Auch wenn es (geringe) Unsicherheiten vor der zweiten Runde gab, so hat sich die Debatte dennoch zum Vorteil von Emmanuel Macron gewendet, der sehr ruhig blieb und sein Programm im Detail vorstellte. Man hatte erwartet, dass Marine Le Pen ihren Wirtschaftsplan im Detail vorstellen würde, da seine Durchführbarkeit oft in Frage gestellt wird, und sie konnte hier kein Vertrauen aufbauen. Die Umfragen zeigen weiter einen deutlichen Sieg von Macron und nach der Debatte sehen wir keine wirkliche Chance, dass Marine Le Pen die Wahlen gewinnen könnte. Die Wahrscheinlichkeit des Siegs der Kandidatin der Front Nationale ist recht gering und das Glasdach wird nicht durchbrochen.
Der Euro sollte sich im Rahmen der französischen Wahlen nicht stark bewegen. Es ist an der Zeit sich um die dritte Runde der Parlamentswahlen Gedanken zu machen und hier sehen wir ein Risiko. Im Rahmen des „En Marche“-Banners gibt es sicherlich viele Sozialisten, für die die Franzosen nun nur ungern stimmen. Wir bleiben misstrauisch, dass Macron die Mehrheit im Parlament erreichen wird.
Wir bleiben zur Einheitswährung zumindest mittelfristig bullisch. Am Montag könnten wir eine kleine Erholungsrallye sehen. Die Aufmerksamkeit wird nun auf die EZB und ihre Sitzung im Juni übergehen.