Die beste KI-Aktie im März (+46% in 3 Wochen)
Die Frist für die neuen US-Zölle am 1. August rückt näher – und damit auch höhere Importpreise für die USA. Trotzdem zeigt sich die Marktstimmung erstaunlich gelassen, wenn man die Entwicklung der Proxy-ETFs bis zum Handelsschluss am Donnerstag betrachtet. Nach dem „Zoll-Tantrum“ im April, als die Märkte heftig einbrachen, haben sich die Kurse längst erholt. Weniger als zwei Wochen vor Inkrafttreten der neuen Zölle wirkt die Risikofreude ungebrochen.
Einige Experten meinen, dass höhere US-Zölle nur geringe Auswirkungen auf Wirtschaft und Finanzmärkte haben dürften. Vielleicht stimmt das – auch wenn viele Analysten anderer Meinung sind. Der Markt jedenfalls scheint davon auszugehen, dass die Zollerhöhungen den Bullenmarkt kaum ausbremsen werden.
Manche Beobachter sehen die US-Pläne zur Zollerhöhung am 1. August eher als Verhandlungstaktik und halten sie daher für verhandelbar. Doch US-Handelsminister Howard Lutnick hat diese Hoffnung erst kürzlich gedämpft. In einem Statement am Sonntag sagte er: „Das ist eine feste Frist. Am 1. August treten die neuen Zollsätze in Kraft. Nichts hindert Länder daran, nach dem 1. August mit uns zu sprechen, aber sie werden ab dem 1. August die Zölle zahlen müssen.“
Wenn das ein Risiko für die Märkte ist, spiegelt sich das bisher nicht in den Indikatoren wider. Der ETF-basierte Proxy für die globale Vermögensallokation bleibt stabil: Das Verhältnis einer aggressiven Strategie (AOA) zu ihrem konservativen Gegenstück (AOK) schloss am Freitag nur minimal unter dem Rekordhoch, das Anfang der Woche erreicht wurde.

Die Stimmung am US-Aktienmarkt hat sich seit der Korrektur im April nur langsam aufgehellt. Doch in der vergangenen Woche gab es einen echten „Mission erfüllt“-Moment: Das Verhältnis des US-Aktienmarktes (SPY) zu seinem Low-Volatility-Pendant (USMV) stieg auf ein neues Rekordhoch.

Was sich allerdings nicht verändert hat, ist die relative Schwäche der US-Aktien (VTI) im Vergleich zu ausländischen Titeln in entwickelten Märkten (VEA). Zwar zeigen US-Aktien erste Anzeichen von Stärke gegenüber Offshore-Märkten, doch bis die amerikanische Ausnahmeposition von vor 2025 wieder erreicht ist, bleibt noch ein gutes Stück Weg.

Ein ähnliches Bild zeigt sich im Vergleich von US-Aktien (VTI) zu Titeln aus Schwellenländern (VWO). Zwar haben die US-Märkte etwas Boden gutgemacht, doch die Lücke ist weiterhin klar erkennbar.

Unterdessen bleibt die relative Schwäche der US-Nebenwerte (IJR) gegenüber ihren Large-Cap-Pendants (SPY) bestehen. Die Small Caps stehen weiterhin klar im Schatten ihrer großen Brüder.

Eine auffällige Veränderung in der jüngsten Marktstimmung ist die Rückkehr des sogenannten Inflationstrades. Die relative Stärke von inflationsindexierten US-Staatsanleihen (TIP) gegenüber klassischen US-Staatsanleihen (IEF) zeigt einen klaren Trend. Zwar verläuft der Aufwärtstrend von TIPS gegenüber ihren nominalen Gegenstücken eher moderat und in Wellen, doch die Richtung ist unverkennbar – und deutet darauf hin, dass der „Reflation Trade“ noch längst nicht ausgereizt ist.
Die Aussicht auf höhere Zölle und die Erwartung, dass diese zollbedingte Inflation letztlich in die Wirtschaft einsickern wird, sind Faktoren, die die Märkte zwingen, ihre Vorstellungen von der wirtschaftlichen Weltordnung nach dem 1. August neu zu justieren.

