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ROUNDUP 3: Linde startet gut ins Jahr - Gesundheit wird wichtiger

Veröffentlicht am 04.05.2012, 13:25
Aktualisiert 04.05.2012, 13:28
(Neu: Zitate aus der Hauptversammlung, Reaktion der Aktionärsschützer, Aussage zu Zukäufen)

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Industriegase-Spezialist und Anlagenbauer Linde ist vor allem dank der weiter großen Nachfrage in Asien und Amerika mit einem Plus bei Umsatz und Gewinn ins Jahr gestartet. Linde setzt angesichts des hoffnungsfrohen Auftakts zum Trotz auch in den kommenden Monaten auf wachsende Geschäfte, bleibt aber misstrauisch: „Nach wir vor bestehen jedoch große Unsicherheiten über die Nachhaltigkeit und Intensität des Wirtschaftswachstums“, sagte Vorstandschef Wolfgang Reitzle am Freitag vor rund 2.000 Aktionären in München. Für 2012 peilt der Münchener Konzern nach dem jüngsten Rekordjahr einen weiteren Zuwachs bei Umsatz und operativem Ergebnis an.

„Wir sind ganz ordentlich in das neue Geschäftsjahr gestartet und zuversichtlich, unsere Ziele zu erreichen“, sagte Reitzle. Auch für die kommenden Jahre sei Linde auf Kurs. Aktionärsschützer hatten wenig an Reitzles Führungsstil auszusetzen und lobten die gute Entwicklung des Konzerns. „Alles ist so, dass wir zufrieden sein können“, sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Die Aktie verlor im Nachmittagshandel um 1,2 Prozent auf 127,00 Euro. Umsatz und operatives Ergebnis hätten im Rahmen der Erwartungen gelegen, schrieb Analyst Stephan Kippe von der Commerzbank.

AUSBAU DES MEDIZINGESCHÄFTS

Neben dem klassischen Geschäft mit Industriegasen und dem Erdöl- und Gasgeschäft setzen die Münchner große Hoffnungen auf das Medizingeschäft. „Ganz grundsätzlich ist der Healthcare-Markt ein zukunftsträchtiges Geschäft - ein globaler Megatrend“, sagte Reitzle. Ein Grund: Gerade in den Industrienationen werden die Menschen immer älter, chronische Erkrankungen nehmen zu, Pflege und Medizin werden wichtiger. „Zudem haben auch in den aufstrebenden Volkswirtschaften immer mehr Menschen Zugang zu einer guten medizinischen Versorgung.“

Mit einem Jahresumsatz von fast 1,2 Milliarden Euro ist Linde bereits der weltweit zweitgrößte Anbieter medizinischer Gase nach Air Liquide. Vor allem bei Beratung und Service will der Konzern aufstocken. Dabei hat Reitzle nicht nur die Märkte in Europa und Nordamerika im Blick, sondern will für das Medizingeschäft auch neue Märkte erschließen. Linde plane weitere Zukäufe in Größenordnungen, die 'beherrschbar' seien, sagte Reitzle.

ERDGAS MIT ZUNEHMENDER BEDEUTUNG

Vor wenigen Monaten kaufte Reitzle für fast 600 Millionen Euro das Heimmedizin- oder Homecare-Geschäft des US-Konkurrenten Air Products. Dabei geht es vor allem um die Pflege in den eigenen vier Wänden, außerhalb der Klinik. „Insbesondere in den reiferen Volkswirtschaften ist seit einiger Zeit eine Verschiebung von der kostenintensiven Langzeitversorgung in Krankenhäusern hin zu einer Betreuung im häuslichen Umfeld der Patienten zu beobachten“, sagte Reitzle.

Daneben setzt der Konzern auch auf das Energiegeschäft, auch bei den erneuerbaren. „Unsere Verfahren und Technologien werden über die gesamten Wertschöpfungsketten erneuerbarer und fossiler Energieträger benötigt - also von der Förderung, über die Umwandlung, den Transport und die Speicherung“, sagte Reitzle. Linde ist weltweit ein führender Anbieter für Lösungen zur Erschließung von Öl- und Erdgasfeldern. „Im Zuge der viel diskutierten Energiewende nimmt die Bedeutung von Erdgas als Brückentechnologie stetig zu.“

ZUWÄCHSE IM QUARTAL

Zwischen Januar und März steigerte Linde den Gewinn vor Steuern und Zinsen um fast 6 Prozent auf 537 Millionen Euro. Dazu beigetragen hätte auch der strikte Sparkurs des Unternehmens, sagte Reitzle. Unter dem Strich fiel der Zuwachs angesichts einer höheren Steuerlast allerdings etwas magerer aus. Nach Steuern stieg der Gewinn um gut 1 Prozent auf 287 Millionen Euro im ersten Quartal. Der Umsatz kletterte um 5,4 Prozent auf 3,51 Milliarden Euro. Ähnlich gut startete der französische Konkurrent Air Liquide ins neue Jahr.

Linde produziert Industriegase, Flaschengase, Flüssiggas, aber auch Anlagen zur Herstellung von Stickstoff und Sauerstoff für die Erschließung von Öl- und Gasfeldern. Zudem sind die Münchner im Anlagenbau tätig.Der Konzern beschäftigt weltweit inzwischen mehr als 50.000 Menschen./mne/sbr/wiz

--- Michaela Nehren-Essing, dpa-AFX und Sebastian Raabe, dpa ---

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