Alibaba greift wieder an: 120 % dank KI und Cloud

Veröffentlicht am 07.10.2025, 13:24


Alibaba Das Comeback des Jahres

Ich habe bereits im Februar Alibaba-Aktien gekauft, nachdem Staatspräsident der Volksrepublik Xi Jinping sich mit der chinesischen Wirtschaftselite traf und den großen Technologieunternehmen des Landes seine Unterstützung signalisierte.

Doch dass der Technologieriese seit meinem Einstieg so gut abschneidet, kommt auch für mich überraschend. Seit Jahresanfang liegt das Kursplus bei satten 120 %. Die Investoren honorieren damit die strategische Neuausrichtung des Unternehmens.

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Baba Chart 6.10.25

Vom Händler zur Plattform für Künstliche Intelligenz

Alibaba vollzieht gerade einen tiefgreifenden Wandel und entwickelt sich vom Onlinehändler zunehmend zu einem Infrastruktur-Anbieter, der die führende KI-Plattform Asiens aufbauen will.

Passend dazu präsentierte Alibaba im Rahmen der prestigeträchtigen Apsara-Konferenz sein neues KI-Flaggschiff Qwen3-Omni. Ein frei zugängliches, multimodales Modell, das Text, Bild, Audio und Video in Echtzeit verarbeiten kann. Mit diesem Open-Source-Ansatz öffnet das Unternehmen seine Technologie bewusst für Entwickler, Startups und Konzerne.

Das Ziel: Schaffung eines Ökosystems, in dem immer mehr Akteure auf die Rechenleistung und Tools der Alibaba-Cloud zugreifen. Dadurch entstehen Netzwerkeffekte, die das Cloud-Geschäft nachhaltig stärken und die Marktdurchdringung in China wie auch international erhöhen.

In diesem Kontext ist auch die Zusammenarbeit mit Nvidia bemerkenswert: Alibaba integriert Nvidias vollständige „Physical AI“-Software in seine Cloud-Plattform, um seinen Kunden Simulationen, Robotik-Training und die Abwicklung von KI-gestützten Produktionsprozessen zu ermöglichen.


Internationale Expansion

In einem Land, das bereits heute über ein Drittel der weltweit führenden Robotikunternehmen beheimatet, verschafft dieser Schritt Alibaba einen enormen strategischen Vorteil. Alibaba Das Unternehmen bietet seinen Kunden lokale Cloud-Infrastruktur, Datensicherheit nach chinesischem Recht und Abrechnung in nationaler Währung Renminbi (CNY). Das macht den Konzern zum natürlichen Partner für Unternehmen, die in China KI-Anwendungen entwickeln oder betreiben möchten. Zumal die westlichen Konkurrenten wie Google oder Microsoft kaum Zugang zum chinesischen Markt haben.

Doch damit nicht genug: Alibaba plant bereits die internationale Ausweitung seines Cloud-Netzes nach Europa, Asien und Südamerika. Zunächst sollen neue Rechenzentren in Brasilien, Frankreich und den Niederlanden entstehen, weitere sollen in Mexiko, Japan, Südkorea, Malaysia und Dubai folgen. Insgesamt will Alibaba sein Netzwerk auf über 90 Standorte weltweit ausweiten. Eine klare Kampfansage an westliche US-Hyperscaler wie Microsoft Azure, AWS oder Google.

Wachstum über mehrere Motoren

Neben dem technologischen Ausbau stabilisiert sich auch das traditionelle Handelsgeschäft. Die Plattform Taobao wurde umfassend modernisiert und mit dem neuen Konzept „Instant Commerce“ erweitert, das eine Lieferung innerhalb einer Stunde ermöglicht.

Damit bringt Alibaba den Onlinehandel näher an die Schnelligkeit und Flexibilität des stationären Handels und schafft ein Einkaufserlebnis, das für den chinesischen Massenmarkt zunehmend attraktiv wird.

Ergänzend dazu hat sich der Kartendienst Amap zu einer Lifestyle-Plattform entwickelt, die neben Navigationsdiensten auch Restaurantempfehlungen, Hotelbewertungen und Rabattaktionen bietet. So entsteht ein weiterer Zugang zu neuen Kundengruppen. Zeitgleich profitieren lokale Händler von zusätzlichem Online-Traffic und gezielter Werbung.

Doch damit nicht genug: Um die Prozesse im Kundenservice und in der Datenanalyse zu automatisieren und interne Abläufe effizienter zu gestalten, wurde die Plattform „Tongyi Qianwen“ eingeführt. Operativ entsteht somit ein doppelter Hebel: niedrigere Kosten im Kerngeschäft und steigende Umsätze durch KI-Dienstleistungen. Eine kluge Strategie, die wir bereits von IBM und Microsoft kennen.

Wichtig: Unter dem Namen „Hanguang“ entwickelt Alibaba auch eigene Chips für Rechenzentren, die langfristig die Abhängigkeit von Nvidia und anderen Anbietern verringern sollen. Diese Eigenentwicklungen sind speziell auf den chinesischen Markt und lokale Rechenanforderungen abgestimmt.

Da passt es gut ins Bild, dass China Unicom, einer der größten Telekom- und Cloudanbieter des Landes, Alibabas KI-Chips in seinen neuen Rechenzentren einsetzen wird. Ich halte diesen Auftrag für einen wichtigen Meilenstein: Er zeigt, dass Alibabas Technologie nicht nur intern, sondern auch von Großkunden nachgefragt wird. Das verleiht der eigenen Halbleitersparte Glaubwürdigkeit und eröffnet zusätzliche Potenziale im Cloudgeschäft.

BABA Umsatz- und Gewinnentwicklung

Zahlen zeigen klare Trendwende

Dass Alibaba auf dem richtigen Weg ist, zeigen die jüngsten Geschäftszahlen: Im abgelaufenen Quartal legten die Cloud-Erlöse um satte 26 % gegenüber dem Vorjahr zu, wobei über 20 % des externen Cloud-Umsatzes auf KI-Produkte entfielen. Ein klares Zeichen für die steigende Nachfrage nach KI-Rechenleistungen von Alibaba.

Starke Zuwächse gab es auch beim Nettoertrag, der ganze 66 % über dem Vorjahreswert lag. Allerdings investiert Alibaba derzeit massiv in seine Infrastruktur. Das belastet kurzfristig die Gewinn- und Cashflow-Spannen. Langfristig dürfte dies jedoch die Profitabilität erhöhen.

Eine ähnliche Entwicklung haben wir beim Konkurrenten Amazon gesehen, dessen Cloud-Sparte AWS mittlerweile für einen Großteil der Gewinne verantwortlich ist. Wichtig: Alibaba ist finanziell sehr solide aufgestellt und verfügt über rund 50 Mrd. USD Netto-Cash.

Bewertung und Risiken

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21 ist die Aktie im historischen Vergleich ambitioniert bewertet. Diese höhere Bewertung spiegelt jedoch das wachsende Vertrauen in den erfolgreichen Umbau des Konzerns und steigende Gewinnaussichten wider.

Nicht zu unterschätzen ist in diesem Zusammenhang das politische Risiko: Regulatorische Eingriffe oder geopolitische Spannungen mit den USA können jederzeit Einfluss auf Bewertung und Geschäftsentwicklung nehmen.

Hinzu kommt die begrenzte Verfügbarkeit westlicher Hochleistungschips, die den Ausbau der Rechenkapazitäten erschwert und die Umsetzung einzelner KI-Projekte verzögern kann.
Diese Faktoren begrenzen das kurzfristige Potenzial der Aktie, ändern jedoch nichts an der positiven strategischen Neuausrichtung des Unternehmens.

Nur für risikobewusste Anleger

Alibaba hat sich in den vergangenen Jahren tiefgreifend verändert. Der Konzern ist heute fokussierter, effizienter und technologisch besser aufgestellt als je zuvor. Mit seiner Kombination aus wachstumsstarkem Cloud- und KI-Geschäft, eigener Chip-Entwicklung und wiedererstarktem E-Commerce besitzt Alibaba alle Voraussetzungen, um in den kommenden Jahren zu den zentralen Profiteuren des chinesischen KI-Booms zu gehören.

Für mich bleibt die Aktie daher als spekulative Beimischung im Technologiesektor interessant. Allerdings sollten Anleger weiterhin die politischen Risiken berücksichtigen und die Position niedrig gewichten.

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