Leonardo-Aktie: Jetzt Kauf? Analysten sehen Potenzial
Die Marktprämie gegenüber den Renditen der US-Treasuries ist im Juni etwas zurückgegangen, verglichen mit einer Schätzung ihres fairen Werts. Angesichts von Anzeichen für steigende Inflation infolge der Zölle sind die wirtschaftlichen Voraussetzungen für einen weiteren Rückgang der Marktprämie in naher Zukunft allerdings eher ungünstig.
Die durchschnittliche monatliche Fair-Value-Schätzung für Juni liegt bei 3,77 % und damit weiterhin leicht unter der aktuellen Rendite im 10-Jahres-Bereich. Am gestrigen Handelstag notierte die Benchmark-Rendite bei 4,50 % (15. Juli) und bewegt sich damit im Vergleich zur jüngeren Vergangenheit auf einem mittleren Niveau. Verglichen mit der aktuellen durchschnittlichen Fair-Value-Schätzung ergibt sich daraus eine Marktprämie von 73 Basispunkten – ebenfalls ein mittlerer Wert im bisherigen Jahresverlauf. Die Fair-Value-Schätzung wird von Capital Spectator als Mittelwert aus drei verschiedenen Modellen berechnet.

Die Marktprämie bewegte sich in den Monatsdaten weiterhin innerhalb einer Spanne von 50 bis 100 Basispunkten und setzte damit die Entwicklung des Jahres 2025 fort. Anleger werden in den kommenden Wochen und Monaten genau beobachten, welchen Einfluss die Zölle auf die Renditen im 10-Jahres-Bereich haben. Angesichts der Erwartung, dass die Zölle auf einem hohen Niveau bleiben dürften, liegt es nahe, dass die Schwankungsbreite der Marktprämie zunehmen könnte – vor allem, wenn der Markt eine höhere Kompensation für das Halten von US-Schulden einpreist. Ein weiterer Faktor, der die Marktprämie auf einem vergleichsweise hohen Niveau halten könnte, ist die wachsende Sorge um ein steigendes Haushaltsdefizit der USA in den kommenden Jahren.

Der Anstieg der US-Verbraucherinflation fiel im Juni höher aus als erwartet. Der Verbraucherpreisindex (VPI) legte im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,7 % zu und stieg damit so stark wie seit Februar nicht mehr. Der Kern-Verbraucherpreisindex, der die volatileren Komponenten Nahrungsmittel und Energie ausklammert, erreichte eine Jahresrate von 2,9 %.

„Der heutige Bericht zeigt, dass sich die Zölle nun allmählich in den Preisen bemerkbar machen“, sagte Omair Sharif, Head of Inflation Insights. „Bekleidung ist teurer geworden, die Preise für Haushaltswaren sind sprunghaft angestiegen … und auch Freizeitartikel haben sich verteuert.“
Joe Brusuelas, Chief Economist bei RSM US, ergänzte: „Die Inflation beginnt langsam anzuziehen. Wir sehen erste Anzeichen für zollbedingte Preissteigerungen sowohl bei importierten langlebigen Gütern als auch bei Verbrauchsgütern. Die entscheidende Frage ist nun: Wird die nachlassende, aber noch immer hohe Inflation bei Dienstleistungen und im Wohnungsbau weiter zurückgehen und damit den stärkeren Anstieg bei langlebigen und nicht langlebigen Gütern ausgleichen? Wir gehen davon aus, dass die Fed zunächst abwartet, bis sich ein klareres Bild der Inflationsentwicklung abzeichnet.“
Die Fed-Funds-Futures – basierend auf Daten der CME – sehen derzeit eine nahezu sichere Wahrscheinlichkeit, dass die Zentralbank ihren Leitzins bei der bevorstehenden FOMC-Sitzung am 30. Juli unverändert in der Spanne von 4,25 % bis 4,50 % belässt. Für die September-Sitzung, bei der zuletzt eine moderate Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung eingepreist war, signalisiert der Futures-Markt inzwischen eher eine 50:50-Chance.
