Fixed Income 28.04.2011

Veröffentlicht am 28.04.2011, 10:52
Highlights 
■ Bernanke-Show ohne größere Neuigkeiten  
■ Teuerung in Deutschland zeiht weiter an und erhöht den Handlungsdruck auf die EZB

Markttechnik 
Trotz des gestrigen Rückschlags bleibt der kurzfristige Aufwärtstrend des Bund Futures intakt und verläuft heute bei 121,94. Kurz darunter bei 121,67 liegt eine starke Unterstützungslinie, so dass das Rückschlagspotenzial derzeit gering ist. Nach oben ist der Widerstand bei 122,74 im Weg. Darüber hätte der Juni-Kontrakt weiteres Potenzial bis 123,92 bzw. 124,60.  

MACD-Analyse 
Der MACD-Indikator liegt weit oberhalb der Signallinie. 

RSI-Analyse 
Der 14-Tage RSI bewegt sich in Richtung überkaufter Zone


Marktkommentar 
Der Rahmen einer Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung des Offenmarktausschusses war völlig neu, inhaltlich hatte Fed-Präsident Bernanke aber wenig Aufsehen erregendes zu verkünden. Die US-Notenbank bleibt bei ihrer überaus expansiven Geldpolitik. Die neuen Schätzungen der Fed sehen ein etwas verhalteneres Wachstum als bisher (2011: 3,1% bis 3,3%, statt 3,4% bis 3,9%), die Kerninflation dürfte demnach höher aber weiterhin im Wohlfühlbereich der Fed liegen (2011: 1,3% bis 1,6%, statt 1,0% bis 1,3%). Die Teuerung habe in den letzten Monaten bereits angezogen. Da dies aber maßgeblich auf die Energie- und Rohstoffpreise zurückzuführen sei, ist die grundlegende Inflation nach wie vor verhalten. Entsprechend wird das Ankaufprogramm nun nicht länger in Frage gestellt sondern definitiv bis Ende Juni fortgesetzt. Ein QE3 sei aber bei heutiger Abwägung der zu erwartenden Wirkung auf den Arbeitsmarkt und der damit einhergehenden Inflationsgefahren wenig attraktiv. Auch über das zweite Quartal hinaus werden aber fällige Assets aus den Fed-Beständen in Staatsanleihen reinvestiert. Bernanke wertet selbst einen natürlichen Abbau der Bestände als restriktiven Schritt, der bislang nicht zur Debatte steht. Daher werden die Zinsen für eine längere Periode außergewöhnlich niedrig bleiben. Auf Nachfrage konnte er diese Zeitspanne 
nicht konkretisieren, nach Abhängigkeit der Überkapazitäten der US-Wirtschaft sowie der 
Inflationsentwicklung und -erwartung dürften aber nach dem Wegfall dieser Aussage einige Sitzungen vergehen, bevor die Zinsen tatsächlich angehoben würden. Eine Reaktion der USStaatsanleihen war kaum spürbar, mit dem Statement endete der mäßige auftrieb der zehnjährigen Renditen bei 3,35%. Das gestrige Rahmenprogramm der Konjunkturdaten war durchaus erfreulich. Die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter kletterten im März um 2,5%. Da zudem der Vormonatswert deutlich in den positiven Bereich hoch revidiert wurde, haben wir nun drei Zuwächse in Folge gesehen. Das Vertrauen der Industrie in den Aufschwung nimmt zu, entsprechend werden Investitionsgüter geordert. Damit dürften die Erwartungen für die heutige Vorabschätzung des BIP im Auftaktquartal wieder etwas zugenommen haben. Die Konsensschätzung geht allerdings von einem sehr verhaltenen Wachstum aus. Dem Privaten Konsum geht etwas die Puste aus, was andere Bereiche wohl nicht kompensieren können. Daneben zeigen die wöchentlichen Arbeitsmarktzahlen, ob sich der Abwärtstrend fortsetzt oder der Beschäftigungsaufbau weiterhin nur anämisch vorangeht. Zu beachten ist darüber hinaus die Auktion von 29 Mrd. USD in 7-jährigen T-Notes. Nachdem die vorangegangenen Auktionen solide nachgefragt waren, sollte auch diese Laufzeit reibungslos platziert werden. Größere Bewegungen am Rentenmarkt sind aufgrund der gezeigten starren Haltung der Fed vorerst nicht zu erwarten.   

In der Eurozone dürfte die Notenbank hingegen bald nachlegen, schließlich nehmen die 
Inflationssorgen weiter zu. Die Teuerung in Deutschland stieg im April wie allgemein weiter an. Die Jahresrate des Verbraucherpreisindex steht nunmehr bei 2,4%, EU harmonisiert sogar bei 2,6%. Das dürfte die EZB auf ihrem Kurs bestätigen, die Geldpolitik zunehmend restriktiver zu gestalten. Die Kurse der Bundesanleihen gaben daher gestern nach. Das am meisten diskutierte Thema ist aber weiterhin eine mögliche Restrukturierung der griechischen Staatsschulden, was sich auch im ungebremsten Anstieg der Spreads zu den Bunds zeigt. Heute gibt es Neues vom deutschen Arbeitsmarkt. Die saisonbereinigte Zeitreihe der Arbeitslosenquote dürfte an der 7%-Marke kratzen. Ein Ende des Jobwunders ist noch nicht in Sicht. Ansonsten dürften sich die Rentenmarktakteure vor allem der Exegese der Bernanke-Aussagen von gestern widmen. Da hier aber nicht viel herauszuholen ist, rechnen wir heute mit einer knapp behaupteten Tendenz im Bund Future.  

Um die gesamte Analyse zu lesen, klicken Sie bitte auf den Anhang

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