Aktuelle Situation an Rohstoffmärkten

Veröffentlicht am 16.08.2018, 11:32

Die Rohstoffmärkte korrigierten seit Beginn dieses Jahres und insbesondere die Aktienpreise der Edelmetallproduzenten als auch der meisten Basismetallproduzenten befinden sich erneut auf historischen Tiefstständen. Fundamental spiegelt das jedoch nicht die Realität wieder. Die Rohstoffunternehmen verdienen selbst bei den aktuellen Rohstoffpreisen gutes Geld. Lediglich das Geld für die dringend benötigten Expansionen der großen Major sowie für neue Exploration ist weit und breit nicht zu sehen. Sowohl die Bewertungen als auch das Sentiment für Rohstoffunternehmen sind derzeit auf historischen Tiefstständen.

Selbst in der historisch einmaligen Tech Bubble um die Jahrtausendwende waren Minenaktien höher bewertet als sie dies aktuell sind - siehe Grafik

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Auch das Sentiment für Minenaktien ist derzeit schlechter als um die Jahrtausendwende. Als Investor ist man zwar immer vergeblich auf der Suche nach der Kristallkugel für das „perfekte“ Timing, allerdings ist es extrem schwierig bis nahezu unmöglich dieses zu treffen. Als langfristige Investoren sind für uns in erster Linie fundamentale Daten entscheidend und hier ist die extreme Unterbewertung des Rohstoffsektors eklatant. Die Minenaktien sind aktuell niedriger bewertet bei einem Goldpreis von 1.200 USD je Unze als im Jahr 1999 bei einem Goldpreis von 250 USD je Unze. In Anbetracht der gestiegenen Produktionskosten erscheint die aktuelle Bewertung von Minenaktien als extrem. Selbst bei sehr hohen Produktionskosten von 1.000 oder gar 1.100 USD je Unze verdienen die Unternehmen noch immer eine Marge von 100 USD je Unze, von der die Unternehmen 1999 bei einem Goldpreis von 250 USD je Unze lediglich träumen konnten. Das gleiche Bild ergibt sich auch bei Silber, den Basismetallen oder den Energierohstoffen.

Wir bewegen uns derzeit auf eine gigantische Short Situation bei den Metallen zu. Es gibt derzeit kaum noch neue Projekte mit welchen die Majors die aktuellen Produktionsraten aufrecht erhalten können

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Bestes Beispiel sind die Produktionsraten von Barrick Gold (NYSE:ABX), dem weltweit größten Goldproduzenten. Die Produktionsraten sind kontinuierlich rückläufig und in den kommenden Jahren werden die Produktionsraten aller Metalle so wie bei Gold erheblich zurückgehen.

Erstaunlich ist es für uns, dass zum ersten Mal in der Historie gelistete Unternehmen darüber nachdenken sich wieder zu privatisieren, da die Märkte den Wert der Unternehmen nicht wertschätzen. Auch die ersten Private Equity Firmen denken in die gleiche Richtung. So übernahm Orion Mine Finance einen der wenigen noch verbliebenen aussichtsreichen größeren Juniorexplorer Dalradian für 500 Mio CAD – einem Aufschlag von 60% zum letzten Börsenkurs. 60% Aufschlag klingen dabei zwar viel, nicht jedoch, wenn man in Betracht zieht, dass dies immer noch 50% unter dem Höchstkurs von vor 8 Jahren ist. Dalradian war eines der wenigen Unternehmen, welches die vergangenen 8 Jahre nicht in den survival Modus geschaltet hat, sondern das Projekt weiter exploriert und entwickelt hat.

Auch der Kampf um die wenigen verbliebenen interessanten neuen Projekte spitzt sich weiter zu. Nachdem Reservoir Mining von Nevsun Mining für 500 Mio CAD übernommen wurde, steht der Produzent nun selbst auf der Übernahmeliste von Lundin Mining. Allerdings wehrt sich Nevsun vehement gegen das Übernahmeangebot für 1,5 Mrd. USD und geht davon aus, dass das Projekt weit mehr wert ist als die von Lundin angebotene Offerte.

Auch eines unserer Portfoliounternehmen wurde leider vergangene Woche übernommen. Northern Empire war eines der wenigen neu gegründeten Unternehmen mit einem sehr aussichtsreichen Projekt und einem extrem erfahrenen Management. Auch wenn sich das Investment mit einem Kursplus von 100% auf Sicht von 12 Monaten für uns gelohnt hat, sehen wir diese Übernahme mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wir haben für das Unternehmen sehr viel mehr Potential gesehen und hätten uns gefreut das Projekt in Produktion zu sehen.

Fazit:

Auch wenn die Aktienkurse von Minenunternehmen derzeit wenig Freude bereiten und das Sentiment schlecht wie selten zuvor ist, finden weiterhin Übernahmen statt – freundlich wie feindlich. Die Diskussion um Privatisierungen im Minensektor zeigt eindeutig wie unterbewertet sich viele Firmen fühlen und wir sehen jede Übernahme mit gemischten Gefühlen. Kurzfristige Gewinne ja, aber es geht dem Sektor auch erhebliches langfristiges Potential verloren.

Für langfristige antizyklische Investoren ergeben sich derzeit enorme Chancen und sehen derzeit ein herausragendes Chance Risiko Verhältnis.

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