Inflation und steigende Kosten sind schon lange in der Logistikbranche spürbar. Während die Container-Preise und Frachtkosten aus Asien seit über einem Jahr astronomische Level erreicht haben, hat nun auch der Kurierdienst DPD seine Preise erhöht, „um den aktuell signifikanten Kostensteigerungen Rechnung zu tragen“. Wegen des immer teureren Kraftstoffs für Lastwagen und Transporter sowie aufgrund gestiegener Löhne hatten bereits auch Hermes (EPA:HRMS) und DHL die Preise nach oben angepasst – eine Maßnahme, die DHL als „unumgänglich“ bezeichnet. Zudem hat DHL den Preisvorteil bei online gekauften Päckchen- und Paketmarken abgeschafft – laut eigenen Angaben, um die Preise für die Kunden einfacher und übersichtlicher zu gestalten.
Dabei konnte die Post-Tochter Anfang des Jahres sehr gutes Umsatzwachstum verzeichnen. So kletterten die Zahlen von Januar bis März um 19.8% auf €22.6 Milliarden. Zu verdanken ist dies vor allem dem starken Logistik-Geschäft, in dem allein der Umsatz um rund 55% zulegte. Durch die Coronapandemie und die Folgen des Ukraine-Kriegs sind die Frachtraten deutlich gestiegen, denn die Transportkapazitäten sind knapp und damit teuer. Daher konnte zum ersten Mal in der Geschichte der Post die Frachtsparte das Paketgeschäft übertrumpfen.
Weitere Folgen der gestiegenen Kosten für Transport und Verpackung könnten in Zukunft die Rücksendungen von Online-Bestellungen betreffen. So rechnet der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (BEVH) damit, dass es bald im Online-Modehandel keine kostenlosen Retouren mehr geben wird. Während im vergangenen Jahr bereits Uniqlo, der größte japanische Bekleidungshändler, und das spanische Modeunternehmen Zara Rücksendegebühren eingeführt hatten, wehren sich andere große Konzerne, wie Amazon (NASDAQ:AMZN), Zalando (ETR:ZALG) und Otto, bislang allerdings noch gegen diesen Schritt.
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