Eilmeldung
0
Werbefreie Version. Jetzt upgraden für ein Surferlebnis auf Investing.com ganz ohne Werbung. Sparen Sie bis zu 40%. Weitere Details

Gut für den Goldpreis: Hedgefonds sieht brutalen Bärenmarkt

Rohstoffe & Futures23.12.2019 06:47
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Artikel wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
 
© Reuters.

Investing.com - Aktien, Treasuries und der Bereich Corporate Credit stehen einem der erfolgreichsten Hedgefonds im Vorjahr zufolge vor einem brutalen Bärenmarkt. Davon profitieren dürften die Edelmetalle und insbesondere der Goldpreis. Die Macher von Crescat Capital, Kevin Smith und Tavi Costa, sprechen sogar vom besten Makro-Setup, das sie je in ihrer Karriere gesehen haben.

Schuld an dem heraufziehenden Übel sei die Federal Reserve. Sie drucke Geld, als befände man sich in einer schweren Finanzkrise. Aktien und Unternehmensanleihen profitieren von der Liquiditätflut, aber es sei eine brandgefährliche Situation, warnt Crescat. "Die Vorstellung, dass das Drucken von Geld eine Art Versicherungspolice darstellt, die keinen Preis hat, ist einfach nur falsch".

Die Fed kauft seit Mitte September US-Staatsanleihen mit kurzer Laufzeit, um einen drohenden Finanzierungsengpass am Repo-Markt, wo sich u.a. Goldman Sachs (NYSE:GS), JP Morgan (NYSE:JPM) und Deutsche Bank (DE:DBKGn) einen Teil ihrer Finanzierung besorgen, zu bekämpfen. Seit dem hat die Notenbank ihre Bilanz um 364 Milliarden US-Dollar ausgeweitet. Bis Mitte Januar sollen weitere 471 Milliarden US-Dollar hinzukommen. Der Hedgefonds warnt in diesem Zusammenhang vor einer sich abzeichnenden systemischen Finanzkrise.

"Normalerweise ist es bereits zu spät, wenn die Repo-Alarmglocke blinkt", hieß es in dem vierteljährlichen Brief an Investoren. "Durch das schnelle Handeln der Fed wurde ein Unheil zwar verhindert, aber wohl nur vorübergehend".

Laut Crescat Capital begreifen viele Investoren die Repo-Krise noch nicht einmal. Das sorge für einen zunehmenden Risikoappetit der Investoren, die ihre Portofolios aufgrund der Alternativlosigkeit zu hohen Anlagerisiken aussetzen. "Die bullishe Anlegerstimmung und die Positionierung unter den Investoren erreichte in der vergangenen Woche den höchsten Stand, den wir je gesehen haben. Eine solche Euphorie markierte in der Vergangenheit markante Börsenhochs", erklärte der Hedgefonds, und schob hinterher, dass dies ein sehr wahrscheinliches Szenario sei, womöglich bereits zum Jahresende.

Was Crescat als besonderes Risiko einschätzt sei die Tatsache, dass die globalen Anleiherenditen am langen Ende der Kurve steigen. Dies mache die Kreditbedingungen restriktiver und Investoren müssten ihre gehebelten Long-Positionen auf langlaufende Anleihen glattstellen. Dies könne für die herrschenden Probleme als Katalysator dienen.

"Eine umfangreiche Glattstellung könnte sich selbst verstärken und möglicherweise zu noch mehr Interventionen der Fed führen, um das lange Ende der Kurve in Schach zu halten. Dies könnte den offiziellen Beginn von QE4 markieren", glaubt Crescat.

Ein weiteres Warnsignal sei laut dem Unternehmen auch der Spread zwischen den zehnjährigen US-Staatsanleihen und dem Taylor-Zins, der den kurzfristigen Zinssatz in Abhängigkeit von der laufenden Inflations-, Arbeitsmarkt- und Konjunkturentwicklung setzt. Der Spread sei auf dem tiefsten Stand seit 44 Jahren angekommen, sagte Tavi Costa, globaler Makro-Analyst bei Crescat. "Die Inflation ist jedes Mal zu einem Problem geworden, als der Spread ins Negative ging. Was dieses Phänomen noch spezieller macht, ist die Tatsache, dass die Fed zusätzlich zu einer extrem lockeren Zinspolitik massiv Geld druckt. Es lässt sich kaum ausschließen, dass die Geldpolitik diesmal einen hohen Preis hat".

Pauschal kann man sagen, dass sich Aktien in Zeiten hoher Inflationsraten schlecht entwickeln. Der Grund: Inflationssorgen bereiten den Boden für Zinserhöhungen, die Volkswirtschaft verliert an Schwung und die Margen der Unternehmen schrumpfen.

Warnsignale kommen laut Crescat auch von den sich eintrübenden fundamentalen Rahmenbedingungen wie Unternehmensgewinne und Industrieproduktion. Weitere Kursgewinne an den Aktienmärkten im neuen Jahr seien daher aus deren Sicht sehr unwahrscheinlich. Weitere Gründe dafür sehen Tavi und Smith in den Arbeitsmarkt- und Verbraucherindikatoren, die gerade erst südwärts drehen.

Laut den Experten warnen bereits drei Frühindikatoren am Arbeitsmarkt vor einer möglichen Trendwende: die offenen Stellen (JOLTS), der Spike bei den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe sowie der jüngste Kollaps im ADP-Bericht.

Die Erstanträge sprangen im Vierwochendurchschnitt jüngst auf den höchsten Stand seit Anfang März. Als Faustformel gilt: sobald die Erstanträge mehrmals hintereinander um mehr als 35.000 pro Woche steigen, gilt dies als ein Zeichen dafür, dass die Wirtschaft an Kraft verliert und in eine Rezession zu stürzen droht.

Auch sei ein Gipfel bei der Verbraucherstimmung möglich, glaubt der Hedgefonds. Festmachen lasse sich das am Index Bloomberg Personal Finance Survey, der vom Hoch vor dem Platzen der Tech-Blase aus nach unten zeigt und nun eine Divergenz zum Conference Board Verbrauchervertrauen aufzeige. "Da der Arbeitsmarkt sein Hoch wahrscheinlich bereits gesehen hat, glauben wir, dass als Nächstes das Verbrauchervertrauen fallen wird".

All diese Tatsachen seien Warnzeichen für exzessive Instabilität, so Crescat. Profitieren dürften davon Edelmetalle, insbesondere der Goldpreis. "Alles fügt sich zusammen", schreiben Kevin Smith und Tavi Costa. "Wir sind der festen Überzeugung, dass die Geldpolitik diesmal einen Preis haben wird".

Das globale Geldrucken, welches die Fed als Reaktion auf die Repo-Krise losgetreten habe, werde die Goldpreise aller Voraussicht nach hoch treiben., schreibt der Hedgefonds. "Wir sehen Gold als die ultimative Anlage, die sich in einem Umfeld eines Konjunkturabschwungs, zunehmender globaler Währungskriege, der Implosion von Fiat-Währungen, die mit einer rekordhohen Staatsverschuldung unterfüttert sind, oder sogar einem ausgewachsenen inflationären Schub wahrscheinlich outperformen wird", glaubt Crescat. "Unser Basisszenario ist, dass die Regierungen und die Zentralbanken das Gaspedal weiterhin bis zum Anschlag durchtreten, um eine Kreditimplosion zu verhindern oder zu reparieren, bis die Inflation zu einem Dauerproblem wird".

Der von Crescat Capital gemanagte Global Macro Hedge Fund hat seit seiner Auflegung im Jahr 2006 eine jährliche Rendite von 10,1 Prozent eingebracht. Die Benchmark, der HFRX Global Hedge Fund Index dagegen nur 0,6 Prozent, während der S&P 500 auf 9,1 Prozent kommt.

von Robert Zach

Gut für den Goldpreis: Hedgefonds sieht brutalen Bärenmarkt
 

Verwandte Beiträge

Gold leidet unter Dollar-Stärke und Renditeanstieg
Gold leidet unter Dollar-Stärke und Renditeanstieg Von Investing.com - 17.09.2021 1

Von Barani Krishnan  Investing.com - Ein steigender Dollar und höhere US-Treasury-Renditen gaben dem Goldpreis am Freitag nicht den Hauch einer Chance auf eine Erholung nach dem...

Ölpreise rücken von Sieben-Wochen-Hochs ab
Ölpreise rücken von Sieben-Wochen-Hochs ab Von Investing.com - 17.09.2021

Von Peter Nurse  Investing.com -- Die Ölpreise gaben am Freitag leicht ab, steuern aber auf das vierte Wochenplus in Folge zu. Für steigende Preisnotierungen sorgt vor allem das...

Ölpreise nach Rallye etwas schwächer
Ölpreise nach Rallye etwas schwächer Von Investing.com - 17.09.2021

Von Gina Lee  Investing.com – Der Ölpreis verlor am Freitagmorgen auf den asiatischen Märkten leicht, auch nachdem die Versorgung rund um den Golf von Mexiko nach zwei Hurrikans...

Kommentieren

Richtlinien zur Kommentarfunktion

Wir möchten Sie gerne dazu anregen, Kommentare zu schreiben, um sich mit anderen Nutzern auszutauschen. Teilen Sie Ihre Gedanken mit und/oder stellen Sie anderen Nutzern und den Kolumnisten Fragen. Um jedoch das Niveau zu erhalten, welches wir wertschätzen und erwarten, beachten Sie bitte die folgenden Kriterien:

  • Bereichern Sie die Unterhaltung
  • Bleiben Sie beim Thema. Veröffentlichen Sie nur Texte, die zu den genannten Inhalten passen. 
  • Respektieren Sie einander. Auch negative Meinungen und Kritik kann positiv und diplomatisch ausgedrückt werden. 
  • Benutzen Sie die anerkannten Ausdrucks- und Rechtschreibregeln. 
  • Beachten Sie: Spam, Werbenachrichten und Links werden gelöscht. 
  • Vermeiden Sie Profanität, Beleidigungen und persönliche Angriffe auf Kolumnisten oder andere Nutzer. 
  • Bitte kommentieren Sie nur auf Deutsch.

Diejenigen, die die oben genannten Regeln missachten, werden von der Webseite entfernt und können sich in der Zukunft je nach Ermessen von Investing.com nicht mehr anmelden.

Was denken Sie?
 
Sind Sie sicher, dass Sie diesen Chart löschen möchten?
 
Senden
Posten auf
 
Angehängten Chart durch einen neuen Chart ersetzen?
1000
Sie sind gegenwärtig aufgrund von negativen Nutzerbeurteilungen von der Abgabe von Kommentaren ausgeschlossen. Ihr Status wird von unseren Moderatoren überprüft.
Warten Sie bitte eine Minute bis zur erneuten Abgabe Ihres Kommentars.
Danke für Ihren Kommentar. Bitte beachten Sie, dass alle Kommentare erst nach vorheriger Überprüfung durch unsere Moderatoren veröffentlicht werden und deshalb nicht sofort auf unserer Webseite erscheinen können.
Kommentare (3)
Lex Wild
Lex Wild 23.12.2019 18:37
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Die Bären sind käuflich und werden beim billigen Geld schwach ;-)
Move Forward
Move Forward 23.12.2019 12:03
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
Ich warte seit 2 Jahren auf einen bärenmarkt... Wird immer erstickt mit mehr Liquidität... (noch) möchte meine gold/Silberminen endlich mal im Himmel sehen :)
Jo Richman
Jo Richman 23.12.2019 10:52
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
danke Robert
 
Sind Sie sicher, dass Sie diesen Chart löschen möchten?
 
Senden
 
Angehängten Chart durch einen neuen Chart ersetzen?
1000
Sie sind gegenwärtig aufgrund von negativen Nutzerbeurteilungen von der Abgabe von Kommentaren ausgeschlossen. Ihr Status wird von unseren Moderatoren überprüft.
Warten Sie bitte eine Minute bis zur erneuten Abgabe Ihres Kommentars.
Chart zum Kommentar hinzufügen
Sperre bestätigen

Sind Sie sicher, dass Sie %USER_NAME% sperren möchten?

Dadurch werden Sie und %USER_NAME% nicht mehr in der Lage sein, Beiträge des jeweils anderen auf Investing.com zu sehen.

%USER_NAME% wurde erfolgreich zu Ihrer Sperrliste hinzugefügt.

Da Sie diese Person entsperrt haben, müssen Sie 48 Stunden warten, bevor Sie sie wieder sperren können.

Diesen Kommentar melden

Sagen Sie uns Ihre Meinung zu diesem Kommentar

Kommentar markiert

Vielen Dank!

Ihre Meldung wurde zur Überprüfung an unsere Moderatoren geschickt
Haftungsausschluss: Fusion Media would like to remind you that the data contained in this website is not necessarily real-time nor accurate. All CFDs (stocks, indexes, futures) and Forex prices are not provided by exchanges but rather by market makers, and so prices may not be accurate and may differ from the actual market price, meaning prices are indicative and not appropriate for trading purposes. Therefore Fusion Media doesn`t bear any responsibility for any trading losses you might incur as a result of using this data.

Fusion Media or anyone involved with Fusion Media will not accept any liability for loss or damage as a result of reliance on the information including data, quotes, charts and buy/sell signals contained within this website. Please be fully informed regarding the risks and costs associated with trading the financial markets, it is one of the riskiest investment forms possible.
Mit Google registrieren
oder
Registrierung