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Atomenergie mit Kompromiss für Klimaschutz, Energiewandel und Wirtschaftsstabilität?

Von Stephan HeibelMarktüberblick11.08.2022 08:40
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Atomenergie mit Kompromiss für Klimaschutz, Energiewandel und Wirtschaftsstabilität?
Von Stephan Heibel   |  11.08.2022 08:40
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Der Ölpreis ist stark rückläufig. Als Grund würde ich die Rezessionssorgen nennen. Doch ich habe nicht den Eindruck, dass sich die Energieversorgung in den kommenden Wochen und Monaten entspannen wird, im Gegenteil. Russland produziert weniger Öl, die OPEC+ konnte sich jetzte nicht zu einer nennenswerten Erhöhung der Fördermengen durchringen und sämtliche Ölkonzerne der Welt investieren in erneuerbare Energien, nicht in den Ausbau der Ölförderung.

Ein Kunde hat mir einen offenen Brief seiner Region an seinen Landesfürsten zur Verfügung gestellt, in dem viele Mängel der aktuellen Energiepolitik aufgelistet werden. Die Forderung nach einer längeren Nutzung der Atomenergie steht im Raum, wird vom Bundeswirtschaftsminister jedoch immer wieder als nicht möglich abgetan. Noch im März wurde ein "Streckbetrieb", wie er nun diskutiert wird, als netto irrelevant bezeichnet, da nicht mehr Strom, sondern der gleiche Strom nur über einen längeren Zeitraum produziert würde. Strom, der von Januar bis März 2023 produziert würde, müsste im Jahr 2022 zuvor eingespart werden.

Der TÜV erklärt einen möglichen Streckbetrieb jedoch völlig anders: Die Atomkraftwerke können mit den vorhandenen Brennstäben bis zum Jahresende 100% Strom produzieren. Statt die Brennstäbe dann jedoch zu entsorgen, könnten sie bis Ende März bei abnehmender Wirkung zusätzlichen Strom liefern. Ende März wäre die Leistung dann auf 60% der Ursprungsleistung zurückgegangen (täglicher Rückgang um 0,5%).

Damit ist die Aussage von Wirtschaftsminister Robert Habeck in einem Punkt, der die Versorgungssicherheit unseres Landes betrifft, falsch. Bereits vor Monaten wurde seine Behauptung, man benötige für die Beschaffung neuer Brennstäbe 12-24 Monate, widerlegt: Der US-Anbieter Westinghouse kann binnen 9 Monaten liefern.

Auch die von Habeck angeführten rechtlichen Bedenken seien kein Hindernis, schreibt der Verband der Kerntechnik Deutschland.

Die Grünen sind durch eine demokratische Wahl in die Regierung eingezogen. Sie sollten den Wählern meiner Ansicht nach schon sagen, wenn sie der Überzeugung sind, die aktuelle Energiekrise ohne Atomenergie zu meistern. Sie wurden ja unter anderem gerade wegen dieser Einstellung gewählt. Doch eine von Falschaussagen gespickte Erklärung hinterlässt bei mir den Eindruck, der Partei sei Ideologie wichtiger als die Realität. Habeck wird dafür gelobt, dass er bereits viele Grundsätze seine Partei über Bord geworfen hat: "Flexibel" nennt man das.

Die Atomdiskussion gewinnt an Fahrt. Inzwischen gibt es Untersuchungen, die nicht nur den Weiterbetrieb der drei noch laufenden Atommeiler, sondern sogar das Wiederanlaufen weiterer drei Atommeiler in Deutschland erst kürzlich abgeschalteten Atommeiler für möglich halten. Vor dem Hintergrund, dass Frankreich aktuell 14 neue Atomkraftwerke plant, halte ich den ideologischen Ansatz der Grünen für falsch.

Immerhin gibt es inzwischen auch bei den Grünen vereinzelt Stimmen, die eine Überprüfung der Situation fordern. Vielleicht ist der Kursanstieg des DAX in den vergangenen Wochen auch auf diese sich abzeichnende Stimmungsänderung zurückzuführen. Ein entsprechender Entschluss würde den DAX sicherlich um weitere 1.000 Punkte nach oben katapultieren.

Wie können wir dieses Thema hinsichtlich einem Kompromiss für Klimaschutz, Energiewandel und Wirtschaftsstabilität voranbringen?

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