anfangen, die Konvergenz der amerikanischen und japanischen Geldpolitiken einzupreisen. Dies würde sicherlich weitere Interventionen der BoJ auslösen.

Kaufen Sie nicht den USD-Hype

Die Wirtschaftsveröffentlichungen und das Fed-Blabla führten dazu, dass die Händler ihre Shortstrategien im USD wieder neu überdacht haben. Die stabilen US-Daten vom Dienstag waren eine Überraschung für uns, denn sie deuten darauf hin, dass sich die US-Wirtschaft im 2. Quartal moderat erholt hat. Die Industrieproduktion lag mit 0,7% über dem Konsens von 0,3% und auch über der vorherigen Zahl von -0,6%. Der Anstieg war vor allem auf Zuwächse bei der Versorgungswirtschaft zurückzuführen, da die Haushalte mehr als erwartet konsumiert haben. Der Gesamt-CPI stieg im April 0,4% im Monatsvergleich, was die Zahl für das gesamte Jahr auf 1,1% im Jahresvergleich und somit leicht über die Erwartungen des Konsenses hob (0,3% im Monatsvergleich, 1,1% im Jahresvergleich). Die Kerninflation ist im Monatsvergleich 0,2% und im Jahresvergleich 2,1% gestiegen. Schließlich sind die Wohnungsbaubeginne um 6,6% im Monatsvergleich gestiegen, damit auf 1,172 Mio. im April (über den Erwartungen von 1,135 Mio.). Diese Zahl lässt vermuten, dass das US-amerikanische BIP für das 2. Quartal um 2,2% liegen sollte.

Die ermutigenden Daten wurden von restriktiven Kommentaren der beiden regionalen Fed-Präsidenten Williams und Lockhart begleitet. Sie sagten beide, dass es im Juni ein "lebhaftes" Meeting geben wird, und beide deuteten an, dass 2016 zwei bis drei Zinserhöhungen möglich seien. Robert Kaplan von der Fed Dallas äußerte weiter, dass sich das FOMC nach einer Zinserhöhung im Juni oder Juli wohl etwas Zeit nehmen wird, um den Zeitpunkt und die Geschwindigkeit weiterer Straffungsmaßnahmen zu beurteilen. Die Märkte bleiben aufgrund der möglichen kurzfristigen Zinserhöhungen komplett unbeteiligt, und die IMM spekulativen USD-Shortpositionen bewegen sich auf Höchstständen. Die US-Renditen am vorderen Ende reagierten schnell auf die Nachrichten. Die Renditen der zweijährigen US-amerikanischen Treasury-Papiere stiegen um 4 Basispunkte auf 0,833%.

Wir sind etwas zurückhaltend über die aktuelle US-Rallye bei den Aktien, da sich wichtige FOMC-Mitglieder (vor allem die Vorsitzende Yellen) nicht zu dem Thema geäußert haben. Dabei sind die globalen Wirtschaftsdaten schwach und unterstützten eine alleinige wirtschaftliche Beschleunigung der USA nicht. Für die Zukunft wird die Kommunikation der Fed wesentlich für die weitere Entwicklung des USD sein. Sieht man sich jedoch die jüngsten Äußerungen an, so führen zweifelhafte Kommentare von Fed-Mitgliedern wohl eher zu Verwirrung und Marktvolatilitäten als zu Klarheit. Das heute veröffentlichte FOMC-Sitzungsprotokoll sollte ein paar zusätzliche Erkenntnisse bringen und möglicherweise eine Begründung enthalten, warum man die Zinserhöhung von Juni auf September verschiebt. Dazu sollten wir einen Ausblick zum Wachstum und den externen Risiken hören. Auch die einzelnen unterschiedlichen Auffassungen der Mitglieder wären interessant zu erfahren. Wir sehen die aktuelle USD-Rallye als Gelegenheit, USD-Shortposition einzugehen, vor allem gegenüber dem JPY. Nebenbei erwähnt hat sich die jüngste enge Korrelation zwischen dem USD und den Ölpreisen inzwischen vollständig aufgelöst.

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EURUSD Der EUR/USD hat die Stundenunterstützung bei 1,1272 (Hoch vom 27. 4. 2016) durchbrochen. Eine stärkere Unterstützung liegt bei 1,1217 (Tief vom 24. 4. 2016). Ein Stundenwiderstand befindet sich bei 1,1479 (Hoch vom 6. 5. 2016) und ein stärkerer Widerstand liegt bei 1,1616 (Hoch vom 12. 4. 2016). Erwarten Sie weitere Schwäche. Langfristig unterstützt die technische Struktur eine bärische Tendenz, so lange der Widerstand bei 1,1746 hält. Ein Schlüsselwiderstand liegt in der Region von 1,1640 (Tief vom 11. 11. 2005) Die derzeitige technische Aufwertung spricht für einen allmählichen Anstieg.

GBPUSD Der GBP/USD ist nach oben abgeprallt. Eine Stundenunterstützung liegt bei 1,4300 (Tief vom 21. 4. 2016). Ein Stundenwiderstand liegt bei 1,4543 (Hoch vom 6. 5. 2016). Ein stärkerer Widerstand liegt bei 1,4770 (Hoch 03//2016). Erwarten Sie einen Bruch des Widerstands bei 1,4543, da die technische Struktur für einen weiteren Anstieg spricht. Das langfristige technische Muster ist negativ und spricht für einen weiteren Rückgang in Richtung der Schlüsselunterstützung bei 1,3503 (Tief vom 23. 1. 2009), zumindest so lange die Kurse unterhalb des Widerstands von 1,5340/64 verharren (Tief vom 4. 11. 2015, achten Sie auch auf die 200er DMA). Doch die allgemein überverkauften Bedingungen und die jüngste Zunahme des Kaufinteresses sollten eine Erholung ermöglichen.

USDJPY Dem USD/JPY fällt es schwer, das Niveau bei 110 zu durchbrechen. Ein Stundenwiderstand findet sich bei 109,57 (Hoch vom 17. 5. 2016) und ein starker Widerstand findet sich bei 111,91 (Hoch vom 24. 4. 2016). Eine Stundenunterstützung liegt bei 108,72 (Innertagestief). Erwarten Sie weiteren Kaufdruck, da sich das Paar innerhalb eines Aufwärtstrendkanals bewegt. Langfristig favorisieren wir eine bärische Tendenz. Die Unterstützung bei 105,23 (Tief vom 15. 10. 2014) ist im Visier. Ein allmählicher Anstieg in Richtung des Hauptwiderstands bei 135,15 (Hoch vom 1. 2. 2002) scheint nun weniger wahrscheinlich. Eine weitere Schlüsselunterstützung befindet sich bei 105,23 (Tief vom 15. 10. 2014).

USDCHF Der USD/CHF klettert höher, und das Momentum legt zu. Der nächste Widerstand liegt bei 0,9913 (Hoch vom 16. 3. 2016). Ein Bruch der Stundenunterstützung bei 0,9652 (Tief vom 6. 5. 2015) würde einen sich verstärkenden Verkaufsdruck bestätigen. Erwarten Sie eine fortgesetzte Festigung. Langfristig hat das Paar seit Mitte 2015 Hochstände produziert. Eine Schlüsselunterstützung findet sich bei 0,8986 (Tief vom 30. 1. 2015). Die technische Struktur deutet eine langfristig bullische Tendenz an.

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