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Vor einer Woche beschloss die Opec auf ihrer Tagung eine Verlängerung der Förderkürzungen um neun Monate und schuf damit erneut Fakten. Die Rohölpreise setzten im Anschluss allerdings nicht zu einer Fortsetzung der Erholung an sondern kamen verstärkt unter Druck. Noch am Donnerstag ging es für WTI um sechs Prozent abwärts auf 48,50 USD und damit deutlich unter die psychologische 50,- USD Marke. Analysten begründeten die negative Entwicklung damit, dass Marktteilnehmer auf eine weitreichendere Einigung spekuliert haben. Dabei ist die Entwicklung der Notierungen für den Newsflow um WTI und Co. nicht besonders ungewöhnlich.
=== Übergeordnete Marktsituation WTI - 01. Juni 2017 ===
Entsprechend der Erwartungen beschloss die OPEC sowie führende Produzenten außerhalb des Ölkartells am vergangenen Donnerstag auf ihrer halbjährlichen Sitzung, die bestehenden Förderkürzungen von 1,8 Mio. Barrel Öl pro Tag um neun Monate bis in das erste Quartal 2018 zu verlängern.
Mit zunehmenden Spekulationen um eine Verlängerung der Förderkürzungen hatten Anleger bereits seit einigen Wochen die Notierungen durch Zukäufe nach oben getrieben und damit die Gerüchte und Spekulationen bereits stark gehandelt. Im Zeitpunkt der Bestätigung der Gerüchte ist die Party in der Regel schon gelaufen, sodass zunehmend Gewinnmitnahmen einsetzen welche die Notierungen im Anschluss wieder in die entgegengesetzte Richtung drücken. Dieses Szenario wird allgemein hin auch „Buy the Rumour, sell the News“ genannt.
Gleichzeitig wurde die Stimmung belastet, weil es keine Klarheit hinsichtlich einer Ausstiegsstrategie oder zusätzlicher Korrekturen gab, falls das Hauptziel der OPEC - Verringerung der globalen Bestände auf den fünfjährigen Durchschnitt - nicht erreicht werden sollte. Hinzu kommen weitere Sorgen, da die US-Schieferölförderung gegenwärtig eine rasche Trendwende erlebt und damit die Förderkürzung der Opec konterkariert.
Seit Beginn des Jahres konnten die US-Produzenten die tägliche Produktion um kanpp 500.000 Barrel ausweiten. Bis Ende des Jahres könnten es Analystenschätzungen zufolge bereits 1 Millionen. Barrel pro Tag sein. Im Vergleich dazu schränken die OPEC und die teilnehmenden Nicht-OPEC-Länder ihre Produktion maximal um 1,8 Mio. Barrel am Tag ein. Die USA allein könnten also die Hälfte der Einsparungen aufheben. Allerdings produzieren auch andere Länder wie Kanada wieder mehr als zu Jahresbeginn.
Insgesamt dürfte diese Thematik die Rohstoffanleger weiter begleiten, da unter den gegenwärtigen Entwicklungen Spannungen zwischen OPEC und US-Schieferölindustrie praktisch vorprogrammiert sind.
Vor der OPEC-Tagung gelang WTI noch der Test des übergeordneten Widerstandsbereiches zwischen 49,60 USD und 51,60 USD wobei dieser Bereich zwischenzeitlich sogar leicht überwunden werden konnte. Durch den sich anschließenden distanzierte sich WTI allerdings wieder von diesem Bereich und fiel sogar wieder unter die übergeordnete Aufwärtstrendlinie zurück. Sofern auf dem aktuellen Kursniveau keine Stabilisierung gelingt und WTI nachhaltig unter dem Vorwochentief vom vergangenen Freitag bei 48,22 USD notiert, dürfte sich die derzeitige Abwärtsbewegung weiter fortsetzen und WTI dabei das Mai-Tief bei rund 44,- USD wieder ins Visier nehmen.
Die Veröffentlichung der amerikanischen Lagerbestände erfolgt am heutigen Handelstag um 17:00 Uhr und dürfte bei WTI erneut für kurzfristige Volatilität sorgen.
Unterstützungen und Widerstände:
Unterstützungen Widerstände
48,22 USD 49,04 USD
47,37 USD 49,85 USD
46,76 USD 50,30 USD
45,55 USD 50,60 USD
44,34 USD 52,00 USD
Ausblick für WTI:
Im kurzfristigeren Stundenchart wird die Bedeutung der Unterstützung bei 48,22 USD nochmals deutlich. Auf diesem Kursniveau befinden sich einige markante Wendepunkte im Chart sowie das o.a. Vorwochentief.
Hinzu kommt eine Schulter-Kopf-Schulter Formation welche in diesem Bereich ihre Nackenlinie aufweist. Sollte dieser Bereich daher nachhaltig bearish durchbrochen und am heutigen Handelstag, nicht zurückerobert werden, wäre auch diese Formation bestätigt woraus sich weiteres Abwärtspotenzial für die kommenden Tage ableiten lässt. Die nächsten Kursziele befinden sich in diesem Fall bei 47,37 USD, 46,76 USD und 45,55 USD bevor im Anschluss das Mai-Tief auf die Agenda genommen wird.
Erst bei Notierungen oberhalb der rechten Schulter bei rund 50,30 USD würde sich der technische Ausblick wieder verbessern.
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