Das Interesse der Investoren an Bergbauprojekten in Afrika wächst, der Sektor erfährt einen Aufschwung. Neben dem Rohstoffreichtum des Kontinents tragen dazu auch Investitionen in Infrastruktur und stabile rechtliche Rahmenbedingungen in vielen Ländern bei.
Globe Metals & Mining (ISIN: AU000000GBE0, WKN: A0HMWV) entwickelt in Malawi das erste große Niob-Projekt seit 50 Jahren. Die Energieabgabe von Materialien auf Niob-Basis wird als 20 % effizienter als die von Lithiumtitanat eingeschätzt. Niob könnte daher in naher Zukunft Lithium und Graphit in Lithium-Ionen-Batterien teils ersetzen.
Und die Zahlen von Globe Metals" Niob-Projekt sind dafür eindrucksvoll: 68,3Mt mit Gehalten von 2.830ppm Nb2O5 und 135 ppm Ta2O5 umfasst die Lagerstätte, dazu Reserven von 33,8 Mt mit Gehalten von 3.038ppm Nb2O5 und 141 ppm Ta2O5. Das Unternehmen will der weltweit zweite vertikal integrierte Anbieter von Nioboxid werden.
Niob-Projekt Kanyika: Globe Metals & Mining mit frühem Offtake-Deal
Niob steht auf den Listen der kritischen Metalle in EU, USA, Japan, Indien und Australien. Der Grund dafür sind seine gefragten Eigenschaften, darunter elektronische Eigenschaften, Hitzebeständigkeit, Korrosionsbeständigkeit, Festigkeit, Schweißbarkeit und geringes Gewicht.
Die enorme wirtschaftliche Bedeutung und erhebliche Abhängigkeit von Importen in westlichen Ländern sorgen für große Aufmerksamkeit für Kanyika. So konnte das Unternehmen im vergangenen Jahr mit dem belgisch-niederländischen Legierungsspezialisten Affilips eine Absichtserklärung über einen Offtake-Deal abschließen. Fast ein Drittel der erwarteten Phase-1-Produktion an Niobpentoxid würde damit an die Belgier verkauft.
Die Industrial Development Corporation of South Africa, ein im Besitz der Regierung Südafrikas befindliches Unternehmen, stellte im vergangenen Jahr ein 10 Mio. USD Wandeldarlehen in Aussicht. Die Ecobank Malawi plant, 15 Mio. USD beizusteuern.
Die Hoffnungen des an der Börse mit gut 12 Millionen EUR bewerteten Unternehmens in das Projekt sind naturgemäß groß – ist Kanyika doch das einzige Projekt im Portfolio. Die erste Produktion ist laut Unternehmenspräsentation für das erste Quartal 2026 vorgesehen. Die volle Produktion in Phase-2 erwartet das Management um CEO Paul Smith für das dritte Quartal 2028.
Wachsende Auslandsinvestitionen im afrikanischen Bergbau
Globe Metals & Mining stehen stellvertretend für eine Entwicklung, die derzeit weite Teile des afrikanischen Kontinents erfasst: Der Bergbau expandiert. Die Economist Intelligence Unit rechnet damit, dass ausländische Investitionen in die afrikanische Bergbauindustrie im Jahr 2025 deutlich wachsen werden. Bereits 2024 hatte sich hier eine erhebliche Dynamik eingestellt.
"Internationale Bergbauunternehmen erweitern ihren Zugang zu Afrikas Mineralressourcen", stellte auch das Magazin "African Mining Market" unlängst fest und führt als Beleg einschlägige M&A Transaktionen auf Junior-Ebene an. So schloss Anfang des Monats die britische Altona Rare Earths den Erwerb eines 85 % Anteils am Kupfer-Silber-Projekt Sesana von Ignate Minerals in Botswana ab. Im Dezember hatte Patriot Lithium einen 90 % Anteil an einem Explorationsprojekt von Newlight Nominees erworben. Jubilee Metals hatte mit Project G sein zweites Kupfer-Tagebauprojekt in Sambia eingekauft.
Laut PwC in Südafrika erreichten die M&A-Aktivitäten zwischen Juni 2023 und 2024 10 Milliarden US-Dollar, wobei 32 Transaktionen abgeschlossen wurden, verglichen mit 24 im Vorjahr. "Der südafrikanische Bergbausektor hat im vergangenen Jahr eine rege M&A-Aktivität erlebt, die von Faktoren angetrieben wurde, die die Dynamik und die Aussichten der Branche verändert haben", heißt es in dem Bericht.
Neben operativen Synergien und einer Diversifizierung des Portfolios stehen vor allem wirtschaftlich attraktive Lagerstätten auf dem Plan. Davon hat Afrika anders als andere, weitreichend explorierte Standorte noch einige zu bieten.
Niobium-Projekt Kanyika: Bruttomarge von 65 %
Darauf weist auch Globe Metals & Mining hin. Die Optimierungsstudie aus Februar 2024 bescheinigt Kanyika einen Nettogegenwartswert von 878 Mio. USD (vor Steuern), eine interne Rendite von ca. 34,5 % und eine Bruttomarge von fast 65 %. Dies ist nur zu Teilen auf die hohen Niobiumpreise zurückzuführen: Auch die günstige Geologie des Standorts spielt eine entscheidende Rolle.
Doch weder der Rohstoffreichtum noch die oft günstigen Kennzahlen afrikanischer Rohstoffprojekte sind neu. Auch Regierungen tragen durch Reformen dazu bei. Nigeria etwa arbeitet seit 2023 an der Minerals & Mining Bill, die Anreize für ausländische Investoren vorsieht. Eine Verabschiedung des Gesetzes würde an den Märkten als weiteres Aufbruchssignal wahrgenommen werden. Andere Länder haben ebenfalls Reformen durchgeführt.
Auch in die Infrastruktur wird investiert. Zu den bekanntesten Projekten gehört der Lobito Atlantic Railway Corridor, der den Kupfergürtel der Demokratischen Republik Kongo (DRK) mit dem Hafen von Lobito in Angola verbindet. Am 23. Dezember 2023 wurde die erste Probelieferung von etwa 1.100 Tonnen Kupferkonzentrat verladen.
Betrieb, Management und Instandhaltung des Lobito Atlantic Railways fallen in die Zuständigkeit eines Konsortiums, dem neben Trafigura auch die portugiesische Mota-Engil und die belgische Vecturis angehören. Trafigura und die Ivanhoe Mines (TSX:IVN) Tochter Kamoa Kakula schlossen Anfang 2024 Verträge über Lieferungen über die Strecke ab, die bislang mühsam und kostspielig via LKW bewältigt werden musste.
Natürlich ist die Produktion in Afrika auch mit Herausforderungen verbunden, darunter Devisenkontrollen, Währungsschwankungen, Stromengpässe, sicherheitsrelevante Vorfälle und Korruption. Doch wie relevant diese Risiken sind, hängt vom konkreten Standort ab.
"Die Lage in einer konfliktfreien Zone gewährleistet, dass die Herkunft der Metalle vollständig überprüfbar ist", erläutert Globe Metals & Mining zur Stabilität der Region, in der Kanyika liegt.
Im Bergbau sieht das Unternehmen in dem Land "stabile Investitionsmöglichkeiten". Malawi verfüge über transparente Vorschriften, der Umgang mit Bergbauunternehmen seitens der sei Behörden aufgrund der großen Vorkommen an Niobium, Uran und Seltenen Erden eingespielt.