Gold vor neuem Anlauf: Schafft der Preis den Ausbruch über 3.380 USD?

Veröffentlicht am 03.06.2025, 07:52

In den vergangenen Wochen reagierten die Goldpreise meist direkt auf die ständigen Schlagzeilen rund um den anhaltenden Zollstreit – gefühlt gab es fast stündlich neue Entwicklungen. Zuletzt haben sich die Spannungen zwischen den USA und China etwas entspannt, nachdem einige Zölle gesenkt oder zunächst aufgeschoben wurden. Gleichzeitig haben sich jedoch die Handelsbeziehungen zur Europäischen Union verschärft. Die ursprünglich geplante Anhebung der Zölle auf EU-Waren auf 50 % wurde zwar auf den 9. Juli vertagt – doch zumindest bis dahin ist an dieser Front erst einmal etwas Ruhe eingekehrt.

Der Goldpreis hat sich kurzfristig etwas erholt, doch klare Hinweise auf ein Ende des langfristigen Aufwärtstrends gibt es bislang nicht. Für viele Anleger sind solche Rücksetzer daher vor allem eines: eine Gelegenheit, das gefragte Edelmetall zu einem etwas günstigeren Einstiegskurs zu kaufen.

Werden steigende Schulden und Ausgaben den Goldpreis stützen?

Ein Ereignis, das diese Woche für Aufmerksamkeit sorgte und potenziell Auswirkungen auf die US-Wirtschaft – und damit indirekt auf den US-Dollar und Gold – haben könnte, war die Entscheidung von Moody’s, die Kreditwürdigkeit der USA von AAA auf AA1 herabzustufen. Auch wenn dieser Schritt kurzfristig bereits erwartet worden war, könnte er auf längere Sicht dennoch Einfluss auf den Goldpreis nehmen.

Im Mittelpunkt der Herabstufung steht die US-Haushaltspolitik: Der Regierung fehlt derzeit ein klarer Plan, um entweder die Ausgaben zu senken oder die Einnahmen zu erhöhen. Kürzlich wurde ein neues Gesetz verabschiedet, das zwar Steuersenkungen vorsieht, gleichzeitig aber auch die Ausgaben deutlich anhebt – unter anderem für Verteidigung und Maßnahmen gegen illegale Einwanderung. Schätzungen zufolge könnte dieses Paket die Staatsverschuldung um zusätzliche 3,8 Billionen USD erhöhen. Diese Entwicklung – steigende Schulden bei gleichzeitig fehlender Haushaltsdisziplin – könnte das Vertrauen der Märkte belasten und langfristig den Goldpreis stützen.

Auf der anderen Seite wirken steigende Renditen langfristiger US-Staatsanleihen in der Regel negativ auf den Goldpreis. Doch genau diese steigende Verschuldung und das Inflationsrisiko könnten wiederum dafür sorgen, dass Gold als sicherer Hafen gefragt bleibt.

Kurz- bis mittelfristig hängt vieles von der US-Notenbank ab. Die Leitzinsen, die von der Fed festgelegt werden, beeinflussen direkt die Bewertung von US-Staatsanleihen, den US-Dollar – und damit auch den Goldpreis. Seit der letzten Zinssitzung haben sich die Erwartungen an eine erste Zinssenkung in den September verschoben.

Zudem rechnen die Märkte aktuell nur noch mit zwei Zinsschritten nach unten für dieses Jahr – im Vormonat waren es noch drei. Das spricht dafür, dass sich die jüngste Aufwärtsbewegung beim Goldpreis zunächst etwas abkühlen könnte. Allerdings ist vieles davon bereits in den Kursen berücksichtigt – und die Anleger warten nun auf neue Impulse, um die Richtung der nächsten Bewegung einschätzen zu können.

Gold - technische Analyse

Seit gut einem Monat befindet sich der Goldpreis in einer breiteren Korrektur – allerdings innerhalb eines weiterhin intakten Aufwärtstrends. Das jüngste Zwischentief lag knapp über 3100 USD pro Unze. Inzwischen zeigt sich eine Erholungsbewegung, und das nächste Kursziel liegt in der Nähe der früheren Höchststände bei rund 3450 USD pro Unze.

Gold - Technische Analyse

Kurzfristig lässt sich eine klare Abwärtsbewegung erkennen. Zusammen mit dem sich abzeichnenden Preiskanal könnte das auf eine weitere Schwächephase hindeuten. Sollte die untere Begrenzung des Flaggenmusters nach unten durchbrochen werden, wäre ein Rücksetzer in Richtung der Unterstützungszone um 3300 USD pro Unze möglich.

Gold-Futures

Fällt der Goldpreis unter die Marke von 3300 USD, könnten die nächsten Kursziele der Verkäufer im Bereich um 3250 USD pro Unze liegen. Steigt der Preis hingegen über 3380 USD, würde das die Wahrscheinlichkeit für eine tiefere Korrektur deutlich verringern.

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Aktuelle Kommentare

Nein da die Leitzinsen in den USA demnächst steigen und der Dollar massiv aufwertet
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