Leonardo-Aktie: Jetzt Kauf? Analysten sehen Potenzial
Die Schätzung des „fairen Werts“ für die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen blieb im Juli – basierend auf dem Durchschnitt von drei Modellen von CapitalSpectator.com – weitgehend unverändert. Auch die Marktprämie, also die Differenz zwischen tatsächlicher Rendite und Fair-Value-Schätzung, zeigte im vergangenen Monat kaum Bewegung; die Spanne blieb moderat.
In den letzten Monaten bewegte sich die durchschnittliche Fair-Value-Schätzung in einem engen Korridor – trotz wachsender Sorgen, dass Zölle die Inflation antreiben könnten. Doch wie die gestern veröffentlichten Daten zum Verbraucherpreisindex für Juli zeigen, ist das Bild einer zollbedingten Inflation uneinheitlich.

„Die Zölle stecken in den Zahlen, aber sie sind zu diesem Zeitpunkt sicherlich noch nicht aus dem Ruder gelaufen“, sagte Jared Bernstein, ehemaliger Wirtschaftsberater im Weißen Haus unter Präsident Biden, gegenüber CNBC.
Laut den monatlichen Daten lag die Marktprämie für die 10-jährige Rendite in diesem Jahr zwischen 50 und 80 Basispunkten – deutlich weniger als der kurzfristige Anstieg auf 140 Basispunkte im Oktober 2023. Der aktuelle Spread beträgt 60 Basispunkte und ist damit gegenüber Juni unverändert. Die in letzter Zeit moderate und stabile Spanne deutet darauf hin, dass der Treasury-Markt – zumindest vorerst – mit den kurzfristigen Wirtschaftsaussichten weitgehend zufrieden ist.
Ein Anstieg der Marktprämie lässt sich jedoch nicht ausschließen. Zwei Faktoren könnten die Stimmung in nächster Zeit verändern: die zollbedingte Inflation und die steigende Staatsverschuldung.
Auch wenn die Zölle bisher keine klaren Signale für einen Anstieg der Inflation geliefert haben, warnen Ökonomen, dass dieses Risiko nach wie vor besteht und sich mit der Zeit in den Daten niederschlagen könnte.
„Wir gehen davon aus, dass die [Kerninflation ] bis Ende des Jahres weiter auf einen Höchststand von 3,8 % ansteigen wird, wenn sich die Zölle stärker auf die Verbraucherpreise auswirken“, sagte Michael Pearce, stellvertretender Chief Economist für die USA bei Oxford Economics. „Die Aufwärtsrisiken für die Inflation werden dazu führen, dass die Mehrheit des Offenmarktausschusses es vorziehen wird, noch einige Monate an der Seitenlinie zu bleiben.“
Unterdessen meldete das Finanzministerium gestern, dass die Bruttostaatsverschuldung der USA erstmals die Marke von 37 Bio. USD überschritten hat. Dieser Anstieg liegt um Jahre vor den Projektionen des Congressional Budget Office vor der Pandemie.
Die entscheidende Frage für Anleiheinvestoren lautet nun: Wird der Markt für Staatsanleihen einen oder beide dieser Risikofaktoren weiter in Kauf nehmen und dabei eine relativ moderate und stabile Renditeprämie beibehalten? Bislang ist das der Fall – und die Ruhe bei diesem Leitzins im August deutet darauf hin, dass sich daran in naher Zukunft wenig ändern könnte.

Die Rendite im 10-Jahresbereich legte gestern zum sechsten Mal in Folge zu und schloss bei 4,29 %. Dieses Niveau liegt weiterhin am unteren Ende der Spanne der vergangenen Monate – entsprechend präsentiert sich der Markt bis Mitte August insgesamt ruhig und stabil.
