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ROUNDUP/ Eurozone: Inflation schwächt sich stärker als erwartet ab

Veröffentlicht am 03.04.2024, 12:10
Aktualisiert 03.04.2024, 12:15

LUXEMBURG (dpa-AFX) - Die Inflation in der Eurozone hat sich im März stärker als erwartet abgeschwächt. Die Verbraucherpreise stiegen um 2,4 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg nach einer ersten Schätzung mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit einer Rate von 2,5 Prozent gerechnet. Vor einem Jahr lag die Inflation noch bei 6,9 Prozent. Ökonomen erwarten, dass die EZB im Juni ihre Leitzinsen senken dürfte.

Es war der dritte Rückgang der Inflation in Folge. Im Februar hatte die Teuerung in der Eurozone noch 2,6 Prozent betragen und im Januar 2,8 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im März um 0,8 Prozent. Volkswirte hatten mit einem Anstieg um 0,9 Prozent gerechnet.

Die Preisentwicklung nähert sich weiter dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) an, die mittelfristig eine jährliche Inflationsrate von zwei Prozent anstrebt. Die EZB hatte im Kampf gegen die hohe Teuerung die Zinsen kräftig angehoben. Die Inflation hatte im Herbst 2022 ein Rekordhoch von 10,7 Prozent erreicht.

Im März ging auch die Kernteuerung ohne schwankungsanfällige Preise für Energie-, Nahrungs- und Genussmittel weiter zurück. Die Rate fiel von 3,1 Prozent im Vormonat auf 2,9 Prozent. Ökonomen hatten mit 3,0 Prozent gerechnet. Die Kerninflation bildet die grundlegende Teuerung ab und stellt den Inflationstrend nach Meinung vieler Ökonomen besser dar als die Gesamtrate.

Der Preisauftrieb bei Lebens- und Genussmittel schwächte sich merklich ab. Die Preise stiegen hier noch um 2,7 Prozent, nachdem sie im Februar noch um 3,9 Prozent geklettert waren. Energie war abermals günstiger als im Vorjahresmonat. Allerdings schwächte sich der Rückgang im Jahresvergleich ab, von 3,7 Prozent im Vormonat auf nur noch 1,8 Prozent.

In der Eurozone hat Kroatien mit 4,9 Prozent die höchste Inflationsrate. Am niedrigsten war sie in Lettland, wo sie bei 0,3 Prozent liegt. In Deutschland stiegen die Verbraucherpreise gemessen an dem HVPI um 2,3 Prozent im Jahresvergleich.

Der Rückgang der Gesamtrate und der Kernrate in der Eurozone spricht laut den Analysten von Capital Economics für eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im Juni. Auf der nächsten Sitzung in der kommenden Woche dürfte sie die Zinsen aber noch nicht antasten. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte zuletzt auch eine Zinssenkung für den Juni angedeutet.

Eine weitere Preisberuhigung in den kommenden Monaten ist laut Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank noch nicht ausgemacht. Steigende Löhne im Dienstleistungssektor und höhere Rohstoffpreise könnten dem im Wege stehen. "Die Verdreifachung des Kakaopreises innerhalb eines halben Jahres mahnt dabei zur Vorsicht", warnt Gitzel. Auch andere Rohstoffpreise würden derzeit steigen.

Der Euro und deutsche Bundesanleihen gaben vorherige Kursgewinne nach der Veröffentlichung der Preisdaten wieder ab. Die Kursausschläge hielten sich jedoch in Grenzen. Schließlich hatten die vier größten Volkswirtschaften der Eurozone schon vorher ihre Inflationsdaten veröffentlicht.

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