Die beste KI-Aktie im März (+46% in 3 Wochen)
Es ist an der Zeit, den sogenannten „Dispersion Trade“ näher zu beleuchten.
Diese Marktwette hat in den vergangenen Jahren erhebliche Kapitalzuflüsse verzeichnet. Doch worum handelt es sich dabei konkret?
Beim Dispersion Trade kaufen Investoren die Volatilität einzelner Aktien, die Bestandteil eines Index sind, und verkaufen gleichzeitig die Volatilität des Gesamtindex.
Der Ansatz basiert auf der Annahme, dass sich durch Diversifikation und geringe Korrelationen Ertragschancen ergeben. Entwickeln sich Einzelwerte zunehmend unkorreliert, kann ihre individuelle Volatilität erhöht bleiben – genau diese wird gekauft. Auf Indexebene hingegen wirkt eine sinkende Korrelation dämpfend, wodurch die Volatilität des Gesamtmarktes tendenziell zurückgeht – diese wird verkauft.
Die Kapitalvolumina, die dieser Strategie folgen, sind entsprechend beträchtlich.
Große Hedgefonds setzen diese Strategie häufig über mehrere spezialisierte Pods um und erzielen damit seit über einem Jahr kontinuierlich Erträge.
Der Einstieg in einen Dispersion Trade ist derzeit allerdings mit vergleichsweise hohen Kosten verbunden. Hauptgrund dafür ist, dass implizite Korrelationen am Markt bereits auf niedrigen Niveaus bewertet sind.
Trotzdem zeigen sich Investoren bereit, einen entsprechend hohen Preis zu zahlen. Hintergrund ist die Erwartung, dass die Korrelationen zwischen Einzelaktien niedrig bleiben oder sogar weiter sinken – ein Szenario, in dem ein abruptes Deleveraging als unwahrscheinlich gilt.
Die nachstehende Grafik verdeutlicht, dass der Dispersion Trade selbst während der jüngsten Turbulenzen infolge KI-bedingter Störungen in einzelnen Sektoren weiterhin positive Erträge lieferte. Gleichzeitig stieg die Sharpe Ratio der Strategie deutlich an.

Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die realisierten Korrelationen zwischen den Komponenten des SPX trotz der gestiegenen Einstiegskosten zuletzt nahe null lagen.
Phasen deutlicher Kursverluste in einzelnen Aktiensegmenten wurden dabei häufig durch Stärke in anderen Marktbereichen ausgeglichen.
Doch was geschieht im Falle eines Deleveraging-Ereignisses oder eines ausgeprägten Abverkaufs? In einem solchen Umfeld tendieren die Korrelationen einzelner Aktien typischerweise gegen eins – Marktteilnehmer verkaufen breitflächig, Differenzierungen nehmen ab, und die Marktmechanik gerät unter Druck.
Eine mögliche Auflösung bestehender Dispersion-Positionen könnte in dieser Situation schmerzhaft verlaufen, da Marktteilnehmer die Indexvolatilität – etwa über Produkte wie VIX – vergleichsweise aggressiv nach oben treiben müssten.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die zentrale Frage: Ist der Dispersion Trade ein potenzielles Risiko für die Stabilität der Märkte?
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Dieser Artikel wurde ursprünglich auf The Macro Compass veröffentlicht. Werden Sie Teil dieser dynamischen Community aus Makroinvestoren, Asset Allokatoren und Hedgefonds – finden Sie über diesen Link heraus, welches Abo am besten zu Ihnen passt.
