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Ist es zu spät, um Coronavirus-Biotech-Aktien zu kaufen?

Veröffentlicht am 27.03.2020, 15:09
© Reuters.
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Eine Handvoll Biotech-Firmen sind zu den Gewinnern an der Börse geworden, auch wenn der Ausbruch des Coronavirus den Markt insgesamt in eine Baisse geführt hat. Der US-Index S&P 500 ist seit Jahresbeginn um rund ein Viertel abgestürzt, während Moderna Inc (NASDAQ:MRNA) (WKN: A2N9D9) 47 %, Regeneron Pharmaceuticals Inc (NASDAQ:REGN) (WKN: 881535) 34 %, Gilead (NASDAQ:GILD) Sciences (WKN: 885823) 24 % und Inovio Pharmaceuticals (WKN: A115GK) 96 % zulegen konnten.

Die Gründe für die kurzfristige Performance dieser Unternehmen sind kein Geheimnis. Jedes von ihnen arbeitet an einer Behandlung der Infektionskrankheit COVID-19 oder einem Impfstoff gegen das weltweit grassierende Coronavirus. Jetzt fragen sich viele Investoren Folgendes: Ist es angesichts der Kursgewinne zu spät, Aktien dieser Unternehmen zu kaufen?

Mit Ländern wie Frankreich und Italien, die abgeriegelt sind, und mit der Zunahme von Coronavirus-Fällen in den USA und anderswo ist der Ausbruch sicherlich noch lange nicht vorbei. Und solange er anhält und die Biotech-Unternehmen Fortschritte bei ihren Behandlungs- oder Impfstoffprogrammen machen, ist ein weiterer Kursaufschwung möglich. Aber so bleibt das eine kurzsichtige Investitionsstrategie.

Die Einnahmen aus der reinen Behandlung bezüglich des Coronavirus könnten begrenzt sein aufgrund des eher kurzen Zeitrahmens von Pandemien und der vermehrt aufkommenden ethischen Frage der Preisgestaltung bei Impfstoffen. Ich bevorzuge langfristige Investitionen auf der Grundlage der gesamten Pipeline des jeweiligen Unternehmens. Schauen wir uns also lieber diese jüngsten Börsenstars genauer an.

Moderna Moderna arbeitet an einem Coronavirusimpfstoff, der auf seiner Boten-RNA (mRNA)-Technologie basiert. Sie nutzt die mRNA, um die Körperzellen anzuweisen, bestimmte Proteine herzustellen, die Krankheiten verhindern sollen. Moderna sagte diese Woche, dass dem ersten Teilnehmer an der klinischen Phase-1-Studie der Impfstoff verabreicht worden sei. Die von den National Institutes of Health durchgeführte Studie wird die Sicherheit des Impfstoffs und die von ihm ausgelösten Immunreaktionen untersuchen.

Moderna beabsichtigt, in einigen Monaten mit einer Phase-2-Studie zu beginnen. Das Unternehmen hat mehr als 20 Kandidaten in der Pipeline für Behandlungsbereiche wie Infektionskrankheiten und Krebs, aber noch keine Phase-2-Studien für einen von ihnen abgeschlossen. Das bedeutet, dass wir noch nicht wissen, ob die mRNA-Technologie von Moderna beim Menschen funktioniert.

Regeneron Regeneron gab diese Woche die Entdeckung von Hunderten von Antikörpern bekannt, die das Coronavirus neutralisieren könnten, um in Abstimmung mit dem US-Gesundheitsministerium auf eine Behandlung hinzuarbeiten. Regeneron sagte, dass es die beiden besten Antikörper für seine potenzielle Behandlung auswählen wird und im Frühsommer mit den Tests am Menschen beginnen will.

Unabhängig davon arbeitet das Unternehmen mit dem französischen Arzneimittelhersteller Sanofi (PA:SASY) (NASDAQ:SNY) zusammen und hat im Rahmen dieses Projekts gerade eine Phase-2/3-Studie für das Rheuma-Medikament Kevzara in New York bei Patienten, die an COVID-19 leiden, begonnen. Neben der Arbeit an Coronavirusbehandlungen hat Regeneron fast 30 Produkte in Bereichen wie Herz-Kreislauf-Gesundheit und Onkologie in der Pipeline, darunter sechs zugelassene Medikamente. Seit 2012 hat das Unternehmen seinen Umsatz jedes Jahr gesteigert.

Gilead Anfang dieses Monats begann Gilead mit zwei Phase-3-Studien für sein antivirales Prüfpräparat Remdesivir bei Coronaviruspatienten. Vor Kurzem sagte der Direktor der US-Centers for Disease Control and Prevention, dass Remdesivir für Coronavirenpatienten im Bundesstaat Washington, dem US-Epizentrum des Ausbruchs, im Rahmen eines „compassionate use“ verfügbar sei.

Gilead hat eine volle Pipeline und fast 30 Produkte auf dem Markt in Behandlungsbereichen wie HIV und Herz-Kreislauf-Gesundheit. Das Unternehmen verzeichnete im vergangenen Jahr einen Anstieg der Verkäufe von HIV-Produkten um 12 %. Analysten sagen voraus, dass der HIV-Medikamentenmarkt bis 2022 26 Milliarden US-Dollar erreichen werde, gegenüber 20 Milliarden US-Dollar im Jahr 2015. Und die US Food and Drug Administration prüft derzeit Filgotinib, Gileads Medikament gegen rheumatoide Arthritis, ein weiteres wachsendes Behandlungsgebiet.

Inovio Inovio kündigte vor Kurzem an, dass sie im nächsten Monat mit der Erprobung ihres Coronavirusimpfstoffs am Menschen beginnen werde und beabsichtige, im Herbst Daten zu präsentieren. Der Zeitplan des Unternehmens sieht die Produktion von 1 Million Dosen für zusätzliche Versuche oder den Einsatz in Notfällen bis Ende des Jahres vor.

Inovios Kandidaten basieren auf seiner DNA-Technologie. Und so funktioniert sie: Inovios intelligentes tragbares Gerät bringt optimierte Plasmide in Zellen ein durch eine Injektion in den Muskel oder in die Haut. Bei diesen Plasmiden handelt es sich um Kreise aus doppelsträngiger DNA, die durch Computersequenzierung so umstrukturiert wurden, dass der Körper eine spezifische Immunantwort auslöst. Einmal im Körper, replizieren sich diese Plasmide.

Inovio hat sieben Kandidaten für verschiedene Tumorarten und Infektionskrankheiten in der Pipeline. Dieses Jahr könnte wichtig werden für das Unternehmen: Für das am weitesten fortgeschrittene Produkt werden im vierten Quartal Daten zur Wirksamkeit aus einer Phase-3-Studie erwartet. Dabei geht es um eine Immuntherapie für durch humane Papillomaviren verursachte Krebserkrankungen.

Wie also sollten Investoren über all das denken? Und wie handeln? Ich tendiere dazu, Biotech-Unternehmen wie Gilead und Regeneron zu bevorzugen, da sie dank der Einnahmequelle, die sie aus bereits auf dem Markt befindlichen Produkten haben, einen Vorteil haben. Aber Unternehmen in der klinischen Phase wie Moderna oder Inovio können Investoren ebenso viele Möglichkeiten bieten – wenn die Pipeline stark genug und der Aktienkurs nicht in die Höhe geschossen ist.

Moderna und Inovio haben allerdings zu schnell zu viel zugelegt aufgrund des Optimismus über ihre Coronavirusbehandlungen. Deshalb empfehle ich im Moment nicht, sie mit langfristiger Perspektive zu kaufen. Aber sobald der Coronavirussturm vorbei ist und sich die Aktienkurse beruhigt haben, könnten sie einen zweiten Blick wert sein.

Dieser Artikel wurde von Adria Cimino auf Englisch verfasst und am 20.03.2020 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Adria Cimino hat keine Position in einer der genannten Aktien. The Motley Fool besitzt Aktien von Gilead Sciences und empfiehlt diese.

Motley Fool Deutschland 2020

Dieser Artikel erschien zuerst auf The Motley Fool

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