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Erst Anfang Oktober markierte Bitcoin mit 126.198 US-Dollar ein neues Rekordhoch. Doch nach dem vierten Death Cross seit 2023, das am 16. November entstand, als der 50-Tage-Durchschnitt unter den 200-Tage-Durchschnitt rutschte, hat der Bitcoin inzwischen rund 33 Prozent verloren und notiert derzeit bei 84.000 US-Dollar.
Die Marktstimmung liegt momentan bei 11 - laut CMC-Fear-and-Greed-Index ein Bereich „extremer Angst“ und der niedrigste Wert seit Juli 2023. Historisch betrachtet boten solche Stimmungsniveaus häufig attraktive Chancen für langfristig orientierte Anleger. In diesen Phasen geraten Märkte schnell in Panik: Kurzfristige Investoren ziehen sich zurück, während langfristige und liquidere Marktteilnehmer beginnen, Positionen auszubauen.
Gleichzeitig hat die überraschende Schließung von Michael Burrys Hedgefonds Scion Asset Management am 10. November neue Fragen aufgeworfen. Viele Investoren fragen sich nun, ob das jüngste Death Cross von Bitcoin diesmal tatsächlich stärker ins Gewicht fällt und einen weiteren, möglicherweise deutlicheren Preisrückgang signalisiert.
Werfen wir daher einen Blick auf die Argumente, die den BTC-Kurs aktuell in beide Richtungen bewegen.
Bitcoin Death-Crosses im historischen Kontext
Über rund ein Dutzend Death Crosses in der Handelshistorie von Bitcoin hinweg kam es in der Regel zu zweistelligen Kurszuwächsen innerhalb weniger Monate. Auf Sicht von einem Monat hielten sich Gewinne und Verluste dagegen nahezu die Waage, mit einer positiven Medianrendite zwischen 0,25 und 2,35 Prozent.
Generell gelten Bitcoin-Death-Crosses als nachlaufende Indikatoren. Sie zeigen also eine bereits erfolgte Abschwächung an, statt eine zukünftige Entwicklung zu prognostizieren.
Als Signale für lokale Tiefpunkte und eine nachlassende mittelfristige Dynamik sollten Death Crosses daher nicht als unmittelbare Verkaufssignale verstanden werden. Historisch lag die Medianrendite über drei Monate hinweg bei bis zu 26 Prozent.
Nachdem Bitcoin die Widerstandszone bei 90.000 US-Dollar unterschritten hat, verläuft die nächste relevante Unterstützungsmarke bei 85.000 US-Dollar. Gleichzeitig deutet der stündliche MACD-Indikator auf einen zunehmenden bärischen Verlauf hin. Vor diesem Hintergrund spricht vieles dafür, dass der BTC-Preis weiter nachgibt – im Einklang mit dem aktuellen makroökonomischen Umfeld.
Makrogetriebenes Death Cross
In unserer jüngsten Analyse zu Michael Saylors Strategie haben wir bereits erläutert, welche zentrale Rolle Präsident Trump bei der Aufblähung des Kryptomarktes spielte – mit Bitcoin als größtem Profiteur. Doch inzwischen erkennen selbst weniger informierte Wähler zunehmend, dass Trump nicht-amerikanische Interessen bedient. Entsprechend verliert er sowohl innerhalb seiner eigenen Basis als auch im breiteren politischen Umfeld an Unterstützung.
Diese schwindende Zustimmung untergräbt wiederum das Narrativ rund um Bitcoin. Die damit verbundene psychologische Stimmung – das Gefühl, systemisch in einer Sackgasse zu stecken, unabhängig vom Wahlausgang – wirkt stärker, als man auf den ersten Blick annehmen würde.
Gleichzeitig ist damit zu rechnen, dass die US-Notenbank im Jahr 2026 kaum zusätzliche Liquidität durch weitere Zinssenkungen bereitstellen wird. Mit dem verabschiedeten “One Big Beautiful Bill Act” (OBBBA) und einem neuen Zollregime, das von Europas hoher Abhängigkeit begünstigt wird, dürfte das kommende Jahr stabil genug verlaufen, um größere geldpolitische Eingriffe der Fed unwahrscheinlich erscheinen zu lassen.
Vor diesem Hintergrund erklärte Fed-Gouverneur Christopher Waller am Montag, er unterstütze eine weitere Zinssenkung im Dezember, bedingt durch die Schwäche am Arbeitsmarkt. Laut CME-FedWatch würde der Leitzins damit in den Bereich von 3,50 bis 3,75 Prozent fallen – basierend auf einer Wahrscheinlichkeit von 73,3 Prozent für einen Schritt um 25 Basispunkte.
Dennoch dürfte diese mögliche “Dezember-Zinssenkung” vom insgesamt strafferen Kurs der Fed überlagert werden. Die Notenbank signalisiert klar, dass die geldpolitischen Bedingungen weit bis ins Jahr 2026 hinein restriktiv bleiben sollen – und genau dieses Umfeld begrenzt die Chancen auf eine nachhaltige Erholungsrally bei Bitcoin.
Bitcoins Kurs hängt von institutioneller Unterstützung ab
Wie bereits in der Schwächephase im Februar und März, als BTC unter 80.000 US-Dollar rutschte, verzeichnen auch die Spot-ETFs derzeit deutliche Abflüsse.
Blickt man jedoch auf die kumulierten ETF-Ströme seit dem Start Anfang 2024, zeigt sich, dass es sich um einen überschaubaren Rücksetzer handelt. Mit aktuell 57,37 Milliarden US-Dollar Gesamtzuflüssen liegen die Werte in etwa auf dem Niveau von Ende September – kurz bevor Bitcoin sein Rekordhoch von 126.000 US-Dollar erreichte.
In genau dieser Phase hatte die Harvard-Universität ihr Engagement erheblich ausgeweitet – über die 6,8 Millionen IBIT-Anteile von BlackRock, die damals 442,8 Millionen US-Dollar wert waren. Ein solch markanter Positionsaufbau durch eine Universität ist ungewöhnlich und deutet darauf hin, dass „Smart Money“ durchaus bereit sein könnte, seine Allokationen weiter zu erhöhen.
Nach der anhaltenden Verkaufswelle der Woche – die bereits in der Vorwoche eingesetzt hatte – drehten die ETF-Zuflüsse am Mittwoch mit 75,47 Millionen US-Dollar ins Plus. Am Donnerstag kam es jedoch laut SoSoValue mit Abflüssen von 903,11 Millionen US-Dollar zur stärksten Tagesabwanderung seit Ende Februar.
Sollten sich die Zuflüsse in den nächsten Wochen stabilisieren, könnte Bitcoin erneut die Marke von 90.000 US-Dollar erreichen und in eine neue Akkumulationsphase übergehen. Derzeit wirkt es so, als würden Institutionen selektiv zukaufen und auf klarere makroökonomische Signale warten, bevor sie umfangreicher investieren.
Mit anderen Worten: Panikverkäufe von Privatanlegern treffen auf gezielte institutionelle Kaufbereitschaft – und genau dieses Kräfteverhältnis entscheidet darüber, ob Bitcoin seinen nächsten Schritt nachhaltig behaupten kann.
