Die meiste Zeit in den letzten Jahren vor dem Brexit stand das Britische Pfund deutlich höher als 1,50. Ein letztes Aufbäumen vor dem Brexit-Voting im Juni letzten Jahres feuerte den Kurs noch einmal an und ließ das Pfund genau an dieser Marke scheitern. Der folgende „Flash-Crash“ prügelte das Pfund an einem Handelstag um fast 20 Cent Richtung Süden.
Auffällig war damals schon, dass die Commercials in den darauf folgenden Wochen der Konsolidierung in historisch hohe Long-Positionen investierten. Ein erstes Zeichen, dass nach Meinung der Hedger das Pfund kurzfristig unterbewertet war. Sie konnten ein weiteres heftiges Abrutschen des Pfund in der ersten Handelswoche im Oktober aber nicht verhindern.
Nach einer 30-wöchigen Konsolidierung fiel im April beim Durchbruch der 1,26 der endgültige Startschuss für die folgende 400 Ticks-Aufwärtsbewegung. Der Durchbruch durch die pink eingezeichnete Trendlinie vollendete die Konsolidierung und wie man an der blauen Linie (der Positionen der großen Trader) erkennen kann, sprangen die charttechnisch ausgerichteten Trader auf den abfahrenden Zug.
Wer sich allerdings intensiv mit den COT Daten auseinander setze, der konnte bereits schon deutlich früher sehr klare Signale für den kommenden Trendwechsel erkennen. Bereits im März diesen Jahres, als im Bereich der 1,22 ein neues Tief ausgebildet wurde, fiel dieses Tief mit einem Rekord-Stand bei den Long Positionen der Commercials zusammen. Das höhere Tief, die Extremposition der Commercials und die folgende Price-Action ließen in diesem Bereich erste Long-Positionen mit sehr gutem Chance-Risiko-Verhältnis zu.
Bereits zu dieser Zeit hatte ich auf mögliche Bewegung bis zu 1,30er Marke hingewiesen.
An diesem Level sind wir nun angekommen. Wie geht es also weiter beim Britischen Pfund?
Auffällig ist als erstes, dass die Commercials einen Großteil ihrer starken Long-Positionierung auf dem Weg zur 1,30 wieder abgebaut haben. Vom Rekordwert 122.000 Kontrakte netto-Long haben sie mittlerweile auf aktuell knapp 44.000 Kontrakte reduziert. Der Index der Commercials auf Jahres-Sicht ist bei der „null“ angekommen. Die bearischste Ausrichtung der Hedger seit über einem Jahr.
In Verbindung mit dem rot eingezeichneten Resistance Bereich in Abb.2 könnte die 1,30 also eine starke Barriere sein.
Der Tages-Chart zeigt, dass wir und nach wie vor in einem kurzfristig intakten Aufwärtstrend befinden. Es ist also durchaus möglich, dass das Pfund die 1,30 noch überschreitet und in den rot markierten Bereich eintaucht. Sicher wird die weitere politische Entwicklung in Großbritannien auch ihren Teil zur Preisentwicklung des Britischen Pfund beitragen. Nichts desto trotz, habe ich alle long Positionen geschlossen und begebe mich nun verstärkt auf die Suche nach möglichen Short-Szenarios. Kurzfristig sind Preisbereiche um 1,26 durchaus denkbar für erste Abwärtsbewegungen. Aber denken Sie immer daran, dass COT Daten alleine kein verlässliches Timing-Instrument sind.
Ich wünsche Ihnen weiterhin erfolgreiche Trades!
Quelle für die Grafiken: Handelssoftware "AgenaTrader"
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