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Das Ende einer Ära: Die Dollar-Dominanz schwindet

Von Investing.com (Robert Zach/Investing.com)Marktüberblick08.11.2018 10:04
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Das Ende einer Ära: Die Dollar-Dominanz schwindet
Von Investing.com (Robert Zach/Investing.com)   |  08.11.2018 10:04
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Russlands Präsident Wladimir Putin hatte Anfang Oktober erklärt, dass Washington einen "kolossalen", aber auch "typischen" Fehler macht, indem es weltweit Sanktionen verhängt und so den Status des Dollar ausnutzt. Das werde Konsequenzen haben, warnte er. In die gleiche Kerbe schlägt nun auch der Chef des weltgrößten Vermögensverwalters BlackRock, der auf einer Podiumsdiskussion in Singapur sagte, die Dollar-Dominanz werde nicht ewig Bestand haben.

Statt externer Faktoren wie China als aufstrebende Wirtschaftsnation oder ein eigenständiges Russland zu nennen, sagte Fink, dass das immer weiter in die Höhe schießende US-Haushaltsdefizit das größte Risiko für den Dollar als globale Reservewährung sei.

Aufgrund der Steuersenkungen der US-Administration unter Trump wird sich das Defizit weiter ausweiten und im kommenden Jahr knapp eine Billion Dollar erreichen, wie die Grafik von "the balance" eindrucksvoll zeigt.

US-Haushaltsdefizit - Quelle: the balance
US-Haushaltsdefizit - Quelle: the balance

Grund für das steigende US-Haushaltsdefizit seien laut Fink aber auch steigende US-Leitzinsen und der gigantische US-Schuldenberg selbst, so dass einige Gläubiger der Vereinigten Staaten fast vollständig abspringen könnten. Dies werde zwar nicht morgen oder auch nicht im nächsten Jahr eintreten - vielmehr sei es ein allmählicher Prozess. "Wir werden uns im Laufe der Zeit dorthin bewegen", sagte Fink.

US-Schuldenberg - Quelle: St. Louis Fed
US-Schuldenberg - Quelle: St. Louis Fed

Statt mit seinen Kreditgebern wie China zusammenzuarbeiten, bekämpfen die USA sie, indem sie einen erbitterten Handelskrieg führen. Fink betonte, dass es nach seiner Erfahrung nie klug sei, mit seinen Gläubigern einen Kampf auf Gedeih und Verderben zu führen.

"Das Problem ist doch, dass wir ein extrem hohes Defizit haben. Wir kämpfen derzeit weltweit mit unseren Gläubigern", fuhr Fink fort. "Wenn Sie mit Ihrem Bankier kämpfen, nimmt das doch auch kein gutes Ende für Sie", verglich er.

"Ich würde nicht empfehlen, dass Sie mit Ihren Kreditgebern kämpfen, aber wir kämpfen mit unseren Gläubigern. Vierzig Prozent des US-Defizits werden durch externe Faktoren finanziert. In keinem anderen Land ist das so der Fall."

Und sobald die US-Leitzinsen weiter steigen und die Regierung mit ihrer Schuldenpolitik so weiter macht wie gehabt, so seien Kollateralschäden am Aktienmarkt (DE:ETFUSMC) so sicher wie das Amen in der Kirche.

Den USA droht ein echtes „Angebotsproblem", da das immer weiter steigende Defizit einen wachsenden Finanzierungsbedarf erfordert. Die Gefahr, dass "die Zinssätze zu hoch werden, um die Wirtschaft mit ihren Wachstumsraten zu stützen", wird den Vereinigten Staaten immer mehr Anlass zur Besorgnis geben.

"Wir werden wegen der Defizite immer mehr Schulden haben, und wegen der Defizite werden die Investoren eine höhere Prämie verlangen", sagte er. "Es besteht ein großes Risiko für höhere Zinsen und so können die Aktienmärkte nicht weiter hausieren."

"Unsere Gesellschaft hat derzeit große Bedürfnisse", sagte Fink. "Und ein Defizit von 1,3 Billionen Dollar, wenn sich die Wirtschaft verlangsamt, ist ein echtes Problem."

Wenn sich Geschichte tatsächlich wiederholt, so steht die globale Dollar-Dominanz aber sowieso auf wackeligen Beinen. Schließlich konnten seine Vorgänger sich nie wirklich länger als 100 Jahre an der Spitze der Nahrungskette halten. Der Dollar dominiert das globale Finanzsystem bereits seit rund 80 Jahren, so Zero Hedge.

Jim Reid von der Deutschen Bank (DE:DBKGn) sah bereits 2014 voraus, dass sich die wirtschaftliche Dominanz der USA dem Ende zuneigt. Seine These untermauerte er mit einem Chart, der den Aufstieg und Niedergang moderner Imperien messerscharf illustrierte.

The Rise and Fall of Modern Empires - Quelle: Deutsche Bank
The Rise and Fall of Modern Empires - Quelle: Deutsche Bank

Wie in der Vergangenheit das britische Königreich, verlieren auch die USA allmählich an Dominanz. "Amerikas globale wirtschaftliche Dominanz befindet sich seit 1998, lange vor der globalen Finanzkrise, auf einem absteigenden Ast", schrieb Reid in einer Kundenmitteilung.

Basierend auf den aktuellen Trends werde Chinas Wirtschaft in den nächsten Jahren die Kaufkraft Amerikas überholen, prognostizierte Reid schon damals. Und seine Behauptungen waren gar nicht so weit hergeholt. Schließlich hat China die USA mittlerweile gemäß Bruttoinlandsprodukt nach Kaufkraftparität bereits überholt.

Bruttoinlandsprodukt nach Kaufkraftparität - Quelle: Indexmundi
Bruttoinlandsprodukt nach Kaufkraftparität - Quelle: Indexmundi

Dies gilt als Hinweis dafür, dass die USA schon längst nicht mehr die einzige globale Supermacht sind und der US-Dollar als globale Reservewährung mehr und mehr an Bedeutung verliert.

Quelle: Zero Hedge, eigene Recherche

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