Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.0672 (07.46 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24
Handelsstunden bei 1.0643 im US-Handel markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 110.42. In der
Folge notiert EUR-JPY bei 117.85. EUR-CHF oszilliert bei 1.0687.
Zunächst gilt es, Russland bezüglich des Terrorangriffs in St.Petersburg unser Mitgefühl und Beileid auszusprechen.
Die Tatsache, dass weder das Brandenburger Tor noch der Eifelturm wie sonst üblich in den Nationalfarben der vom
Terror betroffenen Nation angestrahlt wurden, irritiert. Das gilt auch bezüglich der Anerkennung des erfolgreichen
Kampfes Russlands gegen den IS, der entscheidend dafür ist, dass Syrien stabilisierter ist als noch vor zwei Jahren und
damit Flüchtlingsströme aus dieser Region nicht nur wegen des Deals mit Erdogan erfolgreich reduziert wurden.
Daten sprechen für sich, auch wenn sie an Märkten nicht notwendig sachlich diskontiert werden. Wegen der Kraft des
normativ Faktischen ist es recht wahrscheinlich, dass diese Diskontierung dann eben zu einem späteren Datum einsetzt
und unter Umständen sportlicher ausfällt.
Nach der Veröffentlichung der Topwerte bei den Einkaufsmanagerindices für die Eurozone, die an dieser Stelle gestern
bereits thematisiert wurden, kam es auch an dem Arbeitsmarkt der Eurozone zu einer unerwarteten positiven
Entwicklung. Die Quote sank per Berichtsmonat Februar von zuvor 9,6% auf 9,5% und fiel damit auf den niedrigsten
Stand seit Mai 2009. Die an den Einkaufsmanagerindices erkennbare zunehmende Dynamik der Wirtschaftsaktivität
impliziert bei dem nachlaufenden Indikator des Arbeitsmarkts eine Fortsetzung der Belebung. Damit bleibt das
Wachstum der Eurozone maßgeblich geprägt von wiederkehrenden Einkommen. Das stellt die beste und
widerstandsfähigste Qualität wirtschaftlicher Expansion dar. Das unterscheidet den kontinentaleuropäischen
Aufschwung massiv von den Konkurrenten in dem UK und den USA.
Die Erzeugerpreise der Eurozone legten per Februar im Jahresvergleich um 4,5% nach zuvor 3,9% (revidiert von 3,5%) zu. Damit kam es zum höchsten Anstieg seit November 2011. Im Monatsvergleich war das Ergebnis unverändert.
Das Tempo der Zunahmen wird so nicht weitergehen, da Basiseffekte aus dem Rohstoffpreissektor wesentlich für den aktuellen Anstieg verantwortlich zeichnen.
Die Themen Disinflation und Deflation, die Katalysatoren der EZB-Politik waren, sind auf Sicht jedoch nicht mehr aktuell.
Diesbezüglich passen die Einlassungen von Benoit Coeure. EZB-Direktor Coeure mahnte Regierungen und Unternehmen, sich auf ein absehbares Ende der extremen Politikmaßnahmen der EZB einzustellen.
Auch von der iberischen Halbinsel erreichen uns weitere positive Akzente, nach dem Portugal im letzten Jahr mit dem geringsten Haushaltsdefizit seit 1974 aufwartete.
Die spanische Notenbank erhöhte die Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 2,5% auf 2,8%. 2018 soll das BIP um 2,3% (bisher 2,1%) zulegen.
Aus den USA erreichte uns bestenfalls ein durchwachsenes Bild.
Die starke Divergenz zwischen den realen Daten und Sentimentindikatoren bleibt ausgeprägt. Erste Anzeichen sind erkennbar, dass die Sentimentindikatoren den Realitäten Rechnung tragen. Sentiment hat ultimativ eben keinen „Cash-Flow“ in sich und nur der „Cash-Flow bestimmt die reale Wirtschaft.
Der Kfz-Ansatz lieferte in den USA trotz massiver Absatzanreize per März mit einem Rückgang von 17,58 auf 16,62 Mio. Fahrzeuge (annualisierte Darstellung) eine herbe Enttäuschung. Die Prognose lag bei 17,30 Mio. Kraftfahrzeugen. Damit kam es zum schwächsten Ansatzergebnis seit Anfang 2015!
Der ISM-Index für den Sektor Produktion sank per März von zuvor nahezu Schwindel erregenden 57,7 auf 57,2 Punkte. Die Prognose lag sogar bei nur 57,0 Zählern. Das Niveau wirft bezüglich der harten US-Daten unverändert Fragen auf.
Das Pendant von Markit für den Sektor der US-Produktion fällt nüchterner bezüglich Niveau und Anpassung aus. Der Markit Index sank per März von zuvor 54,2 auf 53,3 Punkte und markierte damit den niedrigsten Stand seit sechs Monaten.
Bauausgaben legten per Februar im Monatsvergleich um 0,8% zu, nachdem es die letzten zwei Monate zu Kontraktionen um 0,4% und 0,2% kam.
Aktuell ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Erst ein Unterschreiten des Unterstützungsniveaus bei 1.0450-1.0480 dreht den Bias zu Gunsten des USD.
Viel Erfolg!
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