Gold – Stabilisierung und COMEX-Krise

Veröffentlicht am 02.03.2026, 08:01

Seit Ende Januar, als der Goldpreis nach dem neuen Allzeithoch bei 5.602 US-Dollar brutal bis auf 4.402 US-Dollar abstürzte, hat sich die Lage in den vergangenen Wochen deutlich beruhigt. Wie erwartet pendelten die Notierungen primär um die runde Marke von 5.000 US-Dollar hin und her. Seit dem letzten Freitag konnte sich der Goldpreis dann leicht nach oben absetzen. Vorläufig begrenzt jedoch die Abwärtstrendlinie von den jüngsten Höchstständen den weiteren Anstieg. Dennoch zeigen sowohl Gold als auch Silber im Februar bemerkenswerte „Stehaufmännchen“-Qualitäten, sodass bis in den Frühling hinein unterm Strich mit weiter steigenden Preisen zu rechnen ist.

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Kurz vor Monatsschluss eskaliert allerdings die Situation an der COMEX dramatisch. Zahlreiche Marktbeobachter prognostizieren einen „Force Majeure“-Fall, da zunehmend freies physisches Silber fehlt, um die explodierenden Lieferanforderungen zu erfüllen. Mit registrierten Silber-Inventaren von nur 88,2 Millionen Unzen gegenüber einer potenziellen März-Nachfrage von 135-185 Millionen Unzen ergibt sich eine Deckungsquote von lediglich 44 bis 61 Prozent, was einem Default entsprechen und Zwangscash-Settlements unabwendbar machen würde.

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CME Handelsstopp vom 25. Februar 2026. ©ZeroHedge

Überraschenderweise wurden die CME Globex-Märkte für Metalle, Erdgas-Future und Optionen am gestrigen Mittwoch, dem Erstbenachrichtigungstag für März-Silber-Kontrakte aufgrund „technischer Probleme“ gestoppt, wobei die Metallmärkte erst 90 Minuten später wieder geöffnet wurden, was Spekulationen und Verschwörungstheorien über mögliche Preismanipulationen an der COMEX befeuerte und an die Unterbrechung am Thanksgiving-Freitag, 27. November 2025, vor dem First Notice Day für den Dezember-Silber-Kontrakt erinnerte. Damals verursachten Kühlprobleme im CME-Rechenzentrum in Aurora, Illinois, einen Ausfall über Nacht, während der London-Spot-Silberpreis ein neues Allzeithoch bei 55,50 US-Dollar erreichte.

Interessanterweise überschnitt der gestrige Handelsstopp das Settlement-Fenster und verschaffte den Leerverkäufern möglicherweise deutlich mehr Zeit für die Lieferungen. Kritiker sehen darin einen gezielten Eingriff, da Silber kurz vor dem Halt bullisch oberhalb von 90 US-Dollar pro Unze handelte. Zur Wiedereröffnung folgte dann hingegen ein starker Abverkauf. Die Handelsunterbrechung von über 90 Minuten könnte dazu gedient haben, Kauforders zu annullieren und Short-Positionen großer Spieler zu schützen, insbesondere eben vor dem First Notice Day für die März-Silberfutures.

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Wieder einmal gilt es klar zwischen den gehebelten Papiermärkten und dem echten physischen Markt zu unterscheiden. Das Vertrauen in LBMA, CME und COMEX schwindet während die physischen Edelmetall-Märkte wie die Shanghai Gold Exchange dominieren. Unsere Aufgeld-Tabellen liefern dazu ein realistisches Bild. Letztlich gilt: Wer das Gold hat, macht die Regeln – physisch triumphiert über manipulierte Derivate.

Gold – Deutliche Erholung vom Panik-Tief

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Gold in US-Dollar, Tageschart vom 26. Februar 2026. ©Gold.de

Die scharfe Korrektur ausgehend von dem neuen Allzeithoch bei 5.602 US-Dollar währte nur zwei Tage lang und fand mit einem Panik-Tief bei 4.400 US-Dollar am 2.Februar bereits ihren Abschluss. Eine erste schnelle Erholung brachte den Goldpreis kurzzeitig zurück bis auf 5.090 US-Dollar, gefolgt von einer weiteren Abwärtsbewegung bis auf 4.655 US-Dollar. Die Bullen konterten daraufhin mit einem leicht höheren Hoch bei 5.119 US-Dollar.

In der vergangenen Handelswoche gab der Goldpreis zunächst nach und fiel zum Beginn der chinesischen Neujahrsfeierlichkeiten auf 4.842 US-Dollar zurück. Neue Käufer sowie die zunehmenden geopolitischen Spannungen rund um den Iran sorgten jedoch für eine schnelle Stabilisierung und deutliche Gegenbewegung, die den Preis letztlich kurz vor dem Wochenende noch bis auf über 5.100 US-Dollar trieb. Diese Aufwärtsdynamik setzt sich in der laufenden Woche fort, wodurch der Goldpreis zwischenzeitlich bis auf 5.250 US-Dollar ansteigen konnte.

Insgesamt befindet sich der Goldmarkt in einer Phase Stabilisierung und Konsolidierung. Seit dem 2. Februar zeichnet sich eine Serie höherer Tiefs und höherer Hochs ab. Zudem überwand der Goldpreis das 61,8%-Retracement der vorangegangenen Abwärtsbewegung bei 5.143 US-Dollar, wodurch jetzt grundsätzlich der Weg zum oberen Bollinger-Band (5.278 US-Dollar) sowie höheren Kursziele um und oberhalb von 5.300 US-Dollar auf dem Tageschart freiliegt.

Kurzfristig konsolidiert der Goldpreis seitwärts unterhalb der Abwärtstrendlinie vom neuen Allzeithoch bei 5.602 USD, wo der Abverkauf Ende Januar begann. Je länger der Widerstand bei etwa 5.220 USD hält, desto wahrscheinlicher wird ein neuerlicher Rücksetzer in Richtung von ca. 5.000 USD und etwas tiefer. Gelingt hingegen der Ausbruch mit einem Schlusskurs oberhalb von 5.220 USD sollten die Goldnotierungen schnell die Marke von 5.300 US-Dollar anpeilen.

Wir rechnen zunächst mit einer Fortsetzung der Konsolidierung um und oberhalb der 5.000 US-Dollar Marke. Solange die Aktienmärkte und die Gesamtwetterlage halbwegs stabil bleiben, sollte der Goldpreis im Jahresverlauf bis auf mindestens 6.000 US-Dollar ansteigen können. Dementsprechend sind deutlichere Rücksetzer unterhalb von 5.000 US-Dollar vermutlich schon wieder gute Kauf-Chancen.

Fazit: Gold – Stabilisierung und COMEX-Krise

Seit dem dramatischen Absturz des Goldpreises Ende Januar von einem Allzeithoch bei 5.602 US-Dollar auf 4.402 US-Dollar hat sich der Goldmarkt beruhigt und pendelt nun um bzw. oberhalb der 5.000-US-Dollar-Marke, wobei die Bullen das Preis-Geschehen in den letzten zwei Wochen zunehmend dominieren konnten. Solange das Tief der Vorwoche bei 4.842 US-Dollar nicht mehr unterschritten wird, spricht alles für eine Fortsetzung der Erholung in Richtung 5.300 bis 5.350 US-Dollar und höher. Spannend bleibt auch der Ausgang hinsichtlich der angespannten COMEX-Lage. Hier sind alle möglichen Szenarien denkbar und man kann nur immer wieder den Rat geben, auf physische Edelmetalle zu setzen und das Papier-Derivate-Spiel zu vermeiden.

 

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