2026 steht vor der Tür: Welche Assets jetzt Pflicht sind

Veröffentlicht am 03.12.2025, 08:04

Ich bin nicht ausreichend investiert. Und du bist es auch nicht.

Die globale geldpolitische Expansion in der Realwirtschaft dürfte 2026 außergewöhnlich stark ausfallen.

Je mehr unmittelbar nutzbares Geld die Volkswirtschaften rund um den Globus schaffen, desto kräftiger wird der nominale Wachstumsimpuls ausfallen.

Die Zentralbanken weltweit werden diesem Prozess nicht entgegensteuern.

In einigen Fällen werden sie sogar eine lockere Geldpolitik beibehalten, obwohl die Geldschöpfung deutlich zunimmt.

Die zentrale Frage lautet also: Welche Anlageklassen profitieren in einem solchen makroökonomischen Umfeld am meisten?

Darauf kommen wir in einem Moment zurück - zuvor jedoch eine wichtige Nachricht.

Wir nähern uns dem ersten Jahr meines Makrofonds, und ich könnte kaum stolzer sein.

Unser Investmentprozess wird kontinuierlich besser, und das Interesse institutioneller Investoren ist ausgesprochen hoch: Im ersten Quartal 2026 werden wir mehrere große Kapitalgeber an Bord holen.

Ich bin ein großer Verfechter persönlicher Gespräche, und daher werde ich im kommenden Jahr um die Welt reisen, um Investoren zu treffen.

Lass uns einen Schritt zurücktreten und den makroökonomischen Gesamtausblick betrachten:

Die Geldschöpfung wird 2026 außergewöhnlich hoch sein: fiskalische Impulse aus den USA (OBBB), Deutschland, Japan, Korea und anderen Volkswirtschaften sowie Investitionen im Bereich KI werden die Geldmenge weiter ausweiten;

Die Zentralbanken werden diesen Prozess nicht bekämpfen - im Gegenteil, viele von ihnen agieren per Saldo eher locker;

Die nachlassende Preisdynamik auf dem US-Wohnungsmarkt dürfte dazu führen, dass die Kerninflation in den USA für eine gewisse Zeit im Bereich von 2,5 bis 3,0 % verharrt;

Das Gesamtbild lässt sich klar zusammenfassen: nominales Wachstum über 5 %, neutrale bis lockere Zentralbanken und eine anhaltend hohe weltweite Geldschöpfung;

Im Jahr 2025 führten fiskalische Defizite und private Verschuldung - also zusätzliche Geldschöpfung - weltweit zu rund 8,1 Billionen US-Dollar (!) an inflationärem Geld, das in die globalen Volkswirtschaften gelangte.

USD-Guthaben weltweit

Für 2026 ist mit weiteren staatlichen Impulsen sowie zusätzlichen, kreditfinanzierten Investitionen im Bereich KI zu rechnen.

Die weltweite, geldschaffende Realwirtschaft dürfte damit weiterhin auf Hochtouren laufen.

Zum Vergleich: Hier unsere Prognose für die deutsche Geldschöpfung 2026 auf Basis des umfangreichen Konjunkturpakets:

Geldschöpfung in Deutschland YTD 2017–2026F

Die globale Geldschöpfung steht in enger Beziehung zum nominalen Wachstum: Je stärker neue reale Kaufkraft geschaffen wird, desto wahrscheinlicher steigt das nominale Wachstum.

Doch wie reagieren die Zentralbanken weltweit? Bleiben sie trotz kräftiger Geldschöpfung auf einem lockeren Kurs?

Die folgende Tabelle zeigt die geldpolitische Haltung der wichtigsten Zentralbanken - schwarz für neutral, rot für restriktiv und grün für locker.

Zentralbank-Policy-Status

Ein Blick auf die Farbskala zeigt: Es gibt lediglich eine straff agierende Zentralbank (Brasilien), einige neutrale Akteure (+/- 50 Basispunkte um den Neutralpunkt herum) und eine große Gruppe von Zentralbanken, die global betrachtet locker eingestellt sind. In vielen Fällen resultiert diese lockere Haltung schlicht daraus, dass das eigene Inflationsziel de facto ignoriert wird.

In den USA, Kanada und Japan liegt der sogenannte „2-Jahres-Forward-Rate“, also der Terminalzins, zwar ungefähr auf neutralem Niveau - doch dieser Begriff führt in die Irre, da die Kerninflation in allen Fällen klar oberhalb des Zielwertes liegt.

Eine Zentralbank, die eine neutrale Politik verfolgt, obwohl die Kerninflation über dem Ziel liegt und gleichzeitig Geldschöpfung stattfindet …

… agiert in Wahrheit ausgesprochen locker.

Was bedeutet dieses Umfeld nun für die Märkte?

Makro-Setup

Mein TMC-Asset-Allocation-Modell zeigt, dass wir je nach Inflationsniveau zwischen „The Squeeze“ und „Goldilocks“ liegen - entscheidend ist, ob die Kerninflation bei etwa 2,5 bis 2,8 % verharrt oder über 3 % steigt.

Grundsätzlich sind diese Quadranten im oberen rechten Bereich ausgesprochen günstig für Risikoanlagen.

Ein Blick auf frühere Phasen mit anhaltender Geldschöpfung und gleichzeitig lockerer Geldpolitik liefert einen brauchbaren Vergleich: Die Jahre 2005 bis 2006.

Damals lag die globale Inflationsrate bei rund 3 % (blau), während die Zentralbanken ihre Leitzinsen allmählich von 4 auf 5 % (orange) anhoben - im globalen Durchschnitt.

Heute bewegen sich die weltweiten Inflationsraten ebenfalls um 3 %, und die globalen Leitzinsen liegen bei etwa 5 %.

Wenn überhaupt, wirkt das heutige Umfeld noch stabiler, da die Geldschöpfung inzwischen primär durch staatliche Defizite getrieben wird - nicht durch private Verschuldung, wie in den Jahren 2005 bis 2007:

BMDFWOPR-BMDFWOCP Chart

In jener Phase zählten Schwellenländer, wertorientierte Aktienmärkte und Rohstoffe zu den stärksten Performern.

Und genau diese drei Anlageklassen sind heute in institutionellen Portfolios am niedrigsten gewichtet:

Untergewichtete Anlageklassen

Nach einem Jahrzehnt, in dem US-Technologieaktien dominiert haben und kaum Kapital in Value, Emerging Markets und Rohstoffe geflossen ist, sind diese Segmente strukturell untergewichtet.

Ich selbst bin in diesen Bereichen nicht ausreichend investiert.

Bist du es?

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